Endlich braucht Tobias Beck kein Mitleid mehr, obwohl "meine Stimme geschädigt ist - und der Kopf auch". Endlich hat sich die SpVgg Hankofen-Hailing mal belohnt - vielleicht nicht für eine Glanzleistung, aber für eine tolle Moral, für ein "typisches Hankofen-Spiel". Die Dorfbuam haben am Samstagnachmittag die Begegung mit der SpVgg Ansbach, die man vielleicht sogar als "Schicksalsspiel" bezeichnen kann, mit 2:1 gewonnen. Der zweite Saisonsieg für den niederbayerischen Aufsteiger, der mehr wert ist als nur drei Punkte.
Nicht nur Tobias Beck muss nach Abpfiff erst einmal schlucken. Auch Stefan Dehm, Teammanger der Mittelfranken, muss die vorangegangenen 90 Minuten zunächst sacken lassen. "Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll", ist der 46-Jährige etwas hilflos. Sein Team, die Nullneuner, waren die erste Halbzeit klar überlegen, gingen folgerichtig in Führung - wenn auch der Treffer an sich etwas glücklich fiel, wie Hankofens Spielertrainer anmerkt. "Und eigentlich hätten wir in der Halbzeit 4:0 führen müssen. Gemacht haben wir aber nur eins", hadert Stefan Dehm.
"Und dann machen wir in der zweiten Halbzeit - nix!", führt der Teammanger der Gäste an diesem Tag weiter aus. Während Ansbach offentlichlich aus welchen Gründen auch immer einen Gang zurückschaltete, wurde Hankofen immer stärker. Wie so oft haben die Dorfbuam einen Rückstand gebraucht, um stark zu werden. "Typisch", wie Tobias Beck eingangs bereits angeschnitten hat. "Sie haben in der Halbzeit große Leute gebracht und mit hohen Bällen agiert. Spielkultur war das nicht mehr", ist Dehm überzeugt.
Den Hausherren werden diese Worte egal sein. Denn erst markierte Tobias Richter den Ausgleich, dann vergab Sven Landshuter auf der Gegenseite das eigentlich sichere 2:1, ehe Tobias Lermer eben jenes erzielte. "Dann sind die Emotionen übergekocht", berichtet Tobias Beck. Weil es ein Sieg in letzter Minute war, aber auch das positive Ende einer Achterbahn der Gefühle. "Dieses Spiel hat die ein oder andere Nervenzelle gekostet", gibt er niederbayerische Spielertrainer zu. Dieses Mal aber mit dem positiven Ende für seine Truppe. Und der Ernüchterung für Ansbach und Stefan Dehm, der wohl noch etwas braucht, bis er weiß, was er sagen soll...
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