
Felix Heim, seit 2024 Offensivakteur bei der SpVgg Bayreuth, gilt als modernen Flügelstürmer: schnell, technisch versiert - und mit einem Werdegang ausgestattet, der ihn bereits durch fast alle deutschen Regionalligen geführt hat.
Seine Vita liest sich trotz seines jungen Alters (Baujahr 2001) wie eine kleine Landkarte des deutschen Fußballs. Ausgebildet unter anderem in der Jugend der Stuttgarter Kickers und des VfB Stuttgart, zog es ihn früh in die Ferne. Mit den Stationen Rot-Weiß Essen und Alemannia Aachen (Regionalliga West) sowie SGV Freiberg (Südwest) und FC Gütersloh konnte er reichlich Erfahrung in verschiedenen Staffeln sammeln. Dass er sich im Sommer vor zwei Jahren für den Wechsel zur "Oldschdod" nach Oberfranken entschied, erwies sich durchaus als Win-Win-Situation für beide Seiten.
Nachdem er im Herbst 2025 durch einen Wadenbeinbruch heftig ausgebremst wurde und mehrere Monate pausieren musste, hat er sich eindrucksvoll zurück in die Startelf gekämpft. Mittlerweile ist er wieder der gewohnte Aktivposten, der nicht nur selbst abschließt, sondern durch seine Läufe immer wieder Räume für seine Mitspieler schafft. In der aktuellen Saison konnte er bis dato fünf Treffer erzielen und zählt zum offensiven Stammpersonal von Trainer Lukas Kling.
Heim bringt eine gewisse „Frechheit“ auf den Platz, die man in der oft physisch betonten Regionalliga Bayern braucht. Mit einer Körpergröße von 1,78 Meter nutzt er seinen tiefen Körperschwerpunkt vor allem für schnelle Richtungswechsel im Eins-gegen-Eins.
Wenn Felix Heim fit bleibt und seine Effektivität vor dem Tor weiter steigert, dürfte der Weg des 24-Jährigen noch lange nicht am Ende sein. Bei der "Oldschdod" scheint er jedenfalls ein Umfeld gefunden zu haben, in dem sein Spielstil gut zur Geltung kommt.
Felix: Wie zufrieden bist du mit dem bisherigen Saisonverlauf? Was läuft gut, was weniger gut?
Generell können wir mit der bisherigen Saison nicht zufrieden sein. Unser Anspruch ist es, einen Platz in der oberen Tabellenhälfte zu erreichen. Wir sind gut aus der Winterpause herausgekommen - und wollen das jetzt aufrecht erhalten.
Wenn du im Strafraum stehst und der Ball kommt – wie viel davon ist antizipierter Plan und wie viel purer Stürmer-Instinkt?
Da ich ja nicht der klassische Stürmertyp bin, sind es meistens antizipierte Pläne, indem ich das Eins-gegen-Eins mit Zug zum Tor gewinne - und dann den Ball reinmache!
Kann man das Toreschießen eigentlich lernen? Oder ist man am Ende einfach mit diesem einen Gen geboren, das andere nicht haben?
Das gewisse Stürmergen sollte man haben. Als ich klein war, hab ich mich auch immer mit meinem Bruder darüber gestritten, wer ins Tor muss und wer schießen darf (lacht). Dass heißt: Tore schießen hat mir immer schon Spaß gemacht, jedoch bringt das alles ohne eine gewisse Übung nichts.
Welcher Abwehrspieler oder welcher Torwart in der Regionalliga Bayern hat dir bisher das Leben am schwersten gemacht - und warum?
Angelo Brückner, der zuvor bei Bayern II spielte und jetzt mein Mannschaftskollege ist.
Hast du ein spezielles „Torgarantie-Ritual“?
Meine persönlichen Abläufen vor dem Spiel sind eigentlich immer gleich. Ich hatte letztes Jahr mal eine Serie, bei der ich immer getroffen habe, als mir ein mein Kumpel Mike Gunna die Haare geschnitten hat...

Was macht das Toreschießen in der Regionalliga Bayern im Vergleich zu anderen Ligen so speziell?
Die Plätze sind aufgrund meiner Spielweise eher herausfordernd, aber das lass ich als Ausrede nicht zählen. Von daher gibt es für mich keinen Grund, nicht zu treffen.
Welches Tor deiner bisherigen Karriere würdest du dir am liebsten jeden Abend vor dem Einschlafen noch einmal ansehen?
Mein erstes Tor nach meiner sechsmonatigen Verletzungspause im Duell gegen Eichstätt. Einerseits war es mein erstes Spiel nach einer langen Leidenszeit, andererseits war es direkt ein wichtiger Treffer für die Mannschaft in einer engen Partie. Daher hat dieses Tor einige Emotionen bei mir ausgelöst.
Wenn du dir ein Tor aussuchen dürftest, das du diese Saison noch schießt: Wäre es der technisch perfekte Fallrückzieher oder der dreckige Abstauber in der 94. Minute zum Derbysieg?
Es wäre der Abstauber zum Derbysieg, da ich mit diesem Tor der Mannschaft am meisten helfen würde.

Wer in deiner Mannschaft serviert dir die Bälle so perfekt auf dem Silbertablett, dass du dich nach dem Tor eigentlich nur beim Vorlagengeber bedanken müsstest?
Da fällt mir direkt Marco Zietsch ein: Sein Steilpass im ersten Spiel der Saison in Ansbach war ein Assist wie auf dem Silbertablett serviert. Da erwarte ich in den restlichen Begegnungen noch ein paar Sahnepässe.
Von welchem Weltklasse-Stürmer hast du dir in deiner Jugend (oder heute noch) eigentlich die meisten Tricks abgeschaut?
Abgeschaut hab ich mir immer viel von Cristiano Ronaldo, da er mein Vorbild ist. Tipps hab ich immer viele von meinem Vater bekommen der, auch Flügelspieler war.
Hast du dir für diese Saison eine bestimmte Torquote vorgenommen? Oder zählt am Ende wirklich nur der Tabellenplatz der Mannschaft?
Die angestrebte Torquote musste ich aufgrund meiner langen Verletzung im Winter anpassen - aber vorrangig steht natürlich der Mannschaftserfolg, bei dem ich versuche, meinen maximalen Teil dazu beizutragen.

Abschließend: Wo steht deine Mannschaft am Ende dieser Regionalliga-Saison?
Wir wollen schnellstmöglich die untere Tabellenhälfte verlassen - und am Ende auf einem einstelligen Tabellenplatz stehen.
Dafür alles Gute! Vielen Dank für deine Zeit und die Beantwortung unserer Fragen.