2026-04-23T13:43:33.969Z

Interview

Fels in der Brandung (3): Christoph Schulz - kommunikativer Moderator

Wir beleuchten die Kapitäne der Regionalliga Bayern und zeigen auf, was es bedeutet, als Anführer die Verantwortung für sein Team zu tragen

von Stephan Hörhammer · 11.01.2026, 06:00 Uhr · 0 Leser
Seit 2011 im Verein, langjähriger Kapitän und zentrale Identifikationsfigur des SV Wacker Burghausen: Christoph Schulz.
Seit 2011 im Verein, langjähriger Kapitän und zentrale Identifikationsfigur des SV Wacker Burghausen: Christoph Schulz. – Foto: mb.presse / Butzhammer

Verlinkte Inhalte

präsentiert von
ZF BKK

Jeder kennt ihre Namen, jeder sieht sie beim Münzwurf – aber was treibt die Kapitäne der Regionalliga Bayern wirklich an? Wir haben bei den Anführern der "Champions League der Amateure" nachgefragt: Wer ist der Lautsprecher, wer der stille Arbeiter?

In unserer neuen FuPa-Serie "Fels in der Brandung" stellen wir euch die "Chefs im Ring" vor und liefern euch interessante Einblicke ins sportliche Dasein zwischen Kapitänsjob, Trainingseinheit und der Jagd nach drei Punkten.

Nach Philipp Walter (TSV Buchbach) und Marco Greisel (TSV Schwaben Augsburg) steht diesmal Christoph Schulz, Spielführer des SV Wacker Burghausen, im Mittelpunkt.

Zweifelsfrei: Christoph Schulz ist das personifizierte Gesicht der Salzach-Elf. Der am 11. September 1996 in Passau geborene Defensivspezialist prägt den Verein bereits seit der Saison 2011/2012, als er als Jugendspieler in die U17-Mannschaft des oberbayerischen Traditionsclubs wechselte. Nach seiner Ausbildung im vereinseigenen Nachwuchsleistungszentrum gelang ihm im Jahr 2015 der Sprung in den Kader der ersten Mannschaft, der er seither ununterbrochen angehört.

Seit 2020 führt der 1,83 Meter große Rechtsverteidiger die Mannschaft als Kapitän auf das Feld. Er gilt auf dem Platz als verlässliche Stütze und Identifikationsfigur, der die Werte des Vereins sowohl sportlich als auch menschlich verkörpert. Mit weit über 300 Pflichtspieleinsätzen gehört er zu den erfahrensten Akteuren der Regionalliga Bayern. Seine Treue zum Traditionsclub untermauerte der 29-Jährige zuletzt durch seine Vertragsverlängerung, die ihn bis zum 30. Juni 2026 an die Salzachstädter bindet.

"Nötige Effizienz hat einige Male gefehlt"

Christoph: Wie zufrieden bist Du mit dem bisherigen Saisonverlauf? Was läuft gut, was
weniger gut?

Mit dem Saisonverlauf sind wir nur bedingt zufrieden. Wir hätten uns den ein oder anderen Sieg mehr gewünscht. Wir hatten einige starke Spiele, aber auch ein paar Partien, bei denen wir vor allem ergebnistechnisch nicht überzeugen konnten. Insgesamt hat uns in einigen Begegnungen die nötige Effizienz gefehlt, um knappe Spiele öfter für uns zu entscheiden.

Vorbild durch Leistung, kommunikativer Moderator, emotionaler Antreiber: Für welche Art von Führungsstil hast Du Dich entschieden?

Grundsätzlich versuche ich alle drei genannten Stile in meiner eigenen Art und Weise zu kombinieren. Vorbild durch Leistung ist sowieso Grundvoraussetzung. Ich sehe mich als kommunikativer Moderator des Teams, der durch seine sachliche Leistung vorangeht - und dadurch versucht anzutreiben.

Welche spezifische Aufgabe siehst Du als Kapitän auf dem Platz und in der Kabine als Deine wichtigste an, um die Team-Moral und -Einheit zu gewährleisten und aufrecht zu erhalten?

Als verlängerter Arm des Trainerteams zu fungieren, ist mit die wichtigste Aufgabe. Aber auch das Aufbauen von Mitspielern nach Rückschlägen, das Integrieren von neuen Teamkameraden, die Kommunikation mit unseren Fans und natürlich das Vorangehen durch Leistung auf dem Platz in jeder Trainingseinheit und in jeder Partie zähle ich zu meinen zentralen Aufgaben.

"Mund abputzen - und weiter geht’s"

Wie gehst Du als Kapitän mit Spielern um, die im Kader eher eine Nebenrolle spielen oder unzufrieden sind, um deren Engagement für die Mannschaft aufrecht zu erhalten?

Ich habe für alle Spieler immer ein offenes Ohr und versuche ihnen mit meiner Erfahrung zu helfen.

Welchen Wert legst Du auf die Erfahrung älterer Spieler im Kader? Und wie bindest Du diese in Deine Führungsarbeit als Kapitän ein?

Darauf lege ich sehr viel Wert. Ich bin niemand, der Themen für die Mannschaft alleine entscheidet. Die erfahrenen Spieler sind sowieso im Mannschaftsrat verbunden und werden bei allen Themen miteinbezogen. Dadurch, dass es unter diesen Spielern auch unterschiedliche Persönlichkeiten gibt, ergänzen wir uns sehr gut.

Parallel zum Leistungsfußball absolvierte Schulz ein Studium der Wirtschaftsinformatik an der Universität Passau. Heute ist er neben dem Sport als System Engineer bei der Wacker Chemie AG tätig.
Parallel zum Leistungsfußball absolvierte Schulz ein Studium der Wirtschaftsinformatik an der Universität Passau. Heute ist er neben dem Sport als System Engineer bei der Wacker Chemie AG tätig. – Foto: mb.presse / Butzhammer

Wenn es darum geht, die Mannschaft nach einem Rückschlag (z. B. eine klare Niederlage oder eine Schiedsrichter-Fehlentscheidung) wieder aufzurichten: Welche Mittel nutzt Du? Welche sind Deiner Meinung nach am effektivsten?

Getreu dem Motto 'Mund abputzen - und weiter geht’s' versuche ich ruhig und cool zu reagieren - und einfach weiter zu machen. Ich denke, das färbt meistens am besten ab. Das hilft der Mannschaft mehr, als sich lange über nachteilige Entscheidungen oder schlechte Spiele zu ärgern.

"DFB-Pokal-Einzug wäre ein Traum"

Was möchtest Du als Kapitän am Ende Deiner Amtszeit hinterlassen? Welches „Erbe“ ist Dir wichtig?

Damit habe ich mich bisher noch nicht befasst. Ich konzentriere mich momentan auf die Gegenwart. Hoffe aber natürlich, dass mein Name und die Rückennummer 31 noch lange mit Wacker Burghausen verbunden bleiben wird.

Abschließend: Wo steht Deine Mannschaft am Ende dieser Regionalliga-Saison?

Platz fünf ist in der Liga realistisch - und im Pokal haben wir die große Chance ins Toto-Cup-Finale einzuziehen. Der mögliche Einzug in den DFB-Pokal wäre für den
Verein, die Mannschaft und die Fans ein Traum.

Dafür drücken wir Dir und den Burghausenern die Daumen. Danke fürs Interview!