2024-02-23T08:22:50.674Z

Interview
Weiß sich mehr und mehr in der Regionalliga durchzusetzen: Moritz Müller (r.) wartet aber noch auf sein erstes Pflichtspieltor für Türkgücü München.
Weiß sich mehr und mehr in der Regionalliga durchzusetzen: Moritz Müller (r.) wartet aber noch auf sein erstes Pflichtspieltor für Türkgücü München. – Foto: Oliver rabuser

„Habe den Ansporn, mich zu beweisen“ – Moritz Müller ist bei Türkgücü angekommen

Der Oberhausener hofft auf mehr Spielzeit

Moritz Müller wechselte vor der Saison von der Bezirksliga zum Regionalligisten Türkgücü München. Im Interview spricht er über seinen Start.

Oberhausen – Seit dieser Saison steht Moritz Müller nun in Diensten von Türkgücü München. Zu Beginn sah der Wechsel vom 1. FC Garmisch-Partenkirchen in die Fußball-Regionalliga nicht nach einer Erfolgsgeschichte aus. Inzwischen aber fasst der 24-jährige Oberhausener immer mehr Fuß in Bayerns höchster Amateurliga. Im Gespräch klingt durch, wie wohl sich Müller auf dieser Ebene fühlt, und dass er sich längst nicht am Optimum sieht.

Herr Müller, reflektieren Sie einmal ihre ersten Monate bei Türkgücü.

Ich bin gut aufgenommen worden, dachte aber anfangs nicht, dass das Mannschaftliche auf diesem Niveau so gut ist. Dass ich Maximilian Berwein schon kannte, hat ein Stück weit geholfen. Aber ich tue mich grundsätzlich auch nicht schwer, mit anderen in Kontakt zu kommen. In den ersten Wochen fehlte ich einige Male, weil ich krank war und auch wegen meiner Hochzeit. Inzwischen aber bin ich gut drin.

Seit Beginn ihrer Zeit im Herrenfußball sind Sie mal ganz locker sechs Ligen nach oben geklettert. Wie finden Sie sich eine Etage unterhalb des Profibereichs zurecht?

Es war schon in Garmisch-Partenkirchen damals etwas ganz anderes. Und jetzt eben nochmals. Aber es macht Bock, in jedem Training gefühlt einen Schritt nach vorne zu kommen. Ich hatte viele Gespräche mit dem Trainer (Alper Kayabunar, Anm. d. Red.). Man muss ehrlich zu sich selbst sein, wenn man aus der Bezirksliga da nach oben kommt. Inzwischen sehe ich mich auf einem guten Niveau. Es gibt aber keine anderen Ziele, als der Mannschaft zu helfen. Wenn man dranbleibt und hart arbeitet, bekommt man auch seine Einsatzzeiten.

Müller erhält Lob nach erstem Einsatz für Türkgücü

Die sich bei Ihnen zuletzt gemehrt haben. Wie war es, als Sie erfuhren, gegen Nürnbergs Zweite erstmals in der Startelf zu stehen?

Das war schon etwas anderes. Ich wollte mein Spiel machen und nicht zu verkopft sein, bin aber auch von meinen Teamkollegen gut geerdet worden und habe nach den 84 Einsatzminuten ein positives Feedback bekommen.

Danach waren es wieder vornehmlich Kurzeinsätze. Stimmt Sie die Summe ihres aktiven Mitwirkens zufrieden?

Man muss schon auch abwägen, um welche Begegnungen es geht und welche Spieler zur Verfügung stehen. Jeder, der aufläuft, hat es sich verdient zu spielen. Es ist aber schon mein Anspruch, auf Sicht öfters auf dem Platz zu stehen.

Wochen nach ihrer Zusage in München verpflichtete der Klub weitere Offensivspieler, wodurch ihre Aussichten subjektiv geschmälert waren. Demotivieren derlei Ereignisse?

Keineswegs. Natürlich würde ich wie Harry Kane gerne der einzige Stürmer im Team sein, und der, der immer spiel (lacht). Aber wenn man unsere Ausfälle sieht, ist es legitim vom Verein, sich breiter aufzustellen. Für mich ist es Ansporn, mich gegen einen Stürmer aus der 3. Liga zu beweisen.

Spiele im Grünwalder Stadion sind „etwas Besonderes“

Die Heimspiele bestreitet der Klub im legendären „Sechzger-Stadion“. Ein Traum für Sie, dort auflaufen zu dürfen?

Definitiv. Das ist schon etwas Besonderes. Allgemein in einem Stadion zu spielen. Plätze und Atmosphäre bei den Auswärtsspielen stacheln an.

Anfangs sah es nicht nach der ganz großen Saison für Türkgücü aus. Inzwischen ist man auf Platz drei angekommen. Was hat sich verändert?

Es kamen einige neue Spieler, da muss man sich erst finden. Wir haben anfangs unser Spiel nicht so konsequent durchgezogen. Das hat zuletzt viel besser geklappt – auch gegen bessere Teams.

Wie zum Beispiel die U23 des FC Bayern, die zweimal besiegt wurde.

Stimmt. Wenn du gegen die gewinnst, spricht wirklich jeder darüber. Man bereitet sich unterbewusst auch ganz anders auf dieses Duell vor.

Müller hält Saisonziel offen

Der Spitzenplatz ist noch in Sichtweite. Gibt es dahingehend Ambitionen?

Kann ich nicht sagen. Letztes Jahr landete Türkgücü auf dem 14. Platz, obwohl der Klub lange Zeit viel weiter vorn dabei gewesen war. Der Verein wollte mit dem neuen Kader vermeiden, dass so etwas noch einmal passiert. Man gibt in jedem Spiel das Beste. Weitere Ziele sind nicht gesetzt worden.

Was definitiv noch fehlt, ist das erste Saisontor von Moritz Müller. Wann ist es denn soweit?

(lacht). Das hätte es schon lange geben müssen. Die Chancen waren da. Man ärgert sich als Stürmer natürlich. Ein Tor ist immer noch mehr wert als der bloße Einsatz. Aber das kommt noch.

Als Oberhauser werden Sie auch die SG Hungerbach verfolgen?

Da schaue ich fast öfter zu als in Garmisch, weil es näher ist. Dort läuft es gut. Mit den meisten Jungs habe ich schon in der Jugend zusammen gespielt. Da ist Potenzial für mehr da. Es ist ein eingeschworener Haufen, und die Fusion aus Oberhausen und Huglfing macht absolut Sinn. Früher oder später wird es in die Kreisliga hinaufgehen.

Das Interview führte Oliver Rabuser

Aufrufe: 029.11.2023, 09:52 Uhr
Oliver RabuserAutor