Aufsteiger an der Tabellenspitze
Mittwoch 11.11.20 11:50 Uhr|Autor: Florian Wittmann 476
Foto: Moji ART

Aufsteiger an der Tabellenspitze

Östringen II und Rinklingen noch ohne Niederlage +++Obergrombach II bisher sieglos +++ Bauerbach überraschend weit unten
Vor gut zwei Wochen rollte in der Kreisklasse B Kraichgau zuletzt der Ball. Wir haben uns bei den Mannschaften nach einem Rückblick umgehört.


Im letzten Spiel vor der Zwangspause kamen die Zuschauer im Bürgerwaldstadion voll auf ihre Kosten. 4:4 lautete das Endergebnis zwischen Büchig II und Rinklingen. „Bei den kleinen Kickers ist immer was geboten, das zweite 4:4 in dieser kurzen Runde. Ein spannendes Spiel bis zur letzten Minute mit einem Ergebnis, das wohl für beide in Ordnung geht. Rinklingen war spielerisch die bessere Mannschaft und hatte mehr Ballbesitz. Wir waren trotzdem immer gefährlich und hatten immer wieder gefährliche Angriffe. Wir sind froh mit der Spitzenmannschaft mitzuhalten“, konnte sich Lukas Lohkemper mit dem Zähler anfreunden.
Anders als im Vorjahr gehört der SVB II dieses Mal nicht zur absoluten Spitzengruppe. Dennoch ist Lohkemper mit dem bisherigen Saisonverlauf „eigentlich ganz zufrieden“: „Durch unterschiedlichste Gründe mussten wir oft mit verschiedenem Personal spielen. Dafür haben wir es ordentlich gemacht. Die Niederlagen waren auch in Ordnung. Östringen II war besser als wir und wird sicher bis zum Ende ganz oben dabei sein, wahrscheinlich sogar aufsteigen. Gegen Münzesheim II haben wir einfach ein sehr schlechtes Spiel gemacht. Das darf uns so nicht passieren, ist aber auch das einzige Mal gewesen. In der letzten Saison hätten wir so ein Spiel trotzdem gewonnen. Das ist wohl der Unterschied, warum wir nur in der tabellarischen Verfolgung sind. Sehr zufrieden sind wir mit unserer Trainingsbeteiligung. Das ist sicher nicht normal mit einer Zweiten.“
So gehen die kleinen Kickers als Fünfter mit acht Punkten Rückstand in die Pause. Schwachstellen benennt der Spielertrainer deshalb auch: „Verbesserungsbedürftig ist im diesem Jahr unsere Verteidigung. Damit ist aber das ganze Team gemeint. Wir schaffen es nicht, kompakt zu stehen und es dem Gegner so schwer zu machen. Das sieht man auch an unserer Anzahl an Gegentoren.“
Lohkemper hofft, dass dieses Jahr tatsächlich nochmal der Ball rollen kann: „Es ist schon eine komische Situation, nach ein paar Spielen ein Fazit zu ziehen. Wir hoffen einfach, auch wenn es einem aktuell nicht danach aussieht, dass noch in diesem Jahr das ein oder andere Spiel stattfinden kann. Verstehen die Maßnahmen jedoch zu 100 Prozent.“

Licht und Schatten sah Josef Nikolic bei seiner Mannschaft im Derby bei Büchig II, nach dem 4:4 betonte er aber besonders die Moral: „Ein sehr intensives Spiel mit gerechtem Ausgang! Büchig II war der erwartet schwere Gegner, leider haben wir ungewöhnlich schlecht verteidigt. Vor allem im defensiven Mittelfeld sind uns einfach zu viele Fehler passiert. Wenn du dann 1:3 zurückliegst, den Ausgleich schaffst und nochmal einen Rückstand weg machst, zeigt das einen großen Willen innerhalb der Mannschaft.“
In den ersten sieben Spielen hat der TSV den Trend der Vorsaison fortgesetzt und sich direkt hinter Spitzenreiter Östringen II positioniert. Nikolic blickt auf die bisherigen Partien zurück: „Nach so langer Zeit ohne Fußball wussten wir zu Beginn der Runde nicht, wo wir stehen. Nach dem Rückstand gegen Dürrenbüchig haben wir zumindest noch einen Punkt sichern können. Im Anschluss folgten fünf Siege am Stück, hier hatten wir oftmals auch ein bisschen das Glück des Tüchtigen auf unserer Seite und konnten uns in den engen Situationen aber auf unsere Routine und Abgeklärtheit verlassen. Nach einem wilden Spiel mussten wir uns im letzten Spiel vor der Corona-Pause mit einem 4:4 Unentschieden in Büchig begnügen. Mit dem zweiten Tabellenplatz und sieben Spiele ohne Niederlage sind wir natürlich sehr zufrieden, zumal die diesjährige B-Klasse ein gutes Potential aufweist und wir als Mannschaft in jedem Spiel an unsere Leistungsgrenze gehen müssen.“
Den Ausblick auf die kommenden Wochen gibt derweil Benjamin Ernstberger: „Wir nutzen jetzt die Corona-Pause, um unsere Verletzungen auszukurieren. Dann hoffen wir, dass wir schnellstmöglich wieder spielen dürfen. Ich vermute allerdings, dass es erst im Jahr 2021 zur Rückrunde weitergeht. Wir wollen so lange wie möglich in der Spitzengruppe mitmischen und wer weiß, was dann alles möglich ist. Es besteht ein hoher Spaßfaktor innerhalb der Mannschaft und auch die Mischung zwischen jung und alt ist aktuell überragend. Dies so beizubehalten bleibt unser Ziel, sobald es wieder losgeht.“

Mit einer 6:0-Packung schickte der VfB Bretten II den FC Untergrombach II nach Hause. Daher zeigte sich Trainer Dominic Prüfer auch sehr zufrieden: „Nach dieser Leistung kann man eigentlich der Mannschaft nur die Note ‚sehr gut‘ vergeben. Den ein oder anderen kleinen Abzug gab es aber doch in der ersten Halbzeit. Wir haben das Spiel etwas unkonzentriert begonnen und standen öfters unsortiert. Das lag aber mit Sicherheit auch an der Rotation mit fünf neuen Spielern in der Startelf. Mit dem Führungstreffer hat die Mannschaft dann ihre Sicherheit gefunden und zeigte einen sehr guten Angriffsfußball, der auch mit Toren belohnt wurde. Die hohe Halbzeitführung war völlig verdient, weil sich der Gegner auch kaum zur Wehr setzte. In der zweiten Halbzeit waren wir weiter sehr dominant und spielten uns zahlreiche gute Chancen raus. Nach zwei Alutreffern und weiteren guten Einschussmöglichkeiten konnten wir dann noch zwei Tore durch Standards nachlegen.“ Das Ergebnis passte in den Kontext des VfB-Tages, wie Prüfer sagte: „Nach diesem super Endergebnis und dem Kantersieg unserer ersten Mannschaft hatten wir natürlich noch einen feuchtfröhlichen Sonntag beim VfB.“
Die VfB-Reserve liegt somit auf Rang vier, hat aber noch ein Spiel in der Hinterhand und könnte so den Rückstand zu Platz eins auf drei Punkte verkürzen. „Mit den bisherigen Leistungen bin ich absolut zufrieden. Wir sind sehr gut in die Saison gestartet und haben schon ordentlich Punkte gesammelt. Mit einem Spiel weniger stehen wir aktuell auf dem vierten Tabellenplatz und sind somit absolut im Soll“, lobt Prüfer seine Mannschaft.
Gleichwohl sieht er auch noch Optimierungsmöglichkeiten, wenngleich sich diese in seinen Augen in einem beherrschbaren Rahmen halten: „Verbesserungspotenzial gibt es natürlich immer. Momentan sind es aber nur Kleinigkeiten, die wir ändern müssen. Bei den wenigen Punktverlusten wurden wir mit jedem kleinen Fehler bestraft. Sicherlich war bei diesen Spielen auch ein bisschen Pech dabei. Wir werden auf jeden Fall die ein oder andere Stellschraube drehen müssen und versuchen, die Fehler abzustellen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das hinbekommen und auch weiterhin einen erfolgreichen Fußball spielen werden. Meine junge Mannschaft hat ein enormes Entwicklungspotenzial und verbessert sich von Spiel zu Spiel.“
Bleibt also die Frage nach dem Fortgang der Runde. Prüfer gibt dazu folgende Antwort: „Schwierig zu sagen, wie und wann weitergespielt wird. Aktuell gehe ich davon aus, dass dieses Jahr kein Ball mehr rollen wird. Ich hoffe natürlich, dass dieser Fall nicht eintrifft und wir nochmal auf den Platz dürfen. Dass Punktspiele dieses Jahr noch stattfinden, kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen. Vielleicht wird aber wenigstens nochmal der Trainingsbetrieb freigegeben. Wie die Weiterführung des Spielbetriebs aussehen wird, kann ich nicht sagen. Das ist mir aber auch relativ egal. Der Verband wird hier schon die richtigen Entscheidungen treffen. Hauptsache, es geht irgendwie weiter und wir können alle bald wieder Freude am Fußball haben.“

