2024-05-24T11:28:31.627Z

Allgemeines
Bleibt an der Seitenlinie: Michael Adelwart gibt die Kommandos beim TSV.  Foto: CF.
Bleibt an der Seitenlinie: Michael Adelwart gibt die Kommandos beim TSV.  Foto: CF.

Nach vier Absagen: Adelwart bleibt Trainer in Murnau

Florian Langenegger verlässt den Verein

Vier Absagen hat er sich eingehandelt. Jetzt reicht’s. Michael Adelwart (36), der die Murnauer Fußballer als Trainer durch die Relegation begleitet hat, macht erst einmal selbst weiter.

Versucht hat er’s ja, seinen Posten loszuwerden. Nur: Der Erfolg war ihm nicht vergönnt. Vielleicht soll es einfach so sein, dass Michael Adelwart als Trainer der Murnauer Fußballer weitermacht. Klar, er ist auch Abteilungsleiter. Wahrlich keine einfache Konstellation. Doch: Derzeit steht keine andere Lösung im Raum. „Ich habe mir vier Absagen von Kandidaten geholt“, verdeutlicht Adelwart. „Eine Option ist noch offen, allerdings erst für den Winter.“

Der Spartenchef beim TSV suchte bereits in der Endphase der Kreisliga-Runde. „Das macht dir schon einer“, sagt er. Aber: „Ich wollte einen, der bleibt, der notfalls in der Kreisklasse weitermacht.“ Adelwart sieht vieles im Großen beim TSV. Er verliert nie das Gesamtprojekt aus den Augen. Ein Trainer „muss Sinn machen“, sagt der 36-Jährige. Will also keiner die Murnauer übernehmen? Es hätten sich auch einige von sich aus angeboten, stellt er klar. „Aber da wird es mit mir oft schwierig.“ Das räumt er ein. Er nimmt nicht jeden. Einen gewissen Anspruch an den Übungsleiter für die Erste Mannschaft hat er. „Das haben sich die Jungs auch verdient.“ Gerade nach solch einem Kraftakt, der den Verbleib in der Kreisliga sicherte.

Traut sich deshalb keiner ran an den TSV? „Ich denke, dass die Aufgabe sicher auch eine schwierige bei uns ist“, kommentiert Adelwart. Der Kader wird sich nicht großartig verändern. In einigen Punkten glücklicherweise: Kapitän Benedikt Hausmann beispielsweise gab Adelwart seine Zusage für eine weitere Saison. Erst ist einer der Brückenpfeiler im Spiel des TSV. Das zeigten nicht erst die Relegationsduelle mit dem SV Uffing sehr deutlich. Auch Keeper Felix Schürgers ist weiter dabei. Schmerzen bereitet der Abgang von Florian Langenegger. Ihn zieht es für einige Wochen zum 1. FC Garmisch-Partenkirchen, dann geht er nach Kanada. „Er war eine wichtige Personalie in der Relegation.“ Das steht für Adelwart fest. „Er hat uns sehr geholfen, aber es war auch klar, dass er wieder geht.“

Neuzugänge zu akquirieren, hält Adelwart für schwierig. „Das macht nur Sinn bei talentierten jungen Spielern oder wenn es über die Gemeinschaft mit den jetzigen Spielern läuft.“ Vielmehr steht den Murnauern eine neue Herausforderung ins Haus: Es gilt, A-Jugendliche langsam ins Team zu integrieren. „Endlich“, sagt der Trainer nicht ohne Grund. Den Nachwuchs auch an den Erwachsenenbereich heranzuführen, darauf zielt ja die Jugendarbeit ab. „Wir haben sieben Spieler des älteren A-Jugend-Jahrgangs. Ich bin gespannt, wie sie Fuß fassen können. Auf jeden Fall sollen sie reinschnuppern.“

Damit ist Adelwart aber auch wieder bei der Komplexität der Traineraufgabe in Murnau angelangt. Jugendliche heranzuführen, einen Umbruch zu forcieren, das erfordert Geduld und oftmals auch Mut. „Am Mut fehlt es den Trainern oft nicht, ganz sicher aber an der Konsequenz, dies auch durchzuziehen.“

Dinge, die er sich selbst offenbar zutraut. Sonst hätte er von vornherein abgeblockt, als es um die Fortführung seines Engagements ging. Dass die Situation beim TSV durchaus ungewöhnlich ist, streitet er nicht ab. „Es funktioniert auch nur, solange die Jungs mich akzeptieren.“ Schließlich habe er mit einigen selbst noch gespielt. Doch: An Selbstvertrauen mangelt es dem Polizisten nicht. „Natürlich war das sicher für den einen oder anderen ein komisches Gefühl in den letzten Wochen der Saison, aber wir haben zusammen eben auch einiges bewegt.“

Allein wagt er sich an das Team sowieso nicht heran. Adelwart beschreibt sich als „Teamplayer“. Daher läuft derzeit die Suche nach Kollegen, die ihn bei seinem Vorhaben unterstützen. Er könnte sich zwei zusätzliche Coaches vorstellen. Einen aus dem internen Bereich, dazu einen, der keinen Stallgeruch aufweist. „Für mich macht es einfach wenig Sinn, ein solches Team allein zu trainieren.“ Er brauche Mitstreiter, mit denen er sich auf Augenhöhe unterhalten könne. „Es ist wichtig, dass jemand da ist, dem du vertraust.“ So einer wie Stephan Bierling, der allerdings weiterhin die zweite Garde unter seinen Fittichen hat. „Mit ihm läuft das überragend.“

Ein paar Kandidaten hat Adelwart im Auge. Mit ihnen muss er noch letzte Gespräche führen. Dann geht’s voraussichtlich am 9. Juli wieder los. Mit einer klaren Zielsetzung: „Wir wollen nichts mit dem Abstieg zu tun haben.“ Denn die vergangenen Wochen seien „schlimm“ für den TSV gewesen. Trotz des positiven Ausgangs eine Belastung für alle. Nicht nur für Adelwart.

Aufrufe: 019.6.2018, 11:34 Uhr
Garmisch-Partenkirchner Tagblatt / Christian FellnAutor