Unverwüstlich: Serdar Barin (links, im Duell mit Freudenbergs Pascal Michel) ist zum Türkischen SV zurückgekehrt – wo die Qualitäten des 40-Jährigen weiter geschätzt werden.
Unverwüstlich: Serdar Barin (links, im Duell mit Freudenbergs Pascal Michel) ist zum Türkischen SV zurückgekehrt – wo die Qualitäten des 40-Jährigen weiter geschätzt werden. – Foto: scp/Ulrich Scherbaum

Gruppenliga: Serdar Barin ist beim Türkischen SV ein Phänomen

40-jähriger Allrounder im Kader des Gruppenligisten +++ Wörsdorfs Keeper Diego Hollmann ist erst 17

Region. Die Fünf spielt vor dem Start eine besondere Rolle: Es können in der Gruppenliga nunmehr bis zu fünf Mann ausgetauscht werden, dazu gibt es maximal fünf Absteiger und zwei Wiesbadener Teams wären froh, am Ende unter den ersten fünf zu stehen. Wobei der FC Bierstadt mit „Platz vier bis sieben“ sein Ziel etwas dehnbarer auslegt, während der SV Wiesbaden ganz klar die Zugehörigkeit zu den ersten fünf anpeilt. Sowohl FCB und SVW warten mit interessanten Neuen auf. Doch die Konkurrenz hat nicht geschlafen. Germania Okriftel ist zum Transfer-Krösus avanciert, hat sich auch die Wörsdorfer Cedric Siewe Nane und Paul Lütterbüse geangelt. Der VfB Unterliederbach war ebenfalls auf dem Spielermarkt aktiv, und das junge Team des TuS Hornau ist ebenfalls zu beachten – der Titelkampf verspricht Spannung.

FC Bierstadt: Alle Zugänge sind spielberechtigt. „Es gab ein gutes, faires Einvernehmen mit den abgebenden Vereinen“, sagt FCB-Coach René Keutmann und sieht den Kader stark aufgestellt, obwohl zum Start bei der SG Hoechst (So., 15.30 Uhr) Abwehreckpfeiler Fabian Paradies und Kapitän Tobias Beck fehlen. Auch der Abschied von Mark Fries, der für ein halbes Jahr zum Studium in die USA fliegt, soll aufgefangen werden. Im Sturm ist Torjäger Niklas Kern ein großer Hoffnungsträger, soll mit Renato Pereira die Produktion ankurbeln. Als Innenverteidiger hat sich der Ex-Sonnenberger Kenzo Kramer für die Startelf empfohlen. Aber auch die Erfahrenen Maxi Goßner, Tim Mernberger und Marco Carrera sprühen vor Ehrgeiz. Und nicht zuletzt kehrt Sebastian Bauschke rechtzeitig von seiner Hochzeitsreise zurück. „Auch von den Typen ist das ein guter Kader. Es passt in menschlicher Hinsicht bei allen“, hält Keutmann die Vorgabe, zwischen Platz vier und sieben zu landen, für umsetzbar.

SGN Diedenbergen: „Teure Spieler zu holen“, sagt SGN-Sportchef Jürgen Malter, „das entspricht nicht unserer Philosophie. Wir gehen den Weg mit Jungen.“ Ihm ist außerdem klar: „Für uns zählt nur, irgendwie die Klasse zu halten. Und das wird megaschwer.“ Als Kollektiv bestehen, das wird die Maxime sein. Der Japaner Takumi Sugihara (RSV Würges) entpuppt sich als starker Zugang, im Tor könnte zum Auftakt (So., 15.30 Uhr, in Unterliederbach) Steve Wagner (ehemals Biebrich 02 stehen). Josip Jozic, der zweite Ex-02er, ist verletzt. Ebenso Alex Finger, den es nach gerade überstandener Verletzung schwer am Knie erwischt hat.

