Dabei hatte der Abend zunächst gut begonnen - trotz eines frühen personellen Rückschlags. Bereits nach fünf Minuten musste Falk Christopher Gross verletzt vom Platz, für ihn kam Josh Lesley Görtzen in die Partie. Norderstedt ließ sich davon jedoch nicht aus dem Konzept bringen, arbeitete sich in die Begegnung und belohnte sich nach gut einer halben Stunde. Lukas Felix Krüger köpfte in der 31. Minute die Führung und brachte die Gastgeber damit auf Kurs.
Noch besser lief es unmittelbar vor dem Pausenpfiff. In der zweiten Minute der Nachspielzeit der ersten Hälfte erhöhte Yevhenii Obushnyi auf 2:0: Bremen II klärte eine Ecke nur unzureichend, das bestrafte der Mittelfeldspieler mit einem satten Schuss aus dem Rückraum.
Norderstedt hat alles im Griff - bis in die Schlussphase
Auch nach dem Seitenwechsel sprach zunächst vieles für die Gastgeber. Werder II wechselte früh mehrfach, suchte nach neuen Impulsen und kam mit frischen Kräften aus der Kabine. Norderstedt hielt jedoch lange dagegen und schien die Partie unter Kontrolle zu haben. Gerade mit dem 2:0 im Rücken war die Ausgangslage klar: Jeder Punkt zählt im Tabellenkeller, drei Zähler gegen einen direkten Konkurrenten aus dem unteren Mittelfeld hätten enormes Gewicht gehabt.
Das zeigt auch der Blick auf die Tabelle. Norderstedt steht nach 28 Spielen bei 23 Punkten auf Platz 15 und damit weiterhin auf dem Relegationsplatz. Mit einem Sieg wäre der Sprung auf einen Nichtsabstiegsrang gelungen - doch dann gab die Eintracht den Erfolg noch aus der Hand: Ab der 82. Minute wurde es wieder richtig brenzlig, als der zur Pause eingewechselte Safa Yildirim per Freistoß auf 1:2 verkürzte. Damit war plötzlich wieder Spannung in der Partie - und Norderstedt musste in den letzten Minuten noch einmal alles investieren, um den Vorsprung über die Zeit zu bringen.
Höcker schockt Norderstedt in letzter Sekunde
Dass das nicht gelang, machte den Ostersonntag für Norderstedt so schmerzhaft. Denn tief in der Nachspielzeit schlug Werder II tatsächlich noch einmal zu: Luca Höcker traf in der 90.+5 Minute zum 2:2 und raubte den Gastgebern damit einen eigentlich schon sicher geglaubten Heimsieg.
Für Norderstedt ist dieses Unentschieden deshalb mehr als nur ein verpasster Dreier. Die Mannschaft hatte sich die gute Ausgangsposition selbst erarbeitet, führte gegen einen gefährlichen Gegner mit zwei Toren und stand kurz davor, im Abstiegskampf ein starkes Signal zu setzen. Stattdessen bleibt nur ein Punkt - und das Gefühl, zwei weitere liegen gelassen zu haben.
Gerade im Tabellenkeller können solche späten Gegentreffer eine enorme Wirkung entfalten. Norderstedt bleibt nach 28 Spielen bei 23 Punkten und damit unter Druck - das gilt aber grundsätzlich für alle Mannschaften aus Hamburg in der Regionalliga Nord, denn nur die U21 des Hamburger SV ist gerettet - mehr dazu an dieser Stelle.