2024-06-24T10:12:48.875Z

Spielbericht
– Foto: Softik Miller

Schluss- Drama in Gievenbeck mit zwei Roten Karten

Der couragierte Auftritt seiner Mannschaft konnte Kevin Brümmer letztlich nicht mehr trösten. Trotz einer bärenstarken zweiten Halbzeit, in der man erst den Rückstand egalisieren konnte und dann sogar an den drei Punkten dran war, machte am Ende ein individueller Fehler die komplette gute zweite Halbzeit zunichte. Für Florian Reckels war es ein sehr emotionales Spiel, erst die Verabschiedungen wie unter anderem die Vereinslegende Beyer oder Shootingstar Frese, dann noch sein letztes Heimspiel als Gievenbecker Trainer. Viel Gesprächsstoff also rund um das Spiel.

Florian Gondrum fehlt im Kader und im Spiel
Es gab schon vor Anpfiff an viel zu diskutieren, anders als auf dem Spielberichtsbogen startete nicht Piet Bräuning, sondern Fraundörfer. Auf Brünninghausen Seite musste man auf einen sehr wichtigen Leistungsträger im Sturm verzichten, denn Florian Gondrum war privat verhindert. Kevin Brümmer gibt aber Entwarnung. Am letzten Spieltag steht der Routinier wieder zur Verfügung.

Guter Start von Brünninghausen- Drei Chancen, aber kein Tor


Es dauerte bis das Spiel an Fahrt aufnahm, beide Mannschaften tasten sich eine Weile ab bevor mit jeder gespielten Minute das Spiel besser wurde. In den ersten 20 Minuten hatte Gievenbeck mehr Spielanteile zu verzeichnen, während der Gast die Chancen zur Führung hatte. Pech im Abschluss und das Problem der Chancenverwertung machten einen Strich durch die Rechnung.

„Von den Spielanteilen her war die erste Halbzeit lange ausgeglichen. Die Mehrchancen hatten aber wir. Bis auf das Tor von Gievenbeck hatten die nicht wirklich viele Torchancen gehabt"so Brümmer.

Die Gäste erwischen den besseren Start

Drei gute Möglichkeiten innerhalb weniger Minuten vergaben die abstiegsbedrohten Gäste. Erst hatte Eschaus den Gewaltschuss von Onur Tekin im Nachfassen sicher(12.), dann hatte Karyagdi Pech, als er frei stehend zum Kopfball kam(14.), dann vergab auch Liskunov nach einer Ecke von Azzam aus spitzem Winkel(18.). Im Gegenzug machten die Hausherren in Person von Niklas Frese, der zu einem Wechsel zu Schalke 04 U23 steht, das 1:0 eiskalt.(20.)

Niklas Frese in aufstrebender Form

Das 1:0 ärgert auch den Brünninghausen Spielertrainer "Das müssen wir besser verteidigen. Wir machen wieder einen Stellungsfehler bei dem langen Ball. Dann legt er sich den Ball gut vor und wir verlieren ihn im Zentrum"

Hätte Lorenz beim nächsten Frese versuch, den Ball nicht von der Linie geklärt, wäre bei einem 2:0 wohl die Lichter schon aus gewesen(24.). Bis zur Halbzeitpause hatte Gievenbeck Feldvorteile zu verzeichnen und das Spiel ohne vorne gefährlich zu werden kontrolliert.


"Bis zur Pause war es dann relativ ausgeglichen. Gievenbeck hatte noch ein oder zwei Chancen, aber im Ganzen war es ein Spiel auf Augenhöhe"schilderte der Brünninghausen Spielmacher

Die Überlegenheit und Sicherheit im Ballbesitz prägte das Brünninghausen Spiel in der zweiten Hälfte. Spielertrainer Kevin Brümmer, der in der Halbzeitpause einen Doppelwechsel vollzog, brachte sich selbst und Trapp für Azzam und Mattern ins Spiel. Kevin Brümmer sorgte für Ruhe am Ball und beruhigte das Spielgeschehen. Seine Ausstrahlung brachte mehr Sicherheit ins Spiel. Es war eine Ecke des eingewechselten Brümmer, der im Zentrum den Kopf des ebenfalls eingewechselten Trapp fand. Durch das 1:1 fand Gievenbeck kaum mehr ins Spiel, brachte sich selbst des Öfteren in Bredouille. Ein Linksschuss von Brümmer entschärfte Eschhaus im Kasten stark(52.). Viele Fehlpässe im Spielaufbau ließen die Sicherheit im Gievenbecker Spiel verschwinden. Im Mittelfeld hatte Brünninghausen ein Übergewicht erspielt und war nun griffiger in den Zweikämpfen. Karyagi besaß die beste Möglichkeit für seine Elf, sein Schuss stricht jedoch nur hauchdünn am Torpfosten vorbei. Der Torschrei lag ihm dabei schon auf den Lippen, umso ärgerlicher war es, dass die Gäste sich die gute zweite Halbzeit mit wenigen Aktionen selbst kaputt gemacht hatten. Erst spielte Lorenz in der Innenverteidigung einen völlig blinden Pass genau in die Füße von Martin, der sich nicht zweimal bitten ließ.

