
Die Arbeitsgruppe Regionalliga-Reform hat sich in ihrer fünften und erstmal letzten Sitzung auf einen gemeinsamen Kurs verständigt. Einstimmig wurde erörtert, dass die Regionalliga viergleisig werden soll, zudem werden zwei Modelle zur Entscheidungsfindung an die Regional- und Landesverbände empfohlen. Eine Umsetzung könnte in zwei Jahren Realität werden.
Die AG Regionalliga-Reform ist eine Arbeitsgruppe, die beauftragt wurde, nach einer Lösung für das große Problem der Regionalligen zu finden: Es gibt fünf Ligen, aber nur vier Aufstiegsplätze zur 3. Liga, entsprechend kann ein Meister jährlich nicht aufsteigen. Während die Regionalligen West und Südwest wegen der Größe ihrer Landesverbände gesetzt sind, steigen die Meister der Regionalligen Bayern, Nord und Nordost im Wechsel auf - zwei Vertreter ermitteln den vierten Aufsteiger in einer Relegation.
Nach dem AG-Treffen im Februar stand das Kompassmodell hoch im Kurs. Hier sollen die Gruppen jährlich neu nach den kürzesten Fahrtstrecken zusammengesetzt werden. Das hat für größere Diskussionen gesorgt, aber auch Zustimmung gefunden. Wichtig ist zu erwähnen, dass die Arbeitsgruppe nicht beschlussfähig ist. Die Landes- und Regionalverbände können die Vorschläge der AG ablehnen, wahrscheinlich ist das aber nicht.
Am Mittwoch wurde jedenfalls Einigkeit für die Lösungsvorschläge erzielt: Einstimmig wurde entschieden, dass die Regionalliga viergleisig werden soll. Der DFB teilt mit: "Die Arbeitsgruppe hat sich darauf geeinigt, der Präsidentenkonferenz zwei Modelle als mögliche Lösungsvorschläge zur weiteren Entscheidungsfindung vorzulegen."
Neben dem Kompassmodell wird auch das Regionenmodell vorgeschlagen. "Hier würden aus den Regionalligen Nord, Nordost und Bayern zwei Staffeln gebildet werden. Die Regionalligen West und Südwest würden in ihrer jetzigen Form bestehen bleiben", heißt es in einer Erklärung. Das ist eine spannende Entwicklung, schließlich wurde dem Westen und Südwesten vorgeworfen, sich gegen das Kompassmodell zu stellen. Dem hat der Westdeutsche Fußballverband (WDFV) widersprochen.
„Die Diskussionen waren intensiv und nicht einfach, aber immer konstruktiv. Wir wollten konkrete Lösungsvorschläge vorlegen, mit denen die zuständigen Gremien der Verbände arbeiten und umgehen können. Ich freue mich, dass uns das gelungen ist. Jetzt geht es in die weitere Entscheidungsfindung unter Einbeziehung der betroffenen Vereine", erklärt Dr. Michael Vesper, Vorsitzender der AG.
Als vorerst letzte Empfehlung spricht die Arbeitsgruppe den Regionalliga-Trägern aus, ein Meinungsbild der Vereine einzuholen, um dann den Entscheidungsprozess einzuleiten. Sollte es zur baldigen Entscheidung zugunsten einer Regionalliga-Reform kommen, würde die Saison 2027/28 zur Qualifikationssaison werden. Erstmals im neuen Modell ginge die viergleisige Regionalliga dann 2028/29 an den Start.
Die Konferenz der Regional- und Landesverbandspräsidenten hat sich im September 2025 auf folgende Zusammensetzung für die AG Regionalliga-Reform verständigt: