2024-04-20T08:00:28.265Z

Interview
– Foto: Alexander Fischer

Paukenschlag in der Corona-Zwangspause

KOL Friedberg: +++ Maximilian Esposito verlässt nach 18 Jahren im Senioren-Bereich den Verein +++ "Gute Ergebnisse haben nichts an der Stimmung im Verein geändert" +++ Er war seit 1990 im Verein +++

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Seit 1990 war Maximilian Esposito beim SV Steinfurth tätig, achtzehn Jahre im Senioren Bereich. Nun trennen sich die Wege des Klubs und des Spielertrainers. Für viele kam die Entscheidung sehr plötzlich und unerwartet. Die Mannschaft schaffte vor der Corona-Zwangspause einen beeindruckenden Lauf von 13 Siegen aus 15 Spielen, die anderen beiden spielte man unentschieden. Sollte es zum wahrscheinlichen Abbruch der Saison kommen, wäre man sogar aufgestiegen. Aber es gibt immer zwei Seiten der Medaille. Deswegen haben wir bei ihm nachgefragt, wo die Gründe für seine Entscheidung liegen:

Hallo Maximilian, nach sechs Jahren als Spielertrainer, wie schwer fiel es Dir, den Entschluss zu fassen, jetzt zu gehen?

„Grundsätzlich war es eine sehr harte Entscheidung. Ich war seit 1990 beim SV Steinfurth und damit meine ich durchgängig. Zusammen haben wir viele Höhen und Tiefen erlebt. Nun war diese Saison mit der Platzierung, die wir hatten, besonders gut. Da ist es mir schon schwergefallen.“

Der Rücktritt kam sehr plötzlich, wo lagen die Gründe für den Entschluss?

„Vor der Saison habe ich mich aus privaten Gründen von meinem Co. Trainer getrennt. Dann war der Vorstand zum Teil gegen mich. Kurz vor der Saison wollten sie dann den Trainer wechseln, was mich schon sehr getroffen hat. Letztlich hat unser Erster Vorsitzende das dann verhindert, da auch er es als zu kurzfristig gesehen hat. Und auch jetzt nach den vielen guten Ergebnissen hatte sich die Stimmung nicht gebessert. Es wurde weiter hintenrum über mich gesprochen. Ich müsse mehr machen, obwohl wir doch schon fast jedes Spiel gewonnen haben. Schließlich habe ich mich einfach nur noch unwohl gefühlt. Außerdem habe ich geheiratet und ein Kind. Auch wenn die Ergebnisse gestimmt haben, wollte ich mich jetzt gerne mehr um meine Familie kümmern.“

Was wirst Du am meisten vermissen?

„Den Großteil der Mannschaft. Sie sind mir ans Herz gewachsen und in den achtzehn Jahren, die ich bei den Senioren tätig bin, sind sie die qualitativ beste Mannschaft. Ich werde die Jungs vermissen.“

Wohin wird die Reise jetzt gehen?

„Als Trainer mache ich jetzt erstmal Pause. Man braucht für die Vorbereitung einer Trainingseinheit sehr viel Zeit, die ich jetzt einfach nicht mehr habe. Zum Glück bin ich schwereren Verletzungen ferngeblieben, dreimal auf Holz geklopft, und auch wenn ich dieses Jahr 37 werde, fühle ich mich noch fit. Ich würde gerne selbst nochmal Fußball spielen. Wohin es mich zieht, weiß ich noch nicht. Das hängt letztlich davon ab, wer Interesse hat und wie ich mich fühle. Es juckt mich noch Richtung Gruppenliga oder KOL, aber durch Corona haben wir noch ein bisschen Zeit (lacht). Grundsätzlich bin ich aber für alles offen.“

Aufrufe: 04.6.2020, 18:59 Uhr
Benjamin HerzogAutor