HSV-Urgestein: Walter Lang ist seit über neun Jahren Chef-Trainer in Bad Heilbrunn.
HSV-Urgestein: Walter Lang ist seit über neun Jahren Chef-Trainer in Bad Heilbrunn. – Foto: Oliver Rabuser

Lang will vom Aufstieg nichts wissen: „Für Heilbrunn ist die Bezirksliga die Bundesliga“

Klassenerhalt bleibt Saisonziel

Der Bad Heilbrunn SV spielt oben mit, befasst sich aber nicht mit dem Aufstieg. Coach Lang über die starke Hinrunde und warum die Bezirksliga perfekt zum HSV passt.

München – Es war der erste kleine Dämpfer der Erfolgsgeschichte von Coach Walter Lang und dem SV Bad Heilbrunn. Der HSV stieg nach der Relegation aus der Landesliga ab. Zuvor hatte Lang den Verein aus der Kreisklasse in die Landesliga geführt und in der Debütsaison sogar die Klasse gehalten.

Zurück in der Bezirksliga wollte der Verein eigentlich nur dem Abstieg aus dem Weg gehen, doch nach der Hinserie steht Bad Heilbrunn mitten im Aufstiegsrennen. Auch im Nachhinein ist die Zielsetzung Klassenerhalt kein Understatement, sagt Lang. „Die Liga passt perfekt zu unserer Qualität“, so der 55-Jährige. „Für Bad Heilbrunn ist die Bezirksliga die Bundesliga.“

Bad Heilbrunn SV: Erfolg mit kleinem Geldbeutel und Mini-Kader

Im Vergleich zu anderen Vereinen stehe dem HSV kaum Geld für Spieler zur Verfügung. Der Kader ist seit Jahren sehr klein – rückblickend die große Schwachstelle der Bad Heilbrunner in der letztjährigen Saison. Die Spieler mussten trotz Blessuren immer wieder ran und hatten kaum Regenerationsphasen. Dieses Jahr kommt Lang aber mit dem schmalen Kader zurecht. Grund dafür sei auch ein bisschen Glück. Von Langzeitverletzungen blieb der HSV bisher größtenteils verschont.

„Überragende Vorrunde“: Coach Walter Lang lobt seine Spieler – Benedikt Specker sticht heraus

Aber auch individuell besitze sein Kader über eine immense Qualität, betont Lang. Sieben, acht Spieler identifizieren sich voll mit dem Verein und spielen eine „überragende Vorrunde“. So wurde auch das frühzeitige Karriereende von Top-Torjäger Maxi Specker intern aufgefangen – und das auch noch vom kleinen Bruder Benedikt. Zwei unterschiedliche Spielertypen, so Lang, aber der Jüngere sei jetzt etwas aus dem Schatten des Älteren herausgetreten. Der 24-Jährige spielt die Saison seines Lebens. 17 Scorer nach 18 Spielen sind persönlicher Bestwert.

„Es war ein richtig schönes Erlebnis, aber zwei, drei Spieler werden sich das nicht mehr antun“

HSV-Trainer Walter Jung über eine mögliche Rückkehr in die Landesliga

Nach der Hinserie rangiert Bad Heilbrunn auch deshalb auf dem dritten Tabellenplatz. Punktgleich mit dem TSV Murnau, der dank der besseren Tordifferenz auf dem Relegationsplatz überwintert.

Von Aufstiegsambitionen will Lang aber nicht sprechen. Mit ein paar Siegen hätte man den Klassenerhalt sicher. Die mögliche Rückkehr in die Landesliga scheint hingegen eher abschreckend. „Es war ein richtig schönes Erlebnis, aber zwei, drei Spieler werden sich das nicht mehr antun“, denkt Lang. Die langen Fahrten, die damit verbundenen Kosten und der große Zeitaufwand seien für den ein oder anderen Hobby-Kicker nicht mehr zu stemmen.

Nach neun Jahren in Bad Heilbrunn: Bleibt Walter Lang beim HSV?

Trotzdem würde sich Bad Heilbrunn gegen einen Aufstieg nicht sträuben. „Ich werde kein Spiel absichtlich verlieren – aber der Verein weiß ganz genau, was Sache ist“, so Lang.

Seine eigene Zukunft lässt Lang offen. Anfang März werde er gemeinsam mit dem Verein und den Spielern eine Entscheidung treffen. Bleibt Lang auch ein zehntes Jahr in Bad Heilbrunn? „Die Spieler sagen mir bisher, dass ich weitermachen darf und da bin ich stolz drauf.“ (btfm)

Aufrufe: 024.1.2023, 11:52 Uhr
Boris ManzAutor