Der Joker sticht: Maximilian Schwahn (l.) erzielt in dieser Szene das 1:0 für den TSV Neuried.
Der Joker sticht: Maximilian Schwahn (l.) erzielt in dieser Szene das 1:0 für den TSV Neuried. – Foto: Michael Schönwälder

„Leben und unbedingter Wille drin“: TSV Neuried steigert sich und erkämpft Punkt gegen Haidhausen

Auch ein Sieg war möglich

Dank eines disziplinierten und leidenschaftlichen Auftritts erkämpft sich Fußball-Bezirksligist TSV Neuried gegen die favorisierte SpVgg Haidhausen zu Hause einen Punkt.

Neuried – Auch ein Sieg wäre möglich gewesen. Am Ende wäre es beinahe noch komplett schiefgegangen. Als Gilbert Diep von der SpVgg Haidhausen in der Nachspielzeit des Bezirksliga-Spiels beim TSV Neuried den Ball mit der Brust im Strafraum annehmen kann, machen sich die Gäste schon bereit zum Jubeln. Doch Neurieds Kapitän und Keeper Konstantin Kühnle lenkt den platzierten Abschluss mit einer starken Parade noch zur Ecke – und hält seinem Team damit das 1:1-Unentschieden fest.

Um ein Haar wäre der seit Wochen kriselnde TSV am Samstag erneut mit leeren Händen dagestanden. Eine Niederlage wäre allerdings zu viel des Unguten gewesen, denn die Gastgeber zeigten über weite Strecken eine starke Leistung und hatten sich den Punktgewinn gegen das Bezirksliga-Spitzenteam redlich verdient. Bei besserer Chancenverwertung hätten sie auch drei Punkte zu Hause behalten können. „Vor dem Spiel hätten wir den Punkt alle unterschrieben, aber nach dem Spielverlauf hadere ich schon ein bisschen“, sagte Trainer Josip Hrgovic.

Die Gastgeber zeigten eine klare Leistungssteigerung im Vergleich zur 4:5-Niederlage gegen den FC Deisenhofen II am Mittwochabend. Neuried verteidigte im Kollektiv deutlich besser und ließ bis auf einen Pfostenschuss in der Anfangsphase zunächst nahezu keine Torchance zu. „Alles, was wir am Mittwoch haben vermissen lassen, war da. Da war Leben drin und unbedingter Wille. Es war eine sehr gute und reife Mannschaftsleistung“, lobte der TSV-Coach. Waren die Abstände gegen Deisenhofen oft deutlich zu groß gewesen, war diesmal fast immer ein Mitspieler zur Stelle, wenn mal ein Neurieder ausgespielt wurde. „Die Jungs haben sich fast schon gegenseitig in die Bälle reingeworfen“, sagte Hrgovic. Auch für Befreiungsschläge war man sich diesmal nicht zu schade.

„Die Mannschaft hat gezeigt, zu was sie fähig ist. So müssen wir weitermachen und uns mit einem Sieg belohnen.: TSV-Neuried-Trainer ist zuversichtlich

Statt den Gegner zu Toren einzuladen, profitierten die Grün-Weißen selbst von einem Patzer: Nach einem verunglückten Einwurf der Haidhausener eroberte der kurz zuvor eingewechselte Maximilian Schwahn den Ball, setzte sich gegen einen Abwehrspieler durch und traf zum 1:0 (66.). Beinahe im direkten Gegenzug parierte Kühnle stark gegen Haidhausens Francisco Bolona. In der Folge ergaben sich mehrere Konterchancen für den TSV, doch sowohl Thomas Maier als auch Schwahn verpassten die Entscheidung.

In der Schlussphase nahm der Druck der Gäste weiter zu. Nach Traumpass von Spielertrainer Sebastian Bracher und einer abgefälschten Hereingabe traf Joker Gürkan Öztürk zum Ausgleich (85.). Die Münchner drängten nun auf den Siegtreffer. Doch Neuried verteidigte bis zum Schluss leidenschaftlich und verließ den Platz – auch dank Kühnles Parade – diesmal nicht mit leeren Händen.

Der Punkt war zwar für die Moral wichtig, um in der Tabelle zu klettern, sollte aber noch vor der Winterpause mal wieder ein Dreier her. Hrgovic glaubt fest daran: „Die Mannschaft hat gezeigt, zu was sie fähig ist. So müssen wir weitermachen und uns mit einem Sieg belohnen.“ (te)

TSV Neuried – SpVgg Haidhausen 1:1 (0:0)

TSV Neuried: Kühnle – F.Hessenberger (88. Legrand), Le Dren, Kaspar, Wippert – Maier, Nowack, Einloft (81. Matovic), Lechner (74. Gühl) – R.Pösl (60. M.Kriebel), Vrbica (60. Schwahn)

SpVgg 1906 Haidhausen: Perkovic; Malenica (70. Butge), Höpfinger, Bracher, Rauch (C), Härtel (79. Öztürk), Bolona, Amaral, Gaigl, de Prato (70. Danyo), Diep

Tore: 1:0 Schwahn (66.), 1:1 Öztürk (85.)

Aufrufe: 07.11.2022, 13:45 Uhr
Tobias EmplAutor