2024-07-11T13:55:35.092Z

Allgemeines
– Foto: Eibner

Ab der neuen Saison: Beruhigungspausen im Amateurfußball gegen Gewalt

Der DFB erweitert den Handlungsspielraum für Schiedsrichter

Ab der kommenden Saison können Schiedsrichter im Amateurfußball bundesweit Beruhigungspausen anordnen, um hitzige Spielsituationen zu entschärfen. Diese Maßnahme, die bereits in Württemberg getestet wurde, ist Teil des neuen „DFB-STOPP-Konzepts“ zur Gewaltprävention auf den Plätzen.

Zur neuen Saison des Amateurfußballs führt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) eine bemerkenswerte Neuerung ein: Schiedsrichter dürfen künftig sogenannte Beruhigungspausen einlegen, um auf dem Spielfeld für mehr Ruhe zu sorgen. Diese Entscheidung folgt einem erfolgreich durchgeführten Pilotprojekt im Landesverband Württemberg und wird nun deutschlandweit umgesetzt.

Das „DFB-STOPP-Konzept“, das am Mittwoch vom DFB vorgestellt wurde, startet im Sommer und zielt darauf ab, die Maßnahmen gegen Gewalt im Amateurfußball zu verstärken. Die Beruhigungspausen bilden das Herzstück eines umfassenden Präventionspakets, das für alle Altersklassen im Männer-, Frauen- und Jugendbereich unterhalb der Regionalliga gilt.

Sichtbares Signal für Beruhigungspausen

Schiedsrichter können die Beruhigungspausen durch ein spezielles Signal einleiten: Nach einem Pfiff heben sie beide Arme über den Kopf, überkreuzen die Handgelenke und strecken dann die Arme auf Schulterhöhe voneinander weg. Dies signalisiert den Spielern, sich in ihre Strafräume zu begeben. Im Anschluss informieren die Unparteiischen Trainer und Kapitäne im Mittelkreis über den Grund und die Dauer der Pause.

Weitergehende Maßnahmen zur Gewaltprävention

Das „DFB-STOPP-Konzept“ umfasst jedoch mehr als nur die Beruhigungspausen. Es beinhaltet auch Schulungen für Vereine, Unterstützung bei strafrechtlichen Anzeigen, spezielle Ansprechpersonen für Schiedsrichter und Aktivitäten, die den Perspektivwechsel fördern sollen.

Ronny Zimmermann, 1. DFB-Vizepräsident Amateure, betonte die Notwendigkeit dieser Maßnahmen: „Die Stimmung auf vielen Sportplätzen ist leider häufig zu aggressiv und von Respektlosigkeiten geprägt. Das ist inakzeptabel und erfordert weitere Bemühungen, die wir nun auf den Weg gebracht haben.“ Ziel sei es, ein respektvolles Miteinander auf und um die Fußballplätze zu erreichen.

Ronny Zimmermann, 1. DFB-Vizepräsident Amateure, sagt: "Trotz zahlreicher Maßnahmen der Verbände kommt es immer wieder zu Gewaltvorfällen beim Fußball – vor allem gegenüber Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern. Die Stimmung auf vielen Sportplätzen ist leider häufig zu aggressiv und von Respektlosigkeiten geprägt. Das ist inakzeptabel und erfordert weitere Bemühungen, die wir nun auf den Weg gebracht haben. Unsere Maßnahmen erstrecken sich von der Gewaltprävention über die Unterstützung betroffener Unparteiischer bis zur konsequenten Bestrafung der Täter. Ziel ist und bleibt es, auf und um die Fußballplätze ein vernünftiges, von Respekt und Anstand geprägtes Miteinander zu erreichen".

Mit dem „Konzept STOPP“ erhält das Schiedsrichterwesen im Amateurfußball ein wirksames Mittel zur Deeskalation. „Wir möchten unseren Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern eine konkrete Handlungsanweisung geben, um eine drohende Eskalationsspirale zu stoppen und dynamische sowie überemotionale Abläufe während eines Spiels gezielt zu unterbrechen“, erklärte der Württembergische Fußballverband (wfv). Die Unterbrechung wird durch die aus anderen Sportarten bekannte „T“-Geste angezeigt, und die verlorene Zeit wird nachgespielt.

Wie das Projekt im gesamten Bundesgebiet konkret umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Es reiht sich jedoch in eine Serie von Maßnahmen ein, die den Ermessensspielraum der Unparteiischen erweitern sollen. Bereits zuvor haben die Landesverbände Bayern, Hessen und Saarland die Zeitstrafe wieder eingeführt, die 1991 mit der Gelb-Roten Karte abgeschafft worden war.

Aufrufe: 05.6.2024, 12:11 Uhr
redAutor