2026-06-03T09:07:03.210Z

Allgemeines

Hamburger Oberliga-Relegation wird plötzlich richtig heiß

Bramfelder SV und TBS Pinneberg treffen im Rückspiel der Oberliga-Relegation aufeinander. Nach den Entwicklungen um TSV Havelse und Eimsbütteler TV könnte es tatsächlich um den Aufstieg gehen.

von red · Heute, 17:00 Uhr · 0 Leser
Das Rückspiel steht an.
Das Rückspiel steht an. – Foto: IMAGO IMAGES

Als der Hamburger Fußball-Verband (HFV) die beiden Relegationsspiele zwischen Bramfelder SV und TBS Pinneberg ansetzte, war die Lage noch eher theoretisch. Die beiden Tabellenzweiten der Landesliga Hansa und Landesliga Hammonia sollten vorsorglich ausspielen, wer bereitstehen würde, falls sich in der Oberliga Hamburg doch noch ein zusätzlicher Platz öffnet. Vor dem Rückspiel am Samstag hat sich die Situation aber deutlich verändert.

Durch den nachträglichen Zwangsabstieg des TSV 1860 München aus der 3. Liga darf der TSV Havelse auf den Klassenerhalt hoffen. Havelse hat inzwischen erklärt, die erforderlichen Unterlagen für die 3. Liga eingereicht und das Eilenriedestadion als Heimspielstätte benannt zu haben. Bleibt Havelse tatsächlich in der 3. Liga, würde die U23 des FC St. Pauli als erster Absteiger der Regionalliga Nord die Klasse halten. Dadurch wäre FK Nikola Tesla in der Oberliga Hamburg bereits gerettet - unabhängig vom Ausgang der ETV-Relegation.

Für Bramfeld und TBS reicht diese Konstellation allein allerdings noch nicht für einen direkten Aufstiegsplatz. Doch seit Mittwochabend ist die nächste Tür deutlich weiter offen: Der Eimsbütteler TV hat nach dem 4:1-Auftakt gegen Germania Egestorf-Langreder auch den SV Todesfelde geschlagen - spektakulär mit 5:3. Der ETV steht damit ganz dicht vor dem Aufstieg in die Regionalliga Nord. Sollte Eimsbüttel den Sprung schaffen, wäre die Relegation zwischen Bramfeld und TBS nicht mehr nur ein vorsorgliches Nachrückerduell, sondern könnte tatsächlich über den Aufstieg in die Oberliga entscheiden. Die ETV-Entscheidung fällt allerdings erst gute 24 Stunden später - am Sonntag. Der Sieger der Relegation dürfte sicherlich den Weg zum Spiel antreten, allerdings wurde der neutrale Spielort für die Regionalliga-Relegation gewechselt - mehr hier!

2:2 im Hinspiel lässt alles offen

Sportlich ist vor dem Rückspiel ohnehin alles offen. Das Hinspiel an der Ellernreihe endete 2:2. TBS Pinneberg hatte dabei lange wie der Sieger ausgesehen. Omar Nabizada brachte die Mannschaft von Trainer Burak Bayram kurz vor der Pause mit 1:0 in Führung (42.), Nick Amartey Scharkowski erhöhte nach 67 Minuten auf 2:0.

Doch Bramfeld kam zurück. Louis Mandel verwandelte in der 72. Minute einen Foulelfmeter zum 1:2 und blieb auch kurz vor Schluss vom Punkt nervenstark. Sein zweiter Strafstoßtreffer in der 87. Minute rettete dem BSV das Remis und sorgt nun dafür, dass im Rückspiel keine Mannschaft einen klaren Vorteil mitnimmt.

Für Bramfeld war dieses Comeback wichtig, weil der Hansa-Zweite nach dem 0:2 bereits unter Druck stand. Für TBS war es dagegen ein verpasster Auswärtssieg, der in einem Duell mit Hin- und Rückspiel noch weh tun kann. Am Samstag an der Fahltsweide beginnt das Rennen nun praktisch wieder von vorne.

Zwei Vizemeister mit Resthoffnung

Beide Vereine haben starke Landesliga-Spielzeiten hinter sich. Bramfeld wurde in der Landesliga Hansa Zweiter hinter Concordia Hamburg, TBS Pinneberg belegte in der Landesliga Hammonia Rang zwei hinter FC Eintracht Norderstedt II. Beide haben den direkten Aufstieg verpasst, beide bekommen nun über diese Relegation eine zweite Chance - auch wenn diese Chance von übergeordneten Konstellationen abhängt.

Genau das macht dieses Rückspiel so besonders. Es ist kein gewöhnliches Entscheidungsspiel mit sofort garantiertem Lohn. Aber es ist auch längst kein bedeutungsloses Vorsorgespiel mehr. Die Entwicklungen rund um Havelse, St. Pauli II, Nikola Tesla und vor allem den ETV haben die Ausgangslage verschoben. Der Sieger zwischen Bramfeld und TBS könnte am Ende tatsächlich der nächste Oberliga-Aufsteiger sein.

Bayram vor besonderem Abschluss

Für TBS-Trainer Bayram hat das Rückspiel zudem eine persönliche Note. Der Coach wird den Verein nach der Saison verlassen. Durch die Relegation bekommt er mindestens ein zusätzliches Spiel - und möglicherweise die Chance, seine Zeit in Pinneberg mit einem Aufstieg über die Hintertür zu beenden.

TBS hatte schon vor den Spielen darauf verwiesen, dass die Saison noch nicht vorbei sei und die Mannschaft bereitstehen müsse, falls sich ein Oberliga-Platz öffnet. Genau diese Möglichkeit wirkt nun deutlich realistischer als noch vor wenigen Tagen.

Bramfeld wiederum kann nach dem späten Hinspiel-Comeback mit viel Moral nach Pinneberg fahren. Wer nach einem 0:2 noch ein 2:2 holt, nimmt zumindest das Gefühl mit, in dieser Paarung auch schwierige Phasen überstehen zu können.

Warten auf Eimsbüttel - aber gewinnen muss man selbst

Die Rechnung bleibt komplex. Der Ausgang der Relegation zwischen Bramfeld und TBS entscheidet zunächst nur, wer sportlich vor dem anderen steht. Ob dieser Sieg dann tatsächlich den Aufstieg in die Oberliga bringt, hängt vor allem daran, ob der Eimsbütteler TV die Regionalliga-Rückkehr perfekt macht. Nach dem 5:3 gegen Todesfelde ist die Ausgangslage dafür hervorragend, endgültig entschieden ist aber noch nicht alles.

Für Bramfeld und TBS ändert das nichts an der Aufgabe. Beide müssen ihr Rückspiel gewinnen, beide müssen bereit sein, beide wissen nun aber: Der Lohn könnte deutlich größer sein als zunächst gedacht.

Am Samstag wird aus einem vorsorglichen Vergleich zweier Landesliga-Vizemeister ein Spiel mit echter Fallhöhe. Bramfeld gegen TBS Pinneberg - nach dem 2:2 im Hinspiel, nach dem Havelse-Beben und nach dem ETV-Spektakel ist diese Oberliga-Relegation plötzlich richtig heiß.

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