2024-04-16T09:15:35.043Z

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– Foto: TS

Ab Sommer Verbandsliga? Emre Bicer ist Spieler der Woche

Fünf Tor-Beteiligungen bei Kantersieg gegen Favoriten

FuPa Nordhessen präsentiert den "MVP" – den wertvollsten Spieler – der vergangenen Woche. Nicht nur Tore sind hier entscheidend, auch unsere Community trägt dazu ihren Teil bei: Stimmen für die Akteure, die in den einzelnen Spielberichten abgegeben werden können, fließen in die Bewertung ein ⭐.

Sein Herz schlägt für Fenerbahce und den FC Barcelona, doch seit wenigen Monaten vor allem für den SV Türkgücü Kassel. Dorthin ist Emre Bicer in der Winterpause gewechselt – nicht ohne Vorgeschichte, wie uns Nordhessens Spieler der Woche im Interview verrät.

Der 26-Jährige würde seinem neuen Team, das tief im Kampf gegen den Abstieg steckt, sofort helfen – so der Plan. Am vergangenen Wochenende wurde diese nicht so steile These dann auch auf dem Platz deutlich. Drei Tore und zwei Vorlagen verbuchte der Produktionsmitarbeiter binnen einer guten Stunde. Es war weit mehr als eine Duftmarke. Wir haben mit dem Angreifer, der in der Jugend einst bei Tuspo Waldau begann, gesprochen:

9:1 gegen Zierenberg – Hand aufs Herz, damit habt ihr doch wohl nicht gerechnet?

Emre Bicer: Wir sind als Team mit der Überzeugung in das Spiel gegangen, dieses dann auch zu gewinnen und die drei Punkte zuhause zu behalten. Aber ja, mit dem Ergebnis hat vorher niemand gerechnet. Umso erfreulicher und motivierender ist es für uns als Team.

Es war nicht nur ein deutlicher Sieg, es waren vor allem ultra-wichtige drei Punkte im Kampf gegen den Abstieg. Wie bewertest du eure sportliche Lage?

Emre Bicer: Zu der sportlichen Lage gibts nicht viel zu sagen. Wir sind uns schlichtweg bewusst, in welcher Lage wir uns befinden. Wir stecken mitten in der Scheiße – auf gut Deutsch gesagt – und müssen uns gemeinsam mit aller Kraft da heraus hieven.

Du selbst warst auch ganz gut drauf. Drei Tore, zwei Assists – ist da ein wenig der Knoten geplatzt?

Emre Bicer: Die Tore haben gut getan, da habe ich beziehungsweise wir einen guten Tag erwischt. Dafür bedanke ich mich bei der Mannschaft! Denn alleine wäre dies fast unmöglich. Aber ich muss ehrlich sein, ich fühle keinen Knoten, der platzen muss. Dennoch hat es sich befreiend angefühlt.

Zwischen deinen beiden letzten Toren lagen 17 Minuten – allerdings inklusive Halbzeit. Wie viel effektive Spielzeit lag tatsächlich zwischen diesen beiden Erfolgserlebnissen?

Emre Bicer: Nicht viel, ich würde sagen, es waren effektiv zwei Minuten.

Nach einer Stunde wurdest du ausgewechselt, hatte dein Trainer etwa genug von dir gesehen?

Emre Bicer (schmunzelt): Ich glaube nicht, dass er genug gesehen hat. Im Ernst, es geht eher um die Rotation, sodass die Jungs mit weniger Spielzeit auch ran dürfen. Denn in unserer Lage kann man nicht viel rumexperimentieren.

"Es gab einen triftigen privaten Grund"

Du bist im Winter aus der Verbandsliga gewechselt, dort hattest du für die TSG Sandershausen regelmäßig gespielt und immerhin sechs Tore erzielt. Was war der Grund für den Transfer?

Emre Bicer: Also ich kann diese Frage nur insoweit beantworten, dass es einen triftigen privaten Grund gab. Einfach so, wegen fehlender Spielzeit oder gar wegen eines Streits bin ich nicht gegangen. Ich war in Sandershausen sehr zufrieden und das wissen die meisten. Jedenfalls waren dann beide Parteien einsichtig, was den Wechsel betrifft. So ist es dann dazu gekommen.

Du bist mit 26 Jahren im besten Fußball-Alter. Wie sehen deine persönlichen Ziele aus, soll es vielleicht nochmal ein oder zwei Ligen höher gehen?

Emre Bicer: Mein Ziel ist es, mindestens nochmal Verbandsliga zu spielen. In die Hessenliga würde ich mich auch nochmal wagen. Zu alt bin ich noch lange nicht und körperlich befinde ich mich in bester Verfassung (Teu, Teu, Teu). Jedenfalls würde ich sogar gerne ab dem Sommer wieder in der Verbandsliga spielen. Warten wir ab, was die Zukunft noch so mit sich bringt.

Aufrufe: 019.4.2023, 07:48 Uhr
Christian KurthAutor