Der gut gestartete FC Untergrombach II ging beim VfB Bretten II völlig unter. Das 0:6 war schon die zweite Packung in Folge. Wie Christian Becker in seiner Gesamtrückschau berichtet, ist dem FCU II auch ein wenig die (personelle) Puste ausgegangen: „Wir sind gut in die Saison gestartet, wenn auch mit einer Auftaktniederlage gegen Gochsheim. Von Anfang an haben uns leider schon wichtige Spieler verletzungsbedingt gefehlt, was im Verlauf der Saison leider noch viel schlimmer wurde. Am Ende können wir meiner Meinung nach froh sein, dass die Saison jetzt pausiert wurde. Wir haben einfach keinen Zugriff mehr auf Spiel bekommen im Mittelfeld, was man in den letzten beiden Rundenspielen dann auch am Ergebnis erkennen konnte.“
Mitspieler Jan Becker obliegt es, für den Ligaachten eine Zukunftsprognose abzugeben. Bei dieser tippt er auf den nächsten Frühling für einen Wiederbeginn: „Wir hoffen alle, dass die Saison bald wieder fortgeführt wird, aber wenn man es realistisch sieht, muss man wohl den späten Frühling als Restarttermin kalkulieren.“

Gegen Menzingen II fuhr der FC Flehingen II den zweiten Sieg in Folge ein. Ob das 3:0 nochmal eine Leistungssteigerung war, da war sich Konstantin Marapidis nicht so sicher. Zufrieden war aber allemal: „Ich weiß nicht, ob ich jetzt sagen würde, dass es eine Steigerung war. Aber wir haben ein gutes Spiel gezeigt. Wir waren 90 Minuten die klar spielbestimmende Mannschaft, haben uns aber nicht dafür belohnt. Das positive waren aber die vielen Chancen, die wir uns erspielt haben. Leider haben wir viele dieser nicht genutzt und so den Gegner am Leben gelassen.“
Nach dem knapp verpassten Aufstieg im Vorjahr ist die Flehinger Zweite nun wieder gut im Geschäft. „Wir haben ganz gute Spiele gezeigt. Spielerisch hat das teilweise richtig gut ausgesehen. Aber die lange Pause war uns läuferisch anzusehen. Uns hat teilweise die Kraft gefehlt, um unser Spiel 90 Minuten auf den Platz zu bringen“, ordnet der Trainer des Ligadritten die bisherigen Ergebnisse ein. Gerne hätte er natürlich weiterhin gespielt: „Schade, dass die Sache jetzt erst einmal vorbei ist.“
Auch in Marapidis‘ Augen wird es wohl eine Weile dauern, bis wieder Spieler auf dem Rasen stehen werden: „Ich denke, dass die Runde erst im neuen Jahr wieder starten wird. Dann können wir Jahr die Runde bis in den Sommer reinziehen.“

