
Die Saison ist gerade beendet, die Spieler im wohlverdienten Sommerurlaub, doch ruhig wird es deshalb rund um die 3. Liga noch lange nicht. Während sich mit den Würzburger Kickers am Montagabend der letzte Teilnehmer qualifiziert hat, könnte ein Absteiger doch an Bord bleiben. Möglich macht das der TSV 1860 München, der bis Mittwochnachmittag beim Deutschen Fußball-Bund eine Liquiditätslücke von rund 2,7 Millionen Euro nachweisen muss.
In der vergangenen Woche platzte die Bombe an der Grünwalder Straße in München. Laut übereinstimmender Medienberichte, sollen beim TSV 1860 München rund 2,7 Millionen Euro fehlen, der Lizenzentzug droht. Noch bis Mittwoch um 17 Uhr hat der Traditionsverein Zeit, um beim DFB die Liquidität nachzuweisen. Ob das gelingt, darf allerdings angezweifelt werden, zumal sich Investor Hasan Ismaik in den Sozialen Medien mehr als zurückhaltend geäußert hat und sich eher für einen grundlegenden Neuanfang in der Regionalliga ausgesprochen hat.
Sollte die Lücke in den Finanzen nicht geschlossen werden können und der DFB die Lizenz verweigern, würden die Löwen nachträglich als erster Absteiger der soeben beendeten Spielzeit feststehen. Das hätte zur Folge, dass die eigentlich abgestiegenen Kicker des TSV Havelse plötzlich wieder über dem Strich stünden und die Klasse gehalten hätten. Da in Havelse aber bereits seit Monaten die Planungen für die Regionalliga laufen und zudem der Nutzungsvertrag des Eilenriedestadions in Hannover abgelaufen ist, hätte der TSV kein Drittliga-taugliches Stadion. Zudem soll der Verein auch gar nicht allzu versessen auf eine weitere Saison in der 3. Liga sein, auch wegen hoher Kosten.
Sollte also der TSV 1860 keine Lizenz bekommen und Havelse kein Interesse bekunden, würde plötzlich der FC Erzgebirge Aue nachrücken. Ein Stadionproblem haben sie dort jedenfalls nicht und da mit einem Millionen-Etat der direkte Wiederaufstieg angegangen werden sollte, würde der Verein die Chance wohl mit Kusshand annehmen. Inwieweit es allerdings für die Liga spricht, wenn der Tabellen-18. als Doppelnachrücker die Klasse hält, muss jeder für sich selbst beantworten. Acht, beziehungsweise neun Punkte Rückstand auf das rettende Ufer sprechen jedenfalls eine klare Sprache.
* Der TSV 1860 München ist sportlich qualifiziert, hat aber finanzielle Probleme. Der TSV Havelse oder Erzgebirge Aue könnten nachrücken und so nachträglich die Klasse halten.
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