2024-06-14T14:12:32.331Z

Relegation
So wollen Lucas Schmitt und Fortuna Regensburg auch in Runde 2 jubeln.
So wollen Lucas Schmitt und Fortuna Regensburg auch in Runde 2 jubeln. – Foto: Redaktion Regensburg

Fortuna: Das Jahrhundertspiel ist erstmal nur Schall und Rauch

Relegation zur Bayernliga, 2. Runde, Hinspiel: Regensburger wollen gegen Garching zu Hause den ersten Schritt zum Klassenerhalt machen

Auch mit ein paar Tagen Abstand ist es für Helmut Zeiml und Arber Morina, dem Trainerduo des SV Fortuna Regensburg, kaum greifbar, was da am Samstag passiert ist. „Sowas passiert wirklich bloß alle 50 oder 100 Jahre, das war ein Wahnsinn“, versucht Cheftrainer Zeiml rückblickend passende Worte zu finden. Sein „Co“ und Nachfolger ergänzt: „Sie waren wie in Schockstarre, wir hingegen wie im Rausch und haben sie komplett überflügelt.“

Nach drei Viertel der 180 Minuten gegen den TSV Wasserburg in der 1. Relegationsrunde zur Bayernliga hatte keiner mehr einen Pfifferling auf Fortuna gegeben, die in der Gesamtrechnung schon mit 1:5 zurücklag. Und mausetot schien. Es folgte eine im höherklassigen Regensburger Fußball noch nie gesehene Aufholjagd – an deren Ende die Grünweißen mit einem 6:2-Sieg nach Verlängerung (0:2, 4:2) als Strahlemänner vom Platz gingen. Das Tor zur Verlängerung wurde erst mit einem Tor des Willens in der 7. Minute der Nachspielzeit aufgestoßen – zwei Minuten zuvor verschoss man einen Elfmeter. Als „Jahrhundertspiel“ bezeichnete mit Jahn-Legende und Sportlicher Fortuna-Leiter Hans Meichel einer, der alles gesehen und erlebt hat, das Geschehene. Den Liveticker auf FuPa verfolgten Tausende, am Montag wurden Zeiml und Morina prompt ins Studio des lokalen Fernsehsenders geladen.

Doch was bleibt von dieser irrealen Aufholjagd? Wie es die Relegation so an sich hat: fürs Erste überhaupt nichts. „Das Spiel gegen Wasserburg war gestern und ist nichts wert, wenn wir es am Ende nicht mit dem Klassenerhalt krönen“, macht Arber Morina ganz deutlich. „Es gilt den Kopf freizubekommen und die Akkus – nach dem kräftezehrenden Spiel mit Verlängerung – so schnell wie möglich aufzuladen“, schiebt der baldige Übungsleiter der Fortuna nach.

In der 2. Runde heißt der Regensburger Gegner VfR Garching, der auf dem Weg hierhin Landesligist TSV Seebach ausschalten konnte (4:2 und 2:2). Nur der Sieger ist nächste Saison Bayernligist. Am Samstagabend gab es bei beiden Vereinen noch einige Diskussionen über Spielorte und Spielzeiten. Los geht die Runde am morgigen Mittwoch (18.30 Uhr) in Regensburg, und die Entscheidung fällt dann am Samstag (16 Uhr) im Garchinger Seestadion.



„Die bessere der beiden Mannschaften hat sich durchgesetzt“, kommentierte VfR-Trainer Nico Basta am Wochenende mit Blick auf den nächsten Gegner. „Aber vielleicht liegt uns Regensburg als die spielstärkere Mannschaft auch etwas besser“, meint er. Die Münchner Vorstädter durften sich in der Vergangenheit (zuletzt in der Saison 19/21) für insgesamt sechs Jahre Regionalligist nennen, jetzt droht der Abstieg in die Landesliga. Während der abgelaufenen Runde in der Bayernliga Süd holte das Team gesamt nur 22 Punkte. Auf Seiten der Fortuna waren es derer 48. Doch auch das ist in den Augen von Helmut Zeiml und Arber Morina völlig nebensächlich, unbedeutend. „An der ersten Runde, wo auch der Würzburger FV weitergekommen ist, sieht man ja, dass die Punkte nicht entscheidend sind. Sie haben sich halt früh mit ihrem Schicksal abgefunden, hatten einige Spieltage vor Schluss keine Chance mehr auf den direkten Klassenerhalt“, weiß Zeiml. „Wir dürfen uns nicht täuschen lassen von Garchings letzten Ergebnissen in der Liga. Diese Erfahrung hat auch Seebach gemacht“, warnt Trainerpartner Morina genauso eindringlich: „Wir nehmen sie voller Respekt.“

Was geben die Regensburger Trainer ihrer Mannschaft fürs Hinspiel auf heimischem Geläuf mit auf den Weg? Noch-Chefcoach Zeiml antwortet: „Wir brauchen definitiv erneut diese Leidenschaft und Laufbereitschaft, die wir gegen Wasserburg drei Halbzeiten lang nicht an den Tag gelegt haben. Das ist der große Faktor im Fußball. Wenn wir die richtige Einstellung, das richtige Tempo und das richtige Zweikampfverhalten in der Defensive zeigen, haben wir eine gute Chance.“ Nach der Partie am Samstag sei man jetzt natürlich in einer „absolut positiven Gefühlswelt“. Und Morina sagt: „Mir müssen schauen, uns mit einer Topleistung den Klassenerhalt auch zu verdienen.“

Personell sieht es bei den Hausherren des Mittwochabends so aus, dass sich grundsätzlich in puncto sicherer Ausfälle nichts ändert. „Mal schauen, was der Körper und der Kopf nach dem Spiel am Samstag sagen“, so Morina am Dienstag, Wir sind am Tüfteln, mit welcher Vorgehensweise wir das nächste Spiel angehen. Das sind alles so Ideen und Gedanken, die gestern und heute zum Tragen kommen. Ein normales Training ist aktuell ohnehin nicht mehr möglich.“ Zuschauer werden erneut gebeten, aufgrund der Parkplatzsituation am Gewerbepark Regensburg zu parken oder mit dem ÖPNV anzureisen.

Aufrufe: 028.5.2024, 13:15 Uhr
Florian WürtheleAutor