2024-02-23T08:22:50.674Z

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Die Beecker müssen wieder mehr Zugriff gewinnen.
Die Beecker müssen wieder mehr Zugriff gewinnen. – Foto: Michael Schnieders

Auf einmal patzt nun Beecks Defensive

Der Rückrundenauftakt beim direkten Konkurrenten Fortuna Düsseldorf U23 fiel für Beeck witterungsbedingt aus. Dadurch ist nun eine Woche mehr Zeit, an der plötzlich aufgetretenen Defensivschwäche intensiv zu arbeiten.

Dass der FC Wegberg-Beeck als einziger reinrassiger Amateurverein der Liga mit 19 Punkten bislang weit erfolgreicher ist, als es allgemein zu erwarten war, liegt nicht zuletzt an der lange Zeit weitgehend funktionierenden Defensive.

Die Dreierkette mit der Stammbesetzung Nils Hühne, Yannik Leersmacher und Takahito Ohno stand sicher, dahinter versahen sowohl Stammtorhüter Ron Meyer als auch sein Vertreter Yannik Hasenbein ihren Dienst zuverlässig bis zuweilen sogar spektakulär. Woran es eher schon mal haperte, war die Durchschlagskraft nach vorne.

Das war in den beiden letzten Spielen freilich grundlegend anders. „Erstmals haben wir ein Spiel in der Abwehr verloren“, stellte Trainer Mark Zeh vor zwei Wochen nach dem turbulenten 2:5 gegen Rot-Weiß Oberhausen fest – die Partie hätte aufgrund etlicher weiterer dicker Chancen auf beiden Seiten auch locker 5:8 ausgehen können. Und vor einer Woche, beim 0:3 in Gütersloh, erwies sich Beecks Defensive erneut als äußerst löchrig. Auch da hätte es noch weit mehr Gegentore hageln können, hätte der FC umgekehrt aber durchaus auch selbst den ein oder anderen Treffer erzielen können – die Chancen dafür spielte sich das Team heraus.

Beecks Probleme haben sich aktuell also in die Abwehr verlagert. „Wir haben in den letzten beiden Spielen nicht gut verteidigt. Aber auch zuvor schon beim 1:1 gegen Velbert haben wir zu viel zugelassen“, merkt Zeh an. Stellt sich die Frage nach der Ursache. „An der Einstellung liegt es jedenfalls nicht. Die ist nach wie vor gut“, versichert Zeh.

Fehlen die Körner?

Der Coach vermutet einen anderen Grund: „Die Böden sind nun tiefer, da könnte es auch eine Kraftfrage sein, fehlen zunehmend ein wenig die Körner, kommen wir deswegen nun häufig die berühmte Zehntelsekunde zu spät. Wir müssen gerade in der Defensive einfach wieder griffiger werden.“

Dazu seien fast alle Spieler gegen RWO und in Gütersloh nicht an ihre Leistungsgrenze herangekommen. „Ich sage gerne, dass wir in dieser Liga nur mithalten können, wenn mindestens sechs Mann bei uns in einem Spiel die Notezwei verdient haben. Das war aber schon gegen Velbert nicht der Fall – erst recht nicht in den beiden letzten Spielen.“

Bleibt der Blick aufs Personal. Da Kapitän Maurice Pluntke verletzungsbedingt insgesamt fünf Monate fehlte und auch danach zu Pausen gezwungen war, weil sich das operierte Knie immer wieder mal meldete, war Yannik Leersmacher, der Ur-Beecker, quasi bis Anfang November der zentrale Mann der Dreierkette. Diesen Part spielte der 26-Jährige mit Bravour, legte eindeutig die bislang beste Halbserie seiner Karriere hin.

Leersmacher spielt beim FC seine mittlerweile achte Seniorensaison. Sein Problem in all den Jahren zuvor war – natürlich neben schwankenden Leistungen – vor allem seine Vielseitigkeit: Er kam auf fast allen Positionen mal zum Einsatz (eben da, wo gerade Bedarf war), spielte sich aber nirgendwo mal so richtig fest, blieb so immer ein Wanderer zwischen Platz und Ersatzbank.

Leersmacher fehlt erstmal

„Yannik ist nun ein echter Leistungsträger geworden. Wir haben ihm vor der Saison viel Verantwortung gegeben, und das hat ihm gutgetan, er ist dieser Verantwortung gerecht geworden“, lobt Zeh. Lediglich einmal, beim 1:4 in Aachen, stand Leersmacher neben der Spur – aber da spielte er auch nicht in der Kette, sondern zentral vor der Abwehr.

Velbert war nun freilich Leersmachers vorerst letztes Spiel – erst in der ersten Märzhälfte wird er aus Australien zurück in Beeck erwartet. „Mit ihm ist uns ein ganz wichtiger Spieler vorerst weggebrochen“, sagt Zeh. Ohne „Leerse“ kassierte Beeck in den beiden Partien acht Tore und war damit noch ganz gut bedient. Ob das Beecker Eigengewächs also zu einem klassischen Fall eines Spielers wird, dessen wahren Wert man erst erkennt, wenn er mal längere Zeit nicht dabei ist?

So weit möchte Zeh nicht gehen, vertraut stattdessen seinem Kapitän: „Maurice braucht nach seinerlangen Pause nun einfach regelmäßige Spielpraxis. Jedes Spiel tut ihm gut. Und mit jedem Spiel wird es besser, da bin ich mir sicher.“

Was auch auf Beecks jüngste Verpflichtung Toranosuke Abe zutreffen könnte. In Gütersloh trat der Japaner zumindest schon einmal positiv in Erscheinung, als sein Strahl aus 20 Metern an den Pfosten klatschte. „Wir hoffen sehr, dass er zu einer echten Alternative für die Außenbahnen wird“, bekräftigt Zeh.

Aufrufe: 04.12.2023, 23:00 Uhr
Mario EmondsAutor