0:3 unterlag Menzingen II beim FC Flehingen II. Für Trainer Andreas Bürkle war das allerdings nicht die klare Niederlage, die das Ergebnis vermuten lässt: „Nein, Flehingen II war nicht eine Nummer zu groß. Wir müssen einfach das 1:1 machen und dürfen keine gelb-rote Karte kassieren, dann sieht es am Ende vielleicht anders aus.“
So bleibt es bei den sechs Zählern, die die Kraichtaler bisher gesammelt haben. Den Saisonverlauf bewertet Bürkle folgendermaßen: „Als erstes war ich mit der Vorbereitung richtig zufrieden, also mit der Trainingsbeteiligung, dem Einsatz und den Spielen. In die neue Saison sind wir mit einem Sieg gegen Obergrombach II gut gestartet. Die restlichen Spiele haben das Spielerische und der Einsatz gepasst, nur der letzte Wille hat gefehlt. Dazu kam manche Unkonzentriertheit, um das Ergebnis über die Zeit zu bekommen. Deswegen wurden die restlichen Spiele immer mit einem Tor Unterschied verloren. Bis dann das Derby kam, das wurde zum Glück gewonnen. Schade dass der Aufschwung für Flehingen II nicht gereicht hat.“
Mit einer Äußerung zu einem möglichen Wiedergebinn hält er sich indes zurück: „Schauen wir mal, wie und wann es nach der Corona Pause weiter geht. Einen Ausblick möchte ich nicht machen.“

Wenig Chancen hatte die FzG Münzesheim II gegen den FV Bauerbach. Mit 0:3 unterlag die Mannschaft von Murat Ayhan dem zuvor sieglosen FVB. „Viel gibt es über das Spiel nicht zu sagen. Wir haben es nicht geschafft, die Bälle an die Männer zu bringen. Wir sind das ganze Spiel den Gegnern hinterhergelaufen. Das war ein verdienter Sieg der Bauerbacher“, räumte Ayhan eine gerechtfertigte Niederlage ein.
Mit vier Niederlagen in Folge, bei denen die FzG-Zweite jeweils auch torlos blieb, sind die Kraichtaler vom Erfolgsweg abgekommen. Deshalb zieht Ayhan auch ein gemischtes Fazit und benennt dabei auch personelle Probleme: „Die bisherige Runde sehe ich mit recht gespaltenen Gefühlen: Wir haben eigentlich sehr gut begonnen, aber auch sehr stark nachgelassen. Eigentlich war es nicht ‚nachgelassen‘. Ich habe im Kader immer wieder rotieren müssen. Vor allem die Defensive ist verletzungsbedingt sehr anfällig gewesen. Ich habe bis auf die letzten zwei Spiele keine gleiche Defensivreihe aufstellen können. Die jetzige Aufstellung muss sich da auch noch besser abstimmen und finden. Da wir nicht auf dem Abstiegsplatz stehen habe ich bisher mit den Spielern mein Soll erreicht. Natürlich ist auch mir bewusst, dass wir nach dem Gondelsheim-Spiel kein Tor mehr geschossen haben. Aber solche Serien gibt es nun einmal. Bedingt durch zwei Ausfälle in der ersten Mannschaft hat mein Stürmer die Runde komplett in der ersten Mannschaft bestritten. So habe ich in der Offensive gerade meine größte Baustelle, wobei ich mir sicher bin, dass wir das auch nach der Pause in den Griff bekommen werden.“
Der Trainer des Drittletzten hofft, dass dieses Jahr der Ball nochmal rollen kann: „Ich hoffe, dass wir im Dezember bestenfalls drei Spiele absolvieren und bereits Ende Februar auch mit der Rückrunde beginnen können. So wären wir Anfang März wieder voll im Zeitplan.“ Daher ruft er auch zur Vernunft auf: „Natürlich ist das auch gesteuert von unserer Gesellschaft. Wenn wir uns nicht an die Vorgaben halten, können wir einen normalen Fußballbetrieb vergessen.“

