2024-04-16T09:15:35.043Z

Analyse
Dem Nachwuchs eine Chance: U 23-Trainer Peter Stegner (rechts) bekam aus dem eigenen Juniorenlager (von links) Jeremias Seibold, Lukas Lauft, Lukas Ün, Luca Nelkner, Laurin Völlmerk, Florian Lindel, Lukas Schön, Adriano Friebel und Jonas Veh neu hinzu.
Dem Nachwuchs eine Chance: U 23-Trainer Peter Stegner (rechts) bekam aus dem eigenen Juniorenlager (von links) Jeremias Seibold, Lukas Lauft, Lukas Ün, Luca Nelkner, Laurin Völlmerk, Florian Lindel, Lukas Schön, Adriano Friebel und Jonas Veh neu hinzu. – Foto: Walter Brugger

Gundelfinger U23 ist bereit für den nächsten Schritt

Aufsteiger will sich in der Bezirksliga Nord behaupten +++ Trainer Peter Stegner glaubt, dass es für sein Team eine Liga höher sogar leichter wird

Nach 26 Jahren spielt die „Zweite“ des FC Gundelfingen wieder in der Fußball-Bezirksliga Nord. „Das Historische interessiert zwar mich als Trainer, die Jungs aber weniger“, meint Peter Stegner kurz vor dem Auftaktspiel seiner Schützlinge am Sonntag (15.30 Uhr) beim VfR Jettingen. Das erste Heimspiel steigt eine Woche später gegen einen weiteren Mitaufsteiger, den FC Maihingen. Bevor es losgeht, stellt sich die U 23 der Gärtnerstädter dem Kick-off-Check der Donau-Zeitung.

Coach & Co.: Peter Stegner geht in seine zweite Saison als Herrentrainer, zwei Männer an seiner Seite sind neu: Kevin Hillebrand kümmert sich künftig als Nachfolger von Werner Dick um die Keeper, Michael Ortlieb hat Peter Matkey als Co-Trainer beerbt. Während Matkey zusätzlich Spieler war, wird Ortlieb nicht auflaufen. „Mir war wichtig, dass ich jemand zum Austausch an der Seitenlinie habe“, so Stegner, der Ortlieb schon von dessen früherem FCG-Engagement am Nachwuchsleistungszentrum kennt. Felix Peter ist weiterhin für die Fitness zuständig, Roland Bauer und Rico Nöldner für die Betreuung.

Darius Leimer und Bernhard Rembold sollen in Führungsrollen wachsen

Hin & weg: Neben Stephan Zeller (VfR Jettingen II), Jonas Wiedenmann (Türk Gücü Lauingen), Kyriakos Konstantinidis (SV Mergelstetten), Robin Raßbichler-Schmidt (SC Bubesheim) und dem in der vergangenen Saison bereits eingesetzten A-Junior Constantin Zeyer (zum Regionalligisten TSG Balingen) haben mit Matkey (Spielertrainer SSV Dillingen) und Christoph Schnelle (TSG Thannhausen) die Routiniers den FCG verlassen. „Mit Kapitän Philipp Urban haben wir aber schon noch einen erfahrenen Mann an Bord, auch Bernhard Rembold oder Darius Leimer sind jetzt Mitte 20 und bereit für die Führungsrolle“, ist Coach Stegner überzeugt. Johannes Hauf, der sich aus dem Bayernliga-Kader zurückgezogen hat und vorerst auf die U 23 konzentriert, soll ebenfalls Führungsspieler werden. Externe Neuzugänge gab es keine und hätten eh nur Sinn gemacht, wenn sie die Qualität im Kader deutlich gehoben hätten. „Es gab Gespräche, durch die Relegation war unsere Ligazugehörigkeit aber lange offen, und dann hatten sich die Kandidaten anderweitig entschieden“, berichtet Stegner, der aber grundsätzlich mit seinem sehr jungen Kader zufrieden ist. Zumal er weiterhin Unterstützung aus dem Bayernliga-Kader und Jugendlager bekommt. Wie etwa durch Laurin Völlmerk, Lukas Ün oder Florian Lindel, die noch in der U 19 auflaufen dürfen, aber bereits bei der „Zweiten“ zum Einsatz kommen. Gute Eindrücke hinterlassen die bisherigen Junioren Lukas Schön, Jonas Veh, Luca Nelkner, Lukas Lauft und Adriano Friebel.

