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Spielgruppentagung 2024 Sindelsdorf
Spielgruppentagung 2024 Sindelsdorf – Foto: Tamara Rabuser/or

Schwänzer, passive Referees, viele Absteiger: Spielgruppentagung in Sindelsdorf

„Immer noch zu viel“

Große Themenvielfalt bei der Spielgruppentagung Mitte in Sindelsdorf. Spielmodus, Schiedsrichter und sonstige Problematiken.

Erhard Mach ist der Typ Funktionär, der stets versucht, die mannigfaltigen Wünsche der Klubs bestmöglich in Einklang zu bringen. Vereinzelt gibt es aber sogar bei ihm Momente des Unverständnisses. Vor allem dann, wenn Vereinsvertreter den Spielgruppentagungen fernbleiben, die als Pflichtveranstaltung deklariert sind. Und so zählte Mach nun in Sindelsdorf, wo sich die Gruppe Mitte traditionell trifft, vor versammelter Runde die Schwänzer auf: „SV Raisting, DJK Waldram, 1. FC Garmisch-Partenkirchen, Geto-Dacii Garmisch-Partenkirchen, SV Eurasburg, SC Pöcking und SV Krün.“

Alter Spielmodus wird aufgelöst

Im Zeichen der Veranstaltung stand die finale Aufarbeitung des gescheiterten Probelaufs, ein neues Spielmodell einzuführen. Mach räumte ein, dass der über zwei Saisons getestete Modus „gnadenlos niedergeschlagen“ wurde. Anschließend ging es mit den Folgen der Rückabwicklung weiter, die auch schon bei der Tagung der Spielgruppe West in Raisting Thema waren (wir berichteten). Die Kurzfassung: früherer Saisonstart, vermehrter Abstieg, schwierige Einteilung.

Für die beiden Kreisligen sind zwei Direktabsteiger und vier Releganten vorgesehen. In der Kreisklasse gar drei Direktabsteiger (bei 15er-Ligen, sonst zwei) sowie je zwei Releganten. „Die Mehrheit der Arbeitsgruppe stimmte für diese Variante“, verriet Mach. Andernfalls dauere es zwei weitere Runden, um die Spielklassen zu vereinheitlichen. Aus der B-Klasse steigt 2025 nur der Meister auf. In der C-Klasse könnte gleichwohl eine Neuerung eintreten, die es quantitativ wie qualitativ starken Teilnehmern ermöglicht, direkt für die B-Klasse zu melden. „Ist aber noch Vorgeplänkel“, bremst Mach.

Referees und Unsportlichkeiten

Zudem berichtete Thomas Schumann vom Sportgericht über „rückläufige Unsportlichkeiten“, was rohes Spiel und Tätlichkeiten angeht. „Ist aber immer noch zu hoch“, stellte er klar. Als gravierend ordnete er den Einzelfall vom 7. Mai ein. Bei der A-Klassen-Partie zwischen dem SC Deining und dem TSV Wolfratshausen wurde der Schiedsrichter zunächst beschimpft („Bist du blind?“). Der Unparteiische zückte deshalb die Rote Karte, woraufhin der Spieler im Vorbeigehen den Mann mit der Schulter gegen die Brust rempelte. Der Referee stürzte, schlug mit dem Hinterkopf auf dem Boden auf und klagte später über Schwindel. Schuhmann betonte: „Das hat auf dem Fußballplatz nichts zu suchen.“

Gesunken ist auch der unzulässige Einsatz nicht spielberechtigter Akteure. Die Nichtantritte haben sich um satte 41 auf zuletzt 206 verknappt. „Trotzdem zu viel, vor allem an den letzten drei Spieltagen.“ Fortan wird dabei neben der üblichen Geldstrafe auch eine Kilometerpauschale für die Anreise fällig. Schiedsrichter-Obmann Klemens Wind bedauerte die Vielzahl an passiven Referees. Zudem können einige Unparteiische an den vielen Wochenenden nur bedingt eingeteilt werden, weil sie selbst aktiv spielen. Ein weiteres Problem ist die hohe Zahl an Landes- und Bezirksliga-Gespannen, da in diesen Ligen Linienrichter vonnöten sind. Zudem gibt es derzeit lediglich drei Förderschiedsrichter für die Kreisliga. Kernproblem aber sei die massive Vakanz im Bereich zwischen 30 und 60 Jahren. Einmal mehr verwies Obmann Wind auf die angebotenen Neulingskurse.

Letzter Spieltag Anfang Juni

Der letzte Spieltag ist für den 31. Mai 2025 vorgesehen, die Relegation soll am 9. Juni abgeschlossen sein. Allerheiligen als Spieltag anzusetzen, ist kein Tabu mehr. Ostern werde prinzipiell montags gekickt. Das Ansinnen des SV Uffing II, FC Kochelsee Schlehdorf II und SV Warngau, Heimspiele ausnahmslos freitags abzuhalten, wurde von den jeweiligen Ligakonkurrenten mit einer Ausnahme abgenickt. Des Weiteren verwies Mach auf die steigende Zahl an Spielgemeinschaften. 702 sind es aktuell in Oberbayern inklusive Jugend, 44 im Zugspitzkreis. (Oliver Rabuser)

Aufrufe: 012.7.2024, 06:23 Uhr
Oliver RabuserAutor