2024-06-21T12:12:50.142Z

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Qemajl Beqiri war als Trainer unter anderem bereits für Oberweikertshofen, Fürstenfeldbruck West und Günzlhofen aktiv.
Qemajl Beqiri war als Trainer unter anderem bereits für Oberweikertshofen, Fürstenfeldbruck West und Günzlhofen aktiv. – Foto: Dieter Metzler

Lernte von Thomas Tuchel: Qemail Beqiri übernimmt Sulzemoos und sucht „punktuelle Verstärkung“

Bruder Qendrim kommt mit

Qemajl Beqiri übernimmt beim SV Sulzemoos und bringt auch Bruder Qendrim mit. Der neue Cheftrainer lernte unter anderem von Thomas Tuchel.

Sulzemoos – Der SV Sulzemoos hat eine schwierige Saison hinter sich. Nach nur einem Jahr endete das Abenteuer Bezirksliga am vergangenen Samstag in der Relegation gegen den ASV Habach, auf die dramatischste vorstellbare Weise. Der SVS war durch den 2:0-Hinspiel-Erfolg eigentlich mit einer guten Ausgangslage ins Rückspiel gegangen, am Ende musste man sich aber im Elfmeterschießen geschlagen geben. So muss Sulzemoos nun den bitteren Gang in die Kreisliga antreten.

In der nächsten Saison peilt die Mannschaft den Wiederaufstieg an, allerdings mit einem anderen Trainer an der Seitenlinie. Noch-Trainer Markus Niedermeyer legt sein Amt zum Saisonende nieder. „Der will einfach mal seine Ruhe haben“, sagt Teammanager Dennis Reith mit einem Schmunzeln. Den frei gewordenen Posten wird Qemajl Beqiri übernehmen, zuletzt aktiv beim A-Klassisten TSV Fürstenfeldbruck West. Nach vielen Jahre als Spielertrainer bei verschiedenen Vereinen ist Sulzemoos Beqiris erste Station mit einer reinen Trainertätigkeit.

„Die Vorgaben an taktischer Defensivarbeit waren Wahnsinn.“

Qemajl Beqiri über Thomas Tuchel.

In seiner Jugend spielte der 39-Jährige vor allem in der Landesliga, sowie der Bayernliga, unter anderem für Pipinsried, Aindling, Oberweikertshofen und die Reserve des FC Augsburg. Bei den Fuggerstädtern auch eine Saison unter dem damals noch unbekannten Thomas Tuchel. „Die Vorgaben an taktischer Defensivarbeit waren Wahnsinn“, schwärmt Qemajl Beqiri über seinen damaligen Coach.

Von Tuchel hat sich Qemajl seine akribische Arbeitsweise abgeschaut. Ein großer Vorteil, meint Qendrim Beqiri: „Er hat ja schon einige Trainer gehabt und konnte sehr viel lernen.“ Für die Arbeit seines großen Bruders als Trainer findet Qendrim nur lobende Worte: „Er ist ruhig und taktisch versiert. Er weiß, wie er spielen möchte, das hat alles Hand und Fuß, was er macht. Wenn du bei ihm spielst, weißt du ganz genau, was er von dir möchte“, so der 33-Jährige.

„Ich hatte sehr schnell das Gefühl, dass man in Sulzemoos etwas aufbauen kann.“

Qemajl Beqiri ist überzeugt vom Potenzial des SV Sulzemoos.

Die neue Aufgabe bei Sulzemoos werden die beiden Brüder gemeinsam angehen. Im Gegensatz zu seinem älteren Bruder ist Qendrim Beqiri aber nur als Spieler vorgesehen. Der Spielmacher war in jüngeren Jahren sogar noch etwas höherklassiger aktiv. Neben der Bayernliga spielte er auch für die Reserve des TSV 1860 München und des 1. FC Nürnberg in der Regionalliga, unter anderem mit Spielern wie Ilkay Gündoğan oder Marvin Plattenhardt. „Er hat mehr Talent gehabt als ich“, sagt Qemajl Beqiri über seinen jüngeren Bruder, den unter anderem ein Kreuzbandriss ausbremste. „Die Verletzungen haben ihn dann irgendwie rausgebracht.“

Beim SV Sulzemoos kann man sich also auf jede Menge Erfahrung freuen. Das weiß auch Teammanager Dennis Reith. „Ich habe einen Anruf bekommen, dass Qemajl einen Verein sucht. Dann habe ich mich ziemlich schnell mit ihm in Verbindung gesetzt“, erzählt Reith über das Zustandekommen der Zusammenarbeit. Auch den Jüngeren der beiden Brüder sieht Reith als Bereicherung: „Von Qendrim können viele Spieler bei uns etwas lernen.“ Qemajl Beqiri ist ebenfalls vom Potenzial seines neuen Vereins überzeugt: „Ich hatte sehr schnell das Gefühl, dass man in Sulzemoos etwas aufbauen kann.“

SV Sulzemoos: Beqiri sucht einen „kreativen“ Mittelfeldspieler

Seine neuen Spieler hat sich der 39-Jährige schon angesehen: „Sulzemoos hat eine gute Mannschaft, die nur punktuell Verstärkung braucht.“ Eine Position hat Beqiri dafür auch schon ins Auge gefasst: „Im Mittelfeldzentrum fehlt ein kreativer Spieler. Da werde ich versuchen, eine gewisse Qualität dazu zu bringen“, kündigt der zukünftige Sulzemooser an. Möglicherweise könnte Michael Zach diese Rolle einnehmen, der erste bereits feste Neuzugang neben Bruder Qendrim.

In Sulzemoos ist man auf jeden Fall schon voller Vorfreude auf das Brüderpaar. „Ich freue mich einfach nur sehr, sehr auf die Zusammenarbeit“, schwärmt Reith: „Ich glaube, dass es echt eine tolle Zeit wird.“ (fge)

Aufrufe: 028.5.2024, 14:43 Uhr
Ferdinand GehlenAutor