Glücks- und Sorgenkinder: Für Sorgenfalten sorgen die Kreuzbandverletzungen von Jeremias Seibold und Nik Groepper, die beide für den Rest des Jahres ausfallen lassen. „Das ist richtig bitter“, berichtet Stegner, andererseits macht ihn glücklich, dass Philipp Urban nach seiner Verletzung im Frühjahr und dem Aus für die Aufstiegsspiele nun wieder voll belastbar ist.

Plus & Minus: Auf der Minusseite sieht Stegner am ehesten die Kadergröße. „Aufgrund der Ausfälle wären da noch ein, zwei Plätze frei“, so der Coach. An den Trainingsabläufen ändert das nichts, die U 23 absolviert die Einheiten eigenständig und – das zeugt vom Ehrgeiz – weitgehend komplett. „Die Jungs sind heiß, wollen sich einfach auf der Bezirksliga-Bühne präsentieren. Das Niveau ist auf jeden Fall noch einen Tick höher als in der vergangenen Runde“, ist Peter Stegner überzeugt – und freut sich, wie ehrgeizig sich beispielsweise die 19-jährigen Lukas Schön, Luca Nelkner oder Jonas Veh in der Vorbereitung präsentieren.

Nur Siege in der Vorbereitung

Test & Taktik: Gelegenheit, die Grün-Weißen im Wettkampfmodus zu sehen, hatten die Trainer Stegner und Ortlieb reichlich. Gegen den TSV Göggingen (4:2), die SSV Höchstädt (3:1) und den BC Schretzheim (1:0) gelangen Testspielsiege, im Sparkassencup marschierte die U 23 durch Erfolge beim TSV Wertingen (5:1), gegen den TV Gundelfingen (4:0), bei der SSV Glött (5:0) und gegen Türk Gücü Lauingen (5:2) souverän ins Finale gegen die SSV Dillingen (27. Juli in Holzheim). Den finalen Probelauf beim Süd-Bezirksligisten FC Oberstdorf sagten die Gundelfinger ab. „Wir waren etwas überspielt. Da war es sinnvoller, dass wir mal wieder eine gemeinsame Trainingseinheit absolvieren“, so Stegner. Damit auch taktische Elemente nicht zu kurz kommen, denn da soll sich die Gundelfinger U23 weiterhin sehr variabel präsentieren. Die Viererkette in der Abwehr ist fix, davor sind mehrere Varianten denkbar – mit ein oder zwei klassischen Stürmern, mit einer „Doppelsechs“ im Mittelfeld oder einer Raute. Stegner sieht seine Schützlinge auf viele Eventualitäten vorbereitet.

Wunsch & Wirklichkeit: Dass sich die Gärtnerstädter nach 26 Kreisliga-Jahren nicht in die alte „sportliche Heimat“ zurücksehnen, das liegt auf der Hand. Der möglichst frühzeitige Klassenerhalt in der Bezirksliga ist für die „FCG-Fohlen“ das primäre Ziel, nebenbei sollen weiterhin Spieler wie zuletzt Vincent Danzer, Leon Sailer und Elias Müller für die höheren Aufgaben in der „Ersten“ vorbereitet werden. „Ich sehe uns in beiden Punkten – also Klassenerhalt und Weiterentwicklung – auf dem richtigen Weg“, ist Trainer Stegner überzeugt. In der Vorbereitung hätten die Spieler gezeigt, dass sie den nächsten Entwicklungsschritt gehen. Nebenbei glaubt Stegner, „dass wir uns in der Bezirksliga sogar ein Stück weit leichter tun, weil die Gegner mitspielen und wir nicht zwingend der Favorit sind.“ Was insbesondere für die Duelle mit dem TSV Aindling oder dem FC Stätzling gilt, die der Coach als die aussichtsreichsten Titelkandidaten ansieht.

Prognose: Die Ausbildung im eigenen Nachwuchsleistungszentrum trägt beim FC Gundelfingen immer mehr Früchte, der Bezirksliga-Aufstieg der U23 passt bestens ins Konzept. Dort können sich die Talente auf höherem Niveau weiterentwickeln und von „abgezockten“ Gegnern nur lernen. Der Klassenerhalt wird für das junge Team allerdings kein Selbstläufer.

Aufrufe: 020.7.2022, 07:23 Uhr
Walter BruggerAutor