Kevin Brümmer zu seiner eigen Roten Karte"Dummheit von mir"

Dann sah Bokemueller die Rote Karte von Schiedsrichter Jonathan Lautz. Die Situation um die Rote Karte von Bokemueller konnte auch Kevin Brümmer nicht wirklich auflösen "Ich war zu weit weg, um die Aktion beurteilen zu können. Er hat wohl was zum Schiedsrichter gesagt". Innerhalb von wenigen Minuten sammelte zu allem Übel dann auch Spielertrainer Kevin Brümmer innerhalb von wenigen Minuten zwei Gelbe Karten, was in Summe die Gelb/Rote zur Folge hatte. "Das war eine dumme Aktion von mir, es war ein klares Foul in der Situation. Ich falle dann zu Boden, weil der Gegenspieler mich blockiert und klatsche dann anschließend hämisch in Richtung des Unparteiischen" gibt Brümmer selbstkritisch zu. Mit neun gegen elf war das Spiel in der Schlussphase gelaufen.

Läuferisch und kämpferisch kann man den gegen den Abstieg kämpfenden Gästen keinen Vorwurf machen, dennoch schafft man es zu selten sich vor dem Tor gegen die starke Defensive der Gievenbecker zu behaupten. Die Mannschaft von Kevin Brümmer schaffte es einfach zu selten in den Ballbesitzphasen bis in den Strafraum zu kommen. Von den Gievenbecker war in der zweiten Halbzeit kaum mehr was zu sehen, erst in der letzten Viertelstunde ging ein Ruck durch die Mannschaft.

Martin erzielt in einer intensiven Schlussphase den Lucky Punch

Die Körpersprache änderte sich, man bündelte die letzten Reserven und kam durch den Pfostenknaller von Frese(80.) erstmals in Halbzeit zwei gefährlich vor das Tor. Erneut Mann des Spiels Frese hätte mit seiner nächsten Möglichkeit den Sack zu machen können, jedoch war noch Broda im Tor zur Stelle und verhinderte im Eins gegen Eins das mögliche 3:1 für die Hausherren(84.) Nach Schlusspfiff feierten die einen ihr letztes Heimspiel und den Abschied des Trainers wie einiger anderen Spieler, die den Verein verlassen werden. Auf der anderen Seite herrschte Ratlosigkeit und Fassungslosigkeit, die Niederlage war gefühlt wie der Abstieg in die Westfalenliga. Hoffnung bleibt aber noch, jedoch hat man den Klassenerhalt nicht in der eigenen Hand, sondern muss nun schauen, was die Konkurrenz um Rheine und Bövinghausen machen.

Mit dem Auftritt in der zweiten Hälfte können die Gäste zufrieden sein. Nur das Resultat passt nicht mit der Leistung zusammen.

"Wir kommen sehr gut aus der Halbzeit raus, machen verdient den Ausgleich. Bis zur 70 Minute fand ich hatten wir das Spiel unter Kontrolle. Das Momentum hatten wir auf unsere Seite gezogen. Dann verlieren wir das Spiel durch einen individuellen Fehler. Das ist sehr bitter"


Gievenbeck Trainer Florian Reckels zog folgendes Fazit zum Spiel:

"Ich fand, das Spiel hatte krasse Phasen. Es war ein Wechselbad der Gefühle. Brünninghausen war gut drin, dann finden wir mit dem 1:0 besser ins Spiel. In der Phase müssen wir dann das 2:0 nachlegen. Dann finde ich kam wieder Brünninghausen besser aus der Halbzeitpause und machte viel Druck auf unser Tor. Mit der Ecke machen die dann zu dem Zeitpunkt das verdiente 1:1. Wir verteidigen dann ganz gut und haben hinten raus durch Frese gute Möglichkeiten gehabt. Treffen einmal den Pfosten, beim zweiten Mal klärt der Torwart hervorragend. Unterm Strich geht der Sieg in Ordnung."

Aufrufe: 018.5.2024, 17:57 Uhr
Softik MillerAutor