
Der TSV Havelse ist sportlich aus der 3. Liga abgestiegen. Wie schon 2022 endete der Ausflug in den Profifußball nach nur einer Saison. Doch ganz abgeschlossen ist das Kapitel womöglich noch nicht. Weil dem TSV 1860 München wegen einer Finanzierungslücke von 2,7 Millionen Euro laut Medienberichten ein Lizenzproblem und im schlimmsten Fall der Zwangsabstieg drohen könnte, würde Havelse plötzlich wieder über den Strich rutschen.
In Garbsen geht man mit diesem Szenario allerdings sehr vorsichtig um. Der Klub richtet seine Planungen weiterhin auf die Regionalliga Nord aus und will sich nicht auf eine Entwicklung verlassen, die noch von laufenden Verfahren abhängt.
Sportdirektor Florian Riedel äußerte sich gegenüber der Neuen Presse entsprechend zurückhaltend. Der Verein nehme die öffentliche Berichterstattung zwar wahr, wolle die eigene Planung aber nicht auf Spekulationen oder nicht abgeschlossene Verfahren stützen. Der Fokus liege deshalb weiterhin auf der Regionalliga.
Sollte sich nach Abschluss der Lizenzierung tatsächlich eine neue Ausgangslage ergeben, würden sich die zuständigen Gremien des Vereins damit befassen. Bis dahin bleibt Havelse bei der Linie, keine hypothetischen Szenarien weiter zu kommentieren.
Das ist nachvollziehbar. Nach dem Abstieg musste der Verein die Kaderplanung für die vierte Liga frühzeitig vorantreiben. Ein später Klassenerhalt am Grünen Tisch würde die sportliche und organisatorische Ausgangslage noch einmal massiv verändern.
Selbst wenn sich diese Tür öffnet, wäre der Klassenerhalt für Havelse nicht nur eine sportliche Erleichterung. Er würde auch neue Probleme mit sich bringen. Der Klub hätte kurzfristig wieder eine drittligataugliche Spielstätte benötigt.
In der abgelaufenen Saison trug Havelse seine Heimspiele im Eilenriedestadion aus. Dort wurden die provisorischen Stahlrohrtribünen laut "Liga3-online" inzwischen aber nahezu vollständig zurückgebaut. Das eigene Wilhelm-Langrehr-Stadion erfüllt mit rund 3500 Plätzen nicht die Anforderungen der 3. Liga. Sollte Havelse also doch in der Liga bleiben, müsste der Verein auch infrastrukturell sehr schnell Lösungen finden.
Die mögliche Rettung von Havelse hätte zudem Auswirkungen über Niedersachsen hinaus. Bleibt der TSV in der 3. Liga, würde in der Regionalliga Nord ein Platz frei. Davon könnte die U23 des FC St. Pauli profitieren, die dadurch nachträglich den Klassenerhalt schaffen würde.
Das wiederum hätte Folgen für die Oberliga Hamburg. In diesem Fall müssten nur FC Türkiye Wilhelmsburg, SV Halstenbek-Rellingen und SV Curslack-Neuengamme absteigen. FK Nikola Tesla wäre unabhängig von der Regionalliga-Relegation des Eimsbütteler TV gerettet.
Noch ist das alles Theorie. Entscheidend ist zunächst, ob 1860 München die Finanzierungslücke fristgerecht schließen kann und die Lizenz erhält. Havelse plant deshalb weiter seriös für die Regionalliga. Doch sollte der Fall tatsächlich eintreten, würde sich nicht nur die Zukunft der Niedersachsen ändern - sondern auch die Abstiegsrechnung im Norden noch einmal komplett verschieben. Vorausgesetzt der TSV möchte diesen Schritt gehen, denn ein Verzicht wäre keine große Überraschung. Immerhin hat Havelse seit Monaten Planungssicherheit, weil der Klub viele Monate auf einem Abstiegsplatz stand.
FuPa Hamburg startet im Jahr 2026 neu durch - mit dir und deiner Mannschaft! Schickt uns bitte eure Neuigkeiten und Texte an hamburg@fupa.net oder nehmt direkt Kontakt zu uns per E-Mail oder WhatsApp auf. Unsere WhatsApp-Nummer lautet: +49 163 1979449
📰 Alle aktuellen Nachrichten: https://www.fupa.net/region/hamburg/news
📝 Alle aktuellen Transfers: https://www.fupa.net/region/hamburg/transfers
⚽ Die Spiele des Tages: https://www.fupa.net/region/hamburg/matches
Dein Kontakt zur FuPa-Redaktion: