2024-02-22T15:00:42.116Z

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Fast alle Spieler haben den Verein, nach dem Abstieg in die C-Liga, im Sommer verlassen. Die Verantwortlichen bauten eine komplett neue Mannschaft auf. (Foto:2019)
Fast alle Spieler haben den Verein, nach dem Abstieg in die C-Liga, im Sommer verlassen. Die Verantwortlichen bauten eine komplett neue Mannschaft auf. (Foto:2019) – Foto: Parker

SG Munzur 62 Wiesbaden: Erfolg trotz enorm schwerer Bedingungen

Kompletter Neustart im vergangenen Sommer +++Mannschaft möchte sich wieder in der A-Liga etablieren

Wiesbaden. Nach dem Zusammenschluss des SKC Munzur Wiesbaden und des FC 62 Wiesbaden vor sechs Jahren ging es für die Spielgemeinschaft bergab. Aus der Kreisoberliga ging es runter in die C-Liga, wo Tolga Yildiz zusammen mit Ilhan Üc die Mannschaft im vergangenen Sommer übernahm.

Strukturelle Probleme führten zum Abstieg

Ein Verein lebe von den ehrenamtlichen Personen im Hintergrund, die sich um die Organisation und den reibungslosen Ablauf kümmern, Trikots waschen und vorbereiten, die Mannschaft betreuen und vieles mehr. All diese Aufgaben habe eine Person getragen. "Auf Dauer war das nicht tragbar", sagt Trainer Yildiz. Teilweise seien Trainingseinheiten oder sogar Spiele abgesagt worden.

Gründung der Spielgemeinschaft zieht den SKC runter

Vor dem Zusammenschluss der beiden Mannschaften sei der SKC Munzur ein stabiler Verein gewesen, der in der Kreisliga B und die ein oder andere Saison sogar um den Aufstieg spielte. Eigentlich ginge man die Spielgemeinschaft ein, um die Stärken beider Mannschaften zu bündeln und am Ende noch erfolgreicher zu sein, doch dieser Versuch scheiterte.

Kompletter Neustart im vergangenen Sommer

Nach dem Abstieg in die C-Liga verließ nicht nur ein großer Teil der Spieler den Verein, sondern auch das alte Trainerteam. Yildiz und Üc übernahm die neue Mannschaft und bauten sie komplett neu auf. Auch im Hintergrund baut der Verein wieder ein Team auf, welches sich um die gesamte Organisation kümmert. Dazu zählen Hasan Urun, Cemal Karacan und Spieler wie Güney Erdogan. Nach weiteren Helfern suche der Verein weiter händeringend.

Seit Beginn der Saison trainiert und spielt die SG auf einem neuen Kunstrasenplatz in der Waldstraße, wo der Verein nun endlich beheimatet sei. Direkt am Sportplatz wird derzeit ein Vereinsheim samt Funktionshaus für den SKC Munzur Wiesbaden gebaut. Die Fertigstellung wird für die nächste Saison erwartet.

Zu dem Neustart im vergangenen Sommer gehört auch die Auflösung der Spielgemeinschaft, die nach Ende der Saison stattfinden wird. "Es ist nur noch eine formale Sache. Die Spieler spielen sowieso schon unter dem Projekt des SKC", sagt der Trainer. Die Mannschaft wird dann wieder SKC Munzur Wiesbaden heißen.

Viele Nationalitäten vereint

Die neue Mannschaft des SKC ist eine bunt gemischte, mit mindestens sechs bis sieben verschiedenen Nationen. Der Name Munzur stammt von einem Fluss in der Region Dersim (Ostanatolien)". "Wir sind offen für jeden Spieler. Wer Spaß am Fußball hat und ein familiäres Umfeld schätzt, passt zu uns", sagt Yildiz.

Extreme Bedingungen schweißen die Mannschaft zusammen

Unter den Bedingungen, unter denen die Spielgemeinschaft momentan spielt, würde nicht jeder spielen. Solange das neue Funktionsgebäude noch nicht fertiggestellt ist, müssen Mannschaft und Gegner erst einmal eine kleine Wanderung unternehmen, um zu den Kabinen und den Duschen zu gelangen. "Gerade jetzt im Winter ist das wirklich nicht schön. Manche Gegner sind natürlich total genervt", sagt der Trainer. Das in den Duschen seit September 2022 nur kaltes Wasser läuft macht es unangenehm für Spieler und Schiedsrichter.

Doch anstatt, dass die Mannschaft sich von diesen Hürden unterbekommen lässt, schweißt es die Mannschaft zusammen. Ohne den normalen Standard, den die anderen Vereine genießen dürfen, bauten die Verantwortlichen mit ihrer Mannschaft eine Einheit auf, die es so schon lange nicht mehr im Verein gab.

Der Spaß am Sport hat trotz ambitionierter Ziele höchste Priorität

Momentan steht die Spielgemeinschaft auf dem dritten Platz der C-Liga, punktgleich mit der TSG Kastel 46 II, die auf dem zweiten Platz steht. "Zum Ende der Saison streben wir den Relegationsplatz an. Momentan sieht es wirklich gut aus", sagt Yildiz. Mittelfristig möchte er die Mannschaft wieder mindestens in der A-Liga etablieren.

Trotz dieser ambitionierten Ziele steht im Training der Spaß an oberster Stelle. "Durch den Erfolg kam auch der Spaß zurück", sagt der Trainer. Im Training hat Yildiz im Schnitt 15 Spieler, die auf hohem Niveau trainieren. Dabei liege der Fokus vor allem auf der Verbesserung der Schwächen und dem Ausbauen der Stärken. Test-oder Trainingsspiele werden gefilmt und jeden Freitag bei den Spielerbesprechungen ausgewertet und besprochen.

Das Training wird so gestaltet, dass vor allem der Spaß nicht zu kurz kommt. Am wichtigsten ist der Respekt für ihn, auf dem zweiten Platz steht schon der Spaß, danach kommt die Disziplin, die von den Spielern erwartet wird, und als letztes kommt der Erfolg. "Ich muss nicht unbedingt aufsteigen, wenn alles andere dabei auf der Strecke bleibt", sagt er.

Großes Miteinander ist der Schlüssel zum Erfolg

"Wir sind eine Einheit, eine Mannschaft. Keiner macht alles alleine, das macht uns aus", sagt Yildiz stolz. Einen besonderen Spieler hervorheben kann er auch nicht, denn es sei die Leistung der gesamten Mannschaft, die zum Erfolg führt.

Trotzdem freut er sich besonders über Neuzugang Moritz Tischer, der vom FV Biebrich 2 kommt. "Er ist ein völlig neuer Spielertyp für uns, der uns nach dem Weggang von Leon Geissler sicherlich weiterhelfen wird", sagt der Trainer.

Besonders viel Wert legt die Mannschaft auf Kommunikation, denn nur so sei es möglich, das Miteinander zu stärken und die Freude am Sport und den regelmäßigen Trainings hochzuhalten.

Aufrufe: 01.2.2023, 08:00 Uhr
Jana PinkelAutor