
Der SV Westfalia Soest hat seine womöglich letzte Patrone im Abstiegskampf geschossen: Wie am späten Donnerstagabend bekannt wurde, hat sich das Schlusslicht der Westfalenliga Staffel 1 mit sofortiger Wirkung von Trainer Stefan Fröhlich und seinem Assistenten Daniel Wiengarn getrennt. Die Nachfolge steht bereits fest.
Damit endet Fröhlichs Rückkehr ins Jahnstadion nach nur sechs Spielen, von denen nur zwei gewonnen werden konnte, darunter der fulminante 6:1-Derbysieg bei den SF Ostinghausen. Danach folgten allerdings zwei enttäuschende 0:2-Pleiten gegen Westfalia Kinderhaus und FC Kaunitz, sodass man in der Bördestadt nun die Reißleine gezogen hat.
Er könne den Schritt "absolut nachvollziehen", erklärt Fröhlich im "Soester Anzeiger". "Es ist absolut legitim, dass der Verein versucht, die letzte Patrone zu nutzen." Die Enttäuschung sei zwar da, aber er kenne das Geschäft lange genug. Der Mannschaft werde nun "das letzte Alibi" genommen. "Die Mannschaft konnte nicht mit mehr Hamel, wollte nicht mit Boschert und Garbe und konnte nun auch nicht mehr mit mir."

Das Engagement von Stefan Fröhlich war im Vorfeld ohnehin nur bis zum Saisonende terminiert. Der 40-Jährige hatte zum Jahreswechsel das Ruder der Interimstrainer Tobias Boschert und Torsten Garbe übernommen, nachdem man sich im November von Chefcoach Dustin Hamel getrennt hatte. Fröhlich sollte die Westfalia in der zweiten Saisonhälfte zum Klassenerhalt führen, ehe im Sommer der ehemalige Erfolgstrainer Ibrahima "Ibou" Mbaye zurückkehren sollte.
Dieser Schritt wird nun um knapp drei Monate vorgezogen: Mbaye übernimmt Westfalia Soest mit sofortiger Wirkung und soll den Verein in den verbleibenden acht Saisonspielen aus der Abstiegszone hieven. Der 46-jährige Senegalese hatte sich 2023 mit dem Westfalenliga-Aufstieg aus Soest verabschiedet und trainierte danach für ein Jahr den Oberligisten SG Finnentrop/Bamenohl und den Landesligisten SC Neheim, der sich im Oktober 2025 von ihm trennte.
Aktuell weilt Mbaye allerdings noch im Ausland und kann erst einen Tag vor dem anstehenden Heimspiel gegen Borussia Emsdetten (12. April) zur Mannschaft stoßen. Bis dahin soll das erfahrene Spielertrio um Eckhard Geisthövel (32), Lukas Brenk (33) und Gianluca Greco (35) das Training und die Spielvorbereitung übernehmen. Greco, der mittelfristig sowieso als Co-Trainer unter Mbaye agieren soll, erklärt im "Soester Anzeiger": "Es hat alles nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben." Man wolle dem Team nun neuen Mut zusprechen und die Köpfe frei bekommen. Jeder in der Mannschaft müsse sich selbst hinterfragen. Er hoffe zudem auf weitere Impulse von den Zuschauern.
Soests Vereinschef Ingo Schaffranka sagt: "Die Ergebnisse sind nicht so, wie wir sie uns vorgestellt haben. Wir haben andere Punktestände erwartet." Deshalb müsse man alle Möglichkeiten ergreifen. Die kommenden Partien gegen Emsdetten und Neuenkirchen seien vorentscheidend. "Wenn uns das nicht gelingt, dann sieht es sehr schlecht aus."
23. Spieltag: (H) Borussia Emsdetten (15.)
24. Spieltag: (A) SuS Neuenkirchen (11.)
25. Spieltag: (H) SC RW Maaslingen (1.)
26. Spieltag: (A) VfL Theesen (10.)
27. Spieltag: (H) SV Rödinghausen II (12.)
28. Spieltag: (H) SC Peckeloh (3.)
29. Spieltag: (A) Eintracht Ahaus (8.)
30. Spieltag: (H) SV Mesum (7.)