Der 1. FC Monheim will mit Einstellung gegen Bocholt bestehen.
Der 1. FC Monheim will mit Einstellung gegen Bocholt bestehen. – Foto: Patrik Otte

FC Monheim will Bocholt ein Bein stellen

Die Personalsituation ist angespannt, doch der Oberligist 1. FC Monheim will am Sonntag ein möglichst unangenehmer Gegner für den Tabellenführer 1. FC Bocholt sein. Helfen soll dabei die Mentalität aus dem Derby gegen Baumberg.

Die 2:3 Niederlage bei den Sportfreunden Baumberg war bitter für den 1. FC Monheim. In letzter Sekunde entschied Baris Sarikaya mit seinem Tor das Derby. In der Nachbetrachtung will Dennis Ruess aber vor allem das Positive herausstellen. „Das dritte Ding darf uns nicht passieren, ganz klar“, betont der Trainer der Monheimer. „In der Situation vorher hätten wir egal wie konsequenter sein müssen – zur Not auch mit einer Klärung bis nach Urdenbach."

Das sei aber auch schon das einzige, was er seiner Mannschaft vorwerfen könne. „Man darf nicht vergessen, dass wir nach einer halben Stunde in Unterzahl waren und ein 0:2 aufgeholt haben. Die Jungs haben alles gegeben und ihre Mentalität war astrein.“ Das habe der Coach seiner Mannschaft zum Start in die Trainingswoche mit auf den Weg gegeben.

Am Sonntag kommt der Oberliga-Tabellenführer 1. FC Bocholt ins Rheinstadion (15 Uhr). Nach dem Derby gegen Baumberg ist die Partie die nächste Herausforderung für Ruess und sein Team. Mit 74 Punkten führt der Favorit auf den Aufstieg das Klassement an, der Vorsprung auf die SSVg Velbert beträgt vier Zähler. Allerdings: Bocholt hat bereits ein Spiel mehr hinter sich als sein ärgster Verfolger. Das Rennen um den Sprung in die Regionalliga bleibt also ein knappes – und Monheim kann das Zünglein an der Waage spielen.

„Das ist eine reizvolle Geschichte“, sagt der Trainer des FCM, der nichts von einem lockeren Ausklang der Saison wissen will. „Wir haben eine sportliche Verantwortung gegenüber den anderen Mannschaften im Aufstiegskampf. Wir gehen ganz sicher nicht auf den Platz, um zu verlieren.“

An das Hinspiel in Bocholt denkt in Monheim wohl niemand gerne zurück. Bahadir Incilli sah nach einer guten halben Stunde beim Stand von 1:1 Gelb-Rot. Am Ende stand nach ordentlichem Beginn eine 1:6-Niederlage. Insofern dürfte die Vorgabe für die Aufstiegsrunde, es im zweiten Vergleich zumindest besser als im Hinspiel zu machen, vergleichsweise einfach umzusetzen sein. Auch das ist ein Ansporn. „Wir wollen am Sonntag die gute halbe Stunde im Hinspiel bis zum Platzverweis bestätigen, wissen aber auch, dass der Gegner vollkommen fokussiert bei uns antreten wird. Für sie heißt es mehr oder weniger: Sekt oder Selters.“

Mit Einstellung Paroli bieten

Die Einstellung aus dem Derby gegen Baumberg soll am Sonntag ebenfalls ein Mittel sein, um dem Favoriten Paroli zu bieten. Zu verschenken gebe es nichts, betont Ruess: „Es ist ordentlich Musik im Rennen um den Aufstieg, für Bocholt und Velbert bleibt es spannend. Wir freuen uns auf das Spiel.“

Weniger erfreulich ist die Personalsituation der Monheimer. Jan Lukas Nosel sah gegen Baumberg die Rote Karte und ist zwei Spiele gesperrt, dazu hatte sich Incilli schon vor dem Duell eine Muskelverletzung zugezogen und fällt auch gegen Bocholt aus. Für Roberto Guirino und Philip Lehnert ist die Saison schon seit einigen Wochen beendet, Ruess erwartet die beiden Leistungsträger erst zum Anfang der Vorbereitung auf die kommende Spielzeit zurück. Bei Tim Kosmala, der im Derby verletzt ausgewechselt werden musste, und Tobias Lippold, der auch schon in Baumberg wegen einer Bänderverletzung passen musste, steht ein Fragezeichen hinter der Einsatzfähigkeit. „Bei beiden müssen wir von Tag zu Tag schauen“, sagt Ruess, der aber auch einen Rückkehrer begrüßen kann: Merveil Tekadiomona kann nach abgesessener Gelbsperre wieder ins Geschehen eingreifen.

„Im Grunde können wir gegen Bocholt befreit und ohne Druck aufspielen – schöner geht es kaum im Fußball“, betont der FCM-Coach. „Welche Phase gerade in der Saison ist oder wie viele Spieler fehlen, ist egal. Es geht immer um etwas und so wollen wir auch auftreten.“

INFO: Bester Torjäger der Liga spielt für Bocholt

Statistik Marcel Platzek hat in bislang 29 Saisonspielen 36 Tore erzielt. Im Hinspiel gegen Monheim steuerte er zwei Treffer zum 6:1-Sieg seines Teams bei. „Bocholt aber nur auf diesen einen Spieler zu reduzieren, wäre zu einfach“, sagt Ruess. Das ist eine Mannschaft, die durchweg Erfahrung in der Regionalliga hat, ausgewogen zusammengestellt ist und eine gute Spielanlage hat.“

Aufrufe: 021.5.2022, 12:00 Uhr
RP / Dorian AuderschAutor