Türkischer SV: Erfahrung und Klasse bringen die Zugänge des Aufsteigers mit. Angefangen beim 40-jährigen Serdar Barin, der fit und flexibel einsetzbar ist. Ex-Profi Tunay Acar, Techniker Necmi Gür und Wirbelwind Akim Arndt sollten im Mittelfeld Garanten für Kompaktheit sein, während vorne Francesco Teodonno seine Qualitäten einbringen dürfte. „Die Neuen haben sich schnell integriert. Das sind Jungs, die schon zum Freundeskreis der Mannschaft gehört haben. Im Moment ist alles so, wie wir es uns gewünscht haben“, sagt der Sportliche Leiter Mehmet Kirazli vor dem Auftaktmatch gegen TuRa Niederhöchstadt (So., 15 Uhr), zu dem er ungeachtet der Urlaubszeit eine ansprechende Kulisse erwartet.

SV Walsdorf: Kreisoberliga-Meistertrainer Oliver Schöneck hat sich in die sportliche Leitung verabschiedet. Der bisherige Co-Trainer Sven Ott, der bereits im Alter von 17 seinen Trainer-B-Schein erworben hat, führt nun zusammen mit Lukas Ernst Regie. Was beide nach dem damaligen Ausscheiden von Christian Freyer schon einmal praktiziert hatten. Jetzt sind sie als Dauerlösung und als Spieler eingeplant, während Freyer, der dem SVW verbunden geblieben ist, in der Coachingzone unterstützt. „Wir haben nicht die Mittel anderer Vereine, aber wir sind eine eingeschworene Truppe, das ist unser großer Trumpf“, sagt Sven Ott. Mit der entsprechenden Fitness als Fundament ist er „guter Dinge, dass wir mitspielen können“. Bis auf Jannik Altpeter (Muskelfaserriss) sind alle Mann an Bord für die Premiere gegen RW Hadamar II (So., 15.30 Uhr).

Germania Weilbach: „Wir sind nach vier Jahren Kreisoberliga nicht zurückgekehrt, um gegen den Abstieg zu spielen. Das Ziel ist schon ein einstelliger Platz“, sagt Trainer Stefan Hoitz vor dem Start gegen Okriftel (So., 15.30 Uhr). Nur drei Neue stehen im 23er-Kader, was wiederum auf das mutmaßlich große Plus des Teams hinweist: Es ist über Jahre hinweg eingespielt.

SV Wiesbaden: Nach Platz zehn 2021/22 den Sprung unter die ersten fünf anpeilen – das ist der Anspruch beim zum Rundenbeginn spielfreien Sportverein, dessen Vorsitzender Markus Walter sogar mit einer Sommerausgabe des Stadionhefts „Der SVWler“ aufwartet. Darin äußerst sich der Sportliche Leiter Yildirim Sari mit Blick auf die Neuen hoffnungsvoll: „Mit Athanasios Nakos, Ioannis Surlis, Felipe Bergmann, Adrian Novello, Daniel Münker, Philipp Hemarat, Amir Arrahmouni, Yusuf Cekemci, Edis Avdic und Ramiz Ahmad haben wir es geschafft, talentierte Fußballer mit sehr guten sportlichen Referenzen dazu zu gewinnen. Es ist uns dabei sehr wichtig, dass diese Jungs auch charakterlich hervorragend in das Gesamtgefüge passen.“ Chefcoach Daniel Löbelt sagt: „Wir haben jetzt Qualität in der Breite und uns insgesamt fußballerisch verbessert. So lange es geht, wollen wir oben mitmischen.“ Das Team startet am 14. August gegen Eddersheim II.

TSG Wörsdorf: Den 3:6-Kreispokal-K-o. bei der SG Ra/Ma will Trainer Kurt Heil angesichts acht fehlender Kräfte nicht zu hoch hängen. „Vorher gab es in Testspielen gute Ergebnisse. Ich habe ein positives Gefühl mit unserer im Schnitt 21,5 Jahre jungen Mannschaft.“ Mit Marcel Czepecha (VfB Ginsheim) ist kurzfristig noch ein Stürmer verpflichtet worden. Ein Keeper und ein Innenverteidiger sollen eventuell noch kommen. Zwischen den Pfosten genießt zum Start gegen Absteiger Germania Schwanheim (So., 15.30 Uhr) der erst 17 Jahre alte Diego Hollmann das Vertrauen, Routinier Lars Klesper konnte berufs- und gesundheitsbedingt noch nicht dabei sein. Schwer wiegt daneben der Ausfall von Abwehr-Ass Christian Haddo (Knorpelschaden).



Aufrufe: 04.8.2022, 17:00 Uhr
Stephan NeumannAutor