
In Berlin-Spandau ist am Donnerstag Abschied von Hans-Joachim Oertwig genommen worden. Die Berliner und Brandenburger Trainerlegende war am 15. Januar 2026 im Alter von 73 Jahren verstorben. Familie, Freunde, ehemalige Spieler und zahlreiche Weggefährten begleiteten ihn auf seinem letzten Weg am Friedhof in den Kisseln
Großer Andrang bei der Beisetzung von Hans Oertwig
Rund 300 Gäste nehmen am Donnerstag in Berlin-Spandau Abschied von Hans Oertwig. Familie, ehemalige Spieler, Vereinsvertreter und langjährige Weggefährten begleiten die Berliner und Brandenburger Trainerlegende auf ihrem letzten Weg. Oertwig stirbt am 15. Januar 2026 im Alter von 73 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung.

Kein Platz frei während der Beisetzung
Die Trauerfeier ist bis auf den letzten Platz gefüllt. So viele Menschen wollen kommen, dass zahlreiche Gäste draußen warten müssen. Zeitweise regnet es, doch kaum jemand geht. Das Bild zeigt, welchen Stellenwert Oertwig besitzt.

Ein letzter Ball von Enis Djerlek für seinen langjährigen Weggefährten
Organisiert wird die Beisetzung von seinem langjährigen Weggefährten und Co Trainer Enis Djerlek. Fast zwei Jahrzehnte arbeiten beide Seite an Seite. Für ihn ist Oertwig weit mehr als ein Trainer – er ist menschlicher Fixpunkt.
Am Grab legt Djerlek einen Fußball nieder – ein stilles Symbol für ein gemeinsames Leben auf dem Platz und darüber hinaus. Für viele ist es der bewegendste Moment des Tages.

Ostern 2025 werden zwei Abschiedsspiele ausgetragen
Er ist nie der Mann für die große Bühne – aber einer, der Generationen von Fußballern prägt. Die Nachricht von seinem Tod trifft den Berliner und Brandenburger Amateurfußball tief. Noch im April des vergangenen Jahres organisieren Weggefährten zwei große Abschiedsspiele in Oranienburg und Berlin-Spandau für ihn – als Dank für sein Lebenswerk. Nun erhält dieser Abschied eine andere, endgültige Bedeutung

Berliner- und Brandenburger Fußball werden geprägt von Hans Oertwig
Hans Oertwig wird 1953 in Berlin-Spandau geboren. Eine Verletzung beendet früh seine eigene Spielerkarriere. Stattdessen beginnt eine außergewöhnliche Laufbahn als Trainer. Bereits in den 1970er-Jahren wird er mit nur 22 Jahren erster hauptamtlicher Nachwuchstrainer Deutschlands beim Spandauer SV. Später führt er die Reinickendorfer Füchse zu 17 Siegen in Folge in der Oberliga Berlin, verfehlt sehr knapp die zweite Liga. Feiert viele Meisterschaften und prägt zahlreiche Mannschaften in Berlin und Brandenburg.
Hans Oertwig arbeitet für den DFB im Nachwuchs
Als DFB-Stützpunkttrainer arbeitet er über Jahre hinweg in der Talentförderung und begleitet junge Spieler auf ihrem Weg. Leistungsorientierung, Haltung und Respekt sind dabei stets seine Leitlinien. Fußballprofis wie Nico Schulz oder Peter Wynhoff machen unter ihm wichtige Entwicklungsschritte. Viele seiner Spieler sind heute Trainer.
Weggefährten nehmen Abschied im Spandauer Schützenhof
Im Anschluss an die Beisetzung treffen sich zahlreiche Weggefährten im Schützenhof in Hakenfelde. Erinnerungen werden geteilt, Geschichten erzählt. Der Berliner und Brandenburger Fußball verliert eine prägende Persönlichkeit – doch das Vermächtnis von Hans Oertwig lebt auf vielen Sportplätzen weiter.