2024-04-16T09:15:35.043Z

Allgemeines
Nicht zu toppen: Sebastian Pflügler (r.) schoss Vötting mit 21 Toren fast in die Aufstiegsrelegation. F: Gleixner
Nicht zu toppen: Sebastian Pflügler (r.) schoss Vötting mit 21 Toren fast in die Aufstiegsrelegation. F: Gleixner

Freisinger Kreisliga-Rückblick: Diese Spiele waren das Eintrittsgeld wert

Mauern hält in der Relegation die Klasse

Kein Aufsteiger in die Bezirksliga, dafür mit dem FC Neufahrn und dem TSV Nandlstadt zwei Absteiger in die Kreisklasse: Überaus erfolgreich waren die Landkreis-Teams in der abgelaufenen Kreisliga-Runde nicht. Immerhin hat die SpVgg Mauern mit zwei Siegen in der Relegation am Ende noch die Klasse gehalten.

Der Bomber der Saison

In Sachen Torjägerkanone führte an Sebastian Pflügler kein Weg vorbei. Vöttings Eigengewächs kam am Ende auf 21 Treffer – keiner netzte öfter ein. In zwei Spielen traf Pflügler sogar dreifach: beim 5:1 gegen Nandlstadt und insbesondere beim wichtigen 4:2-Sieg gegen den späteren Meister FSV Pfaffenhofen. „Wenn ich die Torjägerkrone hole, gibt’s mit den 15 Kästen Bier sicher a gscheids Grillfestl“, erklärte Pflügler kurz vor Saisonende. Und dieses Versprechen hat er gerne eingelöst! Der zweitbeste Goalgetter – aus Landkreissicht – war Attachings Christian Gerbl mit 18 Buden. Und den Bronzerang sicherte sich Palzings Co-Trainer Markus Weinbacher, der 17 Mal ins Schwarze traf.

Die Unglücksraben

Sie waren so nah dran: Die Fußballer des SV Vötting waren das einzige Team aus dem Landkreis, das in der Tabelle oben mitmischte. Doch dem SVV ging im Saisonendspurt etwas die Luft aus. Nicht aber das deutliche 0:6 am letzten Spieltag im direkten Duell gegen den FC Schwaig war es, was den Vöttingern den Relegationsrang kostete, sondern das Match eine Woche zuvor in Scheyern. Dort gelang den Freisingern in der 80. Minute der 2:2-Ausgleich – dieses Remis wäre in der Endabrechnung Gold wert gewesen. Die Vöttinger wollten aber unbedingt noch den Siegtreffer erzwingen – und fingen sich drei Minuten später das 2:3.

Die Spätstarter

Hätte man in der Winterpause ein paar Euro auf einen erfolgreichen Saisonausgang bei der SpVgg Mauern gesetzt, dann würde man jetzt im Geld schwimmen. Von den 17 Partien bis dahin hatten die Lippcke-Mannen zwölf verloren, nur zwei – gegen Nandlstadt und Lengdorf – hatten drei Zähler eingebracht. Eine fast schon aussichtslose Situation. Dass es die Hallertauer letztlich doch noch in die Relegation und im Nachsitzen zum Klassenerhalt schafften, hatten sie ihrem starken Endspurt zu verdanken. Die Mauerner Spätstarter gaben ab Ende März so richtig Gas: Sie gewannen nicht nur fünf von zehn Spielen, sondern fertigten unter anderem auch den FC Lengdorf mit 7:0 ab. „Es muss schon viel zusammenpassen, dass wir das noch packen“, hatte SpVgg-Fußballchef Alex Karl den Ball immer flach gehalten. Und es hat viel zusammengepasst. Beim entscheidenden Relegationsmatch am 13. Juni in Langenpreising – beim 2:1-Erfolg der Mauerner Fußballer gegen den A-Klassisten SV Wörth – war der Abteilungsleiter übrigens nicht da. Er hatte nämlich längst seinen Urlaub gebucht.

Kartenspiele

Jeder in der Kreisliga weiß: Beim SV Vötting geht’s mit harten Bandagen zu, die Spiele am Kiesweiher waren in den vergangenen Jahren oft kein Zuckerschlecken für die Gäste. Heuer hielten sich die Vöttinger jedoch etwas zurück – mit Palzing, Neufahrn und Moosburg reihten sich sogar drei andere Landkreis-Teams hinter dem SVV in der Fairnesstabelle ein. Insgesamt tobten sich die 15 Kreisliga-Mannschaften aber wieder richtig aus: Die Unparteiischen zückten insgesamt 904 Gelbe, 41 Gelb-Rote und 25 Rote Karten. Besonders fleißig war der TSV Moosburg, der sich summa summarum 77 Verwarnungen und neun Ampelkarten einhandelte. Der „Mann des Jahres“ war dabei: Michael Westermeier, der allein fünf Mal früher zum Duschen ging.

Au revoir, Trainer

Die Überraschungen des Jahres leisteten sich der FC Neufahrn und der TSV Moosburg – mit zwei spektakulären Trainerwechseln. In Neufahrn stellten die Verantwortlichen im Sommer 2017 den Haudegen Irmfried „Gipsy“ Renner als neuen Coach und großen Hoffnungsträger vor. Lange hielt sich Renner aber nicht – schon Anfang Oktober musste der Trainer nach einem 1:1 in Scheyern gehen. Seine Bilanz: sechs Niederlagen in zehn Spielen. Ob es nur die sportliche Leistung war, die zur am Ende einvernehmlichen Trennung führte, ist nicht überliefert. Als Nachfolger präsentierte der FCN dann mit Willi Kalichman, Ex-Landesliga-Trainer in Eching, einen großen Namen. Doch auch der konnte den Abstieg der Neufahrner nicht verhindern.

Kurios war der Trainerwechsel beim TSV Moosburg. Denn eigentlich waren die Neustädter unter Spielertrainer Michael Pech durchaus erfolgreich, Pechs Rückkehr zu seinem Jugendklub war auch irgendwie eine Herzensangelegenheit. In der Winterpause und nach anderthalb Jahren schmiss Pech dann aber überraschend hin. Nicht aber die sportliche Situation war ausschlaggebend – vielmehr soll ihm das Engagement und die Disziplin innerhalb der Mannschaft nicht mehr gepasst haben. Mit Albert Bauer übernahm ein Routinier, der den TSV Moosburg zumindest noch auf Rang acht führte.

Gut investiert

Ein paar Euro sind es nur, die die Fans als Eintritt für die Kreisliga-Spiele zu berappen. Und die haben sich in der zurückliegenden Saison gelohnt. Nur eine Nullnummer sahen die Zuschauer, Attachings 0:0 am 20. Spieltag gegen Langengeisling. Ansonsten gab es durchaus einige – auch überraschende – Schützenfeste. So avancierte die SpVgg Mauern mit einem 1:7 am vierten Spieltag gegen die Eittinger immer mehr zum Sorgenkind. Allerdings schossen sich die Hallertauer dann mit einem 7:0 gegen den FC Lengdorf zwei Runden vor Schluss für die Relegation warm. Zudem feierte Mauern am 27. Spieltag ein 6:3 im Derby gegen Moosburg. In Erinnerung bleibt nicht zuletzt auch eben jenes 0:6 der Vöttinger gegen Schwaig, das endgültige Ende aller Relegationsträume.

Aufrufe: 08.7.2018, 08:09 Uhr
Freisinger Tagblatt / Matthias SpanradAutor