
FK Nikola Tesla kann für eine weitere Saison in der Oberliga Hamburg planen - und geht diese mit einem neuen Trainerteam an. Durch den Aufstieg des Eimsbütteler TV in die Regionalliga Nord hat Tesla die Klasse gehalten. Der Aufsteiger, der seine erste Oberliga-Saison auf Rang 15 beendet hatte, profitiert damit von der Hamburger Kettenreaktion und bleibt in der höchsten Spielklasse der Stadt.
Sportlich ist das für den Klub ein enorm wichtiger Moment. Tesla hatte nach dem Aufstieg eine schwierige Saison erlebt, am Ende aber weiter hoffen dürfen. Diese Hoffnung ist nun durch den ETV-Aufstieg Realität geworden. Gleichzeitig endet die Zeit von Niklas Kiene als Cheftrainer. Der Verein hätte den Weg mit ihm gerne fortgesetzt, muss nun aber eine neue Lösung finden.
Im Gespräch mit Transfermarkt bestätigte Vorstandsmitglied und Pressesprecher Radislav Sekulic den Abschied des bisherigen Trainers. „Ja, auch das stimmt. Es war seine Entscheidung. Wir waren mit der Arbeit von Niklas sehr zufrieden. Er hat einen guten Draht zu den Jungs gehabt. Aber er hat für sich entschieden, was anderes zu machen“, sagte Sekulic.
Der Verein verabschiedet Kiene mit viel Wertschätzung. „Wir bedanken uns bei ihm für seine Arbeit - sowohl als Spieler als auch zuletzt in seiner Funktion als Trainer. Es ist auch ihm zu verdanken, dass wir am Ende wahrscheinlich doch die Klasse halten“, erklärte Sekulic. Aus heutiger Sicht ist aus dem „wahrscheinlich“ der Klassenerhalt geworden.
Sekulic machte zudem deutlich, dass Tesla sich eine weitere Zusammenarbeit durchaus hätte vorstellen können: „Von daher hätten wir uns sehr gut vorstellen können, mit ihm als Trainer weiterzumachen. Aber er hat halt andere Pläne. Das muss man dann auch einfach akzeptieren.“
Die Nachfolge ist bereits geklärt. Tesla setzt künftig auf ein Trainerteam mit sehr spannenden Namen. Jörn Großkopf, Erdogan Pini und Sven Schneppel bilden das neue Gespann. Vor allem Großkopf bringt einen großen Erfahrungsschatz mit. Er führte zuletzt FC Eintracht Norderstedt in der Regionalliga Nord zum Klassenerhalt.
Auch Pini und Schneppel kommen mit einer besonderen Empfehlung. Pini übernahm in Norderstedt nach Großkopf die U23 und führte sie gemeinsam mit Schneppel in die Oberliga Hamburg. Damit bekommt Tesla ein Trainerteam, das sowohl die Anforderungen im höherklassigen Herrenfußball kennt als auch weiß, wie man eine Mannschaft in der Hamburger Oberliga entwickelt.
Allerdings wird die Aufgabenverteilung zunächst nicht klassisch sein. Sekulic führte bei TM aus: „Jörn Großkopf, Erdogan Pini und Sven Schneppel bilden das neue Trainerteam! Dazu sei aber gesagt, dass Jörn Großkopf in den nächsten Monaten aus beruflichen Gründen zeitlich ein bisschen eingespannt ist und von daher zunächst eher so eine Art ‚Beraterfunktion‘ innehat.“
Großkopf soll trotzdem eng eingebunden bleiben. „Er wird bei den Spielen dabei sein, auch bei den meisten Trainingseinheiten“, sagte Sekulic. Weil die Lösung kurzfristig zustande gekommen sei, habe man sich aber auf eine klare Rollenverteilung verständigt: „Erdogan Pini agiert in dieser Zeit als hauptverantwortlicher Trainer.“ Damit liegt die operative Verantwortung zunächst bei Pini, während Großkopf seine Erfahrung beratend einbringt und Schneppel das Team ergänzt. Ein höchst spannendes und vielversprechendes Trio.
Für Nikola Tesla ist diese Lösung mehr als nur ein Trainerwechsel. Nach dem erreichten Klassenerhalt geht es darum, die zweite Oberliga-Saison stabiler anzugehen. Die erste Spielzeit auf diesem Niveau war schwer, endete aber durch die Entwicklung oberhalb der Liga doch noch positiv. Nun kann der Klub mit mehr Planungssicherheit arbeiten.
Das neue Trainerteam bringt dafür unterschiedliche Stärken mit. Großkopf steht für Regionalliga-Erfahrung und strukturelle Kompetenz, Pini und Schneppel für erfolgreiche Arbeit im Hamburger Umfeld und die Entwicklung einer U23 bis in die Oberliga. Genau diese Mischung kann für Tesla wertvoll werden, wenn der Verein den nächsten Schritt machen will.
Der Klassenerhalt ist für Nikola Tesla nicht nur eine Rettung, sondern auch eine zweite Chance. Der Klub hat erlebt, wie anspruchsvoll die Oberliga ist. Nun bleibt die Möglichkeit, aus der ersten Saison zu lernen, den Kader zu justieren und mit einem neuen Trainerteam stabiler in die nächste Spielzeit zu gehen.
Der Abschied von Kiene ist dabei eine Zäsur, aber kein Bruch im negativen Sinn. Der Verein betont ausdrücklich, dass man mit seiner Arbeit zufrieden war. Nun folgt ein neues Kapitel - mit einem Trainerteam, das sofort Aufmerksamkeit erzeugt. Tesla bleibt Oberligist. Und nach dem turbulenten Ende dieser Saison beginnt am Nikola-Tesla-Weg nun der nächste Umbruch.
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