2024-05-24T11:28:31.627Z

Ligavorschau
Timo Schmidt (Mitte) muss künftig ohne seinen Chefcoach-Kollegen Dennis Steinbrecher (rechts) auskommen.
Timo Schmidt (Mitte) muss künftig ohne seinen Chefcoach-Kollegen Dennis Steinbrecher (rechts) auskommen. – Foto: Michael Wolff

Bretzenheim: "Traurigste Entscheidung meiner Karriere"

TSG reist zum Sechs-Punkte-Spiel nach Rüssingen +++ Marienborner Heimspiel +++ FC Basara will Rang zwei festigen

Sieben Spieltage stehen aus in der Fußball-Verbandsliga. Vier Mannschaften werden absteigen. Und gegen alle vier Teams, die derzeit in der roten Zone stehen, tritt die TSG Bretzenheim noch an. Los geht es diesen Sonntag (15 Uhr) bei der TuS Rüssingen. Die 46er haben es, knapp über der Gefahrenzone schwebend, in der eigenen Hand, ein drittes Jahr am Stück so hoch zu spielen wie nie zuvor.

„Vor Ostern hatten wir eine Phase, in der wenige Leute im Training waren. Das hat sich wieder geändert, es ist mehr Zug drin“, sagt Luca Scherer. Der 25-Jährige, der seit Kindergarten-Jahren bei der TSG spielt, zählt zum Kreis der Führungsspieler. Und die machten unlängst eine Ansage: Schluss mit Schlendrian. So wie in den vergangenen Wochen konnte es nicht mehr weitergehen. Fünf Spiele, zwei Punkte – die Tendenz war klar negativ. Das hat sich gegen Top-Team Herxheim (0:0), umgekehrt, wo ein Sieg absolut verdient gewesen wäre.

Das Rezept: „Wir haben den Fokus erst einmal auf die Defensive gelegt, wollten die Null halten und aus dieser Sicherheit heraus nach vorne spielen.“ Zurück zu den Basics, rechtzeitig vor den Kellerduellen. Vier Siege, ein Remis und eine Niederlage sprangen bislang gegen die fünf Teams, die hinter der TSG rangieren, heraus. Sechs-Punkte-Spiel können die 46er also. Vielleicht, sagt Scherer, habe man sich zwischenzeitlich etwas zu sicher gefühlt. Doch das ist vorbei. „Jetzt müssen wir wieder Gas geben und gegen die direkten Konkurrenten Dreier einfahren, angefangen am Sonntag.“

Durchaus denkbar, sagt der Innenverteidiger, dass die Null-Euro-Politik des Vereins die Verbindlichkeit verringert. Wer gar kein Salär erhält, gibt eher mal anderen Freizeitoptionen als dem Fußball den Vorrang. Umsteuern will und kann der Club nicht. „Weil es hier ein bisschen lockerer ist, spielen die Spieler teilweise ja auch hier“, sagt Scherer, „aber mein eigener Anspruch wäre es schon, regelmäßig da zu sein und Erfolg zu haben.“ Scherer spricht von einer Phase, sieht kein grundsätzliches Problem. Und das, alles in allem, aktuelle Langzeit-Hoch des Vereins gibt ihm Recht.

"Habe mich für alle anderen Zwecke angeboten"

Eine Zusatz-Motivation liegt darin, Dennis Steinbrecher einen erfreulichen Abschied aus seiner Trainer-Rolle zu verschaffen. Dass der 32-Jährige nächste Saison als Sportlicher Leiter und nicht mehr als Timo Schmidts Chefcoach-Kompagnon weiter macht, war auch im Team eine Überraschung. Steinbrecher spricht von einer der klarsten und zugleich traurigsten Entscheidungen seiner Laufbahn. Doch ein verkomplizierter Hausbau, ein anspruchsvoller Beruf und die Familie lassen einfach zu wenig Zeit.

„Es gefällt mir hier so gut, dass ich mich für alle anderen Zwecke angeboten habe“, erzählt Steinbrecher. Das ließ sich der Club nicht zweimal sagen. In der Vernetzung von U19, erster und zweiter Mannschaft sieht er seine Hauptaufgabe. Hier sollen die Strukturen verbessert werden. „Das ist die TSG-DNA“, sagt Steinbrecher. Dazu zählt mittlerweile auch der Abstiegskampf. „In Rüssingen wird es zur Sache gehen“, weiß Scherer. „Wir müssen auch da versuchen, unsere fußballerische Qualität durchsetzen.“ Aber dagegen halten, Zweikampfschärfe und ein bisschen Trash Talk gehören ebenso dazu, um über dem Strich zu bleiben.

Der FC Basara Mainz will am Samstag (16 Uhr) beim FC Bienwald Kandel Rang zwei behaupten. Die TuS Marienborn kann Sonntag (15.30 Uhr) gegen den SV Hermersberg einen vorentscheidenden Schritt zum Ligaverbleib gehen.

Aufrufe: 013.4.2024, 14:03 Uhr
Torben SchröderAutor