2024-05-24T11:28:31.627Z

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Ein enttäuschter Leroy Kwadwo. 1860 München kassiert erstaunlich oft Gegentore in der Schlussviertelstunde
Ein enttäuschter Leroy Kwadwo. 1860 München kassiert erstaunlich oft Gegentore in der Schlussviertelstunde – Foto: IMAGO/Mladen Lackovic

Späte Gegentore: Löwen ohne Schlussviertelstunde auf Platz drei

„Dass wir nicht alles wegverteidigen können, ist klar.“

Späte Gegentore stehen bei 1860 München an der Tagesordnung. Ohne die letzten 15 Minuten stünde man auf Platz drei. Woran scheitern die Löwen?

Es ist eine Statistik, die ratlos macht: Ohne die letzte Viertelstunde lägen die Löwen statt auf Platz 14 auf dem Relegationsrang, 1860 hat die meisten Punkte der 3. Liga in der Schlussphase verspielt. In der 75-Minuten-Tabelle stehen einzig Ulm und Dresden vor der Elf von Trainer Argirios Giannikis. Der regelmäßige Last-Minute-Horror sorgt aber nicht nur dafür, dass den Löwen wichtige Punkte fehlen, er wirft auch die Frage auf, woran die Einbrüche kurz vor Schluss liegen.

Schließlich ist die Schlussphasen-Schwäche kein Problem von Giannikis, auch unter seinem Vorgänger Maurizio Jacobacci wurden zahlreiche Spiele kurz vor Ende hergeschenkt. Bereits gegen Lübeck (1:2), Aue (1:2), Ingolstadt (1:2), Münster (1:1), Regensburg (0:1) und Viktoria Köln (1:2) hat 1860 wichtige Zähler liegen lassen.

„Ich sehe da keine Regelmäßigkeit.“

Argirios Giannikis über die späten Gegentore

Unter seinem Nachfolger Giannikis kamen dann die Partien gegen Lübeck (1:1), Ulm (0:1), Dresden (1:2) und das 1:1 in Regensburg am vergangenen Wochenende dazu, bei dem der Ausgleich des eingewechselten Jahn-Stürmers Elias Huth (81. Minute) mal wieder eine kalte Dusche kurz vor Schluss bedeutete. „Wenn die Spiele knapp sind, passiert es schnell, dass der Gegner zurückkommen kann.

Dafür reicht eine einzelne Flanke. Es ist nicht so, dass es zum Ende hin einen Leistungsabfall gibt. Ich sehe da keine Regelmäßigkeit“, sagt Giannikis auf Nachfrage zum Thema: „Wir haben in 14 Spielen zwölf Gegentore bekommen, wir gehören zu den besten Defensiven der Liga. Regensburg hat auch eine hohe Qualität. Dass wir nicht alles wegverteidigen können, ist klar.“

Bei 15 Spielern läuft der Vertrag aus

Zwar schwebt Sechzig für den Rest der Spielzeit nicht mehr in akuter Abstiegsgefahr und hat derzeit zehn Punkte Vorsprung auf den Halleschen FC auf dem 17. Platz, trotzdem wären gute Resultate besonders zum Ende der Saison wichtig, um Argumente für die Vertragsverlängerungen mit den 15 Spielern zu sammeln, deren Kontrakte aktuell am 30. Juni 2024 auslaufen und die sich noch überlegen, ob sie in Giesing verlängern oder sich eine neue Herausforderung bei einem gefestigteren Verein suchen wollen.

Die vielen verschenkten Punkte haben aber immerhin auch eine positive Seite: Sie zeigen, dass grundsätzlich viel Qualität im Kader vorhanden ist, die sich in dominanten Anfangsphasen und vielen Führungen in den ersten 75 Minuten ausdrückt. Dass die Mannschaft um Kapitän Jesper Verlaat selbst Spitzenteams lange beherrscht, weckt die Hoffnung, dass sich 1860 spielerisch in die richtige Richtung entwickelt.

Liegt es an mangelnder Fitness?

Es sorgt aber auch dafür, dass die Verantwortlichen die Fitnessstandards in der Mannschaft hinterfragen müssen. Schließlich zeugen die späten Gegentore von mangelnder Ausdauer und einer Konzentrationsschwäche in den Köpfen der Spieler. Um zu beweisen, dass die Giannikis-Elf auch in der Schlussphase überzeugen kann, bietet sich schon am Samstag (14. Uhr) die nächste Möglichkeit. Gegen den Pokal-Schreck Saarbrücken könnten die Löwen einen wichtigen Schritt Richtung Klassenerhalt machen – wenn sie es schaffen, auch in der Schlussphase konzentriert zu bleiben.(Vinzent Tschirpke)

Aufrufe: 018.4.2024, 08:43 Uhr
Vinzent TschirpkeAutor