2024-07-12T13:30:11.727Z

Spielbericht

Sieg in der Nachspielzeit

Nein! Es sollte nicht immer so spannend sein. Aber mal ehrlich: Genau so macht es als Zuschauer am meisten Spaß. Auch wenn man ,durch die Vereinsbrille betrachtet, gerne zu einem früheren Zeitpunkt klare Verhältnisse gehabt hätte, war diese enge Kiste am Sonntagnachmittag gegen den VfL Pirna-Copitz 07 ein echter Krimi, bei dem man bis in die Nachspielzeit mitfiebern, mitzittern musste.

Auf einigen Positionen musste BSC-Trainer Florian Butter zwangsläufig wieder einmal umstellen, da Paul-Luis Eckardt sowie Nick Röthling am vergangenen Wochenende ausfielen. Mit den Rückkehrern Philipp Dartsch und Jonas Hartwig wurden die entsprechenden Positionen allerdings gut kompensiert.

In den ersten Minuten kamen die Rapidler nicht zu ihrem gewohnten Kombinationsspiel, da die Gäste geschickt die Räume zumachten und bereits früh im Mittelfeld in die Zweikämpfe gingen. Erst nach einer gefühlten Viertelstunde wachte der BSC auf und setzte mit Gaida, Weigel oder Dartsch eigene Nadelstiche. Im weiteren Verlauf hatten beide Teams Möglichkeiten, um in Führung zu gehen, doch bis zur Halbzeit passierte nichts Zwingendes.

Kurz nach Wiederanpfiff passierte dann ein eklatanter Abspielfehler im Abwehrverband der Gastgeber, den Florian Eisoldt eiskalt zur 1:0-Führung für Pirna-Copitz nutzte. Das die Gäste, wie sie in ihrem eigenen Spielbericht angaben, den Ton in diesem Abstiegskrimi angaben, können wir so nicht bestätigen. Nach dem Rückstand nämlich wachten die Chemnitzer zunehmend auf und fokussierten sich dabei insbesondere auf die linke Pirnaer Seite, wo man bei den Gästen scheinbar die Schwachstelle ausmachte. Doch es kam vorerst im weiteren Spielverlauf zu wenig heraus, um Pirna ernsthaft in Gefahr zu bringen, da die Gäste nun ihre eigene Gefahrenzone mit Mann und Maus verteidigten.

Mit der Einwechslung von Robin Hölzel in der 73.Spielminute begann die ominöse Schlussviertelstunde der Rapidler. Chemnitz machte Druck und zwang Pirna zu etlichen Fehlern, die vorerst noch unbestraft blieben. Dann die 87.Minute: Der eingewechselte Hölzel wird perfekt angespielt und setzt sich im gegnerischen Strafraum gleich gegen zwei Abwehrspieler durch und schiebt aus spitzem Winkel den Ball ins lange Eck – 1:1!

Nun begann das große Flattern bei den Gästen, denn die Rapidler wollten mehr, wollten den Sieg. Damit war Pirna völlig überfordert und sie machten in der Folge weitere Fehler, weil die Kappler Jungs plötzlich mit einer ganz anderen Körpersprache auftrumpften. Ein Punkt wäre aus Kappler Sicht in der Konstellation gegenüber den Mitkonkurrenten zu wenig gewesen. Daher investierten Weigel, Gaida und Co. noch einmal ungeahnte Kräfte. Weigel wird in der 90.Minute im Strafraum gefoult und musste behandelt werden. In der Zwischenzeit nahm sich Gaida den Ball, um im Anschluss gegen VfL-Keeper Schiller anzutreten. Schiedsrichter Pirogov gab grünes Licht und Gaida schiebt den Ball flach ins linke untere Eck – 2:1 (90+1). Spiel also gedreht mit einem Lucky Punch!

Führungen, Rückstände und auch Aufholjagden gehören offensichtlich nun zum Programm im Abstiegskampf der Kappler. „Das war mehr Drama als notwenig“, sagte BSC-Trainer Butter gegen Pirna, der „ein starkes Signal von den Jungs“ gesehen hat. Mit dem dritten Dreier in Folge hat sich die Situation stabilisiert, aber sie hat sich keineswegs entspannt. „Entscheidend für die nächsten schweren Spiele ist immer der Kopf, der Glaube an die eigene Stärke und an die Geschlossenheit als Mannschaft“, fügte Rapid`s Trainer noch hinzu.

Aufrufe: 04.5.2023, 06:13 Uhr
Carsten MolchAutor