Im siebten Anlauf klappte es für den FV Bauerbach mit dem ersten Sieg. Nach dem 3:0 bei Münzesheim II atmete auch Co-Trainer Serhan Sezer auf: „Ein souveränes Spiel meiner Jungs und definitiv eine Erleichterung für uns alle. Eine Systemänderung und die richtige Einstellung waren die richtigen Hebel für den ersten Sieg. Das Ergebnis hätte durchaus höher sein können, dennoch sind wir froh über die ersten drei Punkte der Runde.“
Gerade rechtzeitig vor der Zwangspause hat sich die Viktoria also zurückgemeldet. Dennoch bleibt der FVB mit nur vier Zählern auf Rang 13. „Die Runde begann leider sehr unglücklich für uns mit vielen Ausfällen, die wir nicht schnell kompensiert bekommen haben. Die Ergebnisse haben sich dementsprechend angepasst. Es war definitiv nicht unsere Erwartung, nach sieben Spielen mit vier Punkten zu rangieren. Mit dem letztmöglichen Spiel haben wir es aus der kleinen Krise geschafft und nun kommt die Pause“, kommentiert Sezer den insgesamt enttäuschenden Saisonverlauf.
Der Co-Trainer ist sich sicher, dass nach der Pause weitere Punkte folgen werden: „ Ich hoffe die Jungs haben nun genug Bedenk- und Regenerationszeit. Falls es dann nochmals weiter gehen sollte, denke ich, werden wir im Aufwärtstrend bleiben und wieder zu alter Form finden.“ Wann diese Pause aber ihr Ende findet, das weiß auch Sezer nicht: „In der aktuellen Zeit ist es nahezu unmöglich, eine Prognose über die Zukunft des Amateurfussballs zu geben. Ich denke, dass es aktuell andere Prioritäten gibt. Dennoch fehlt uns der Fußball. In Form von strengen Hygieneauflagen könnte ich mir einen Restart im Frühjahr mit einigen englischen Wochen gut vorstellen. Weniger Training, mehr Spiele. Wir hoffen, dass sich die Lage positiv entwickelt und es weniger positive Tests gibt, sodass wir wieder der besten Nebensache der Welt nachgehen können.“

Gerade nach dem Seitenwechsel brannte der FC Östringen II gegen Dürrenbüchig ein Feuerwerk ab. Binnen fünf Minuten schraubte der FCÖ II das Ergebnis von 2:0 auf 7:0. „Ich habe gesagt, dass ich alle auswechseln werde, wenn wir nicht sofort nachlegen“, erklärte Thore Jung die Leistungsexplosion zunächst scherzhaft. Dann lieferte er noch eine andere Begründung: „Spaß bei Seite. Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass wir voll konzentriert weiter spielen müssen, denn Dürrenbüchig war keineswegs schwach an diesem Tag. Zwei ganz starke Phasen von uns haben ihnen jedoch den Zahn gezogen.“ Am Ende fingen die Östringer noch ein Gegentor, das Jung aber nicht dramatisierte: „An das obligatorische Gegentor müssen wir uns scheinbar gewöhnen. Solange wir aber genügend Treffer erzielen, will ich mich nicht beschweren.“
Fulminant ist auch der gesamte Saisonstart, denn der Aufsteiger hat gleich den ersten Platz eingenommen und sechs seiner sieben Partien gewonnen. „Wir hatten einige schwere Partien zu bestreiten und haben es dennoch geschafft, diese für uns zu entscheiden. Lediglich das unnötige Unentschieden gegen Gochsheim ärgert uns. Auf der anderen Seite haben wir eine Jetzt-Erst-Recht-Mentalität entwickelt und wollen zeigen, dass dies nur ein Ausrutscher war. Im Großen und Ganzen bin ich aber mit meinen Männern und unserer Leistung sehr zufrieden. Vor allem aber haben wir sehr viel Spaß in der Truppe. Das ist schließlich einer der Gründe, warum wir alle diesen Sport so lieben“, lobt Jung seine Mannschaft für den starken Start.
Dennoch hat er noch einige, vor allem kleinere Baustellen bemerkt: „Verbesserungspotenzial haben wir in vielen Bereichen. Wir müssen definitiv an unserer Kompaktheit arbeiten und die Phasen, in denen wir den Gegner unnötig im Spiel halten, verhindern. Ansonsten haben wir aber schon vieles richtig gut gemacht.“
Wann der FCÖ II die Gelegenheit bekommen wird, den Spitzenplatz zu verteidigen, weiß man auch im Waldstadion nicht. „Wann wir wieder spielen werden, ist eine sehr gute Frage, die wahrscheinlich niemand von uns beantworten kann“, so Jung, der sich zu den Maßnahmen recht kritisch zeigt: „Ich bin einfach nur enttäuscht, dass jetzt alles rigoros beendet wurde, obwohl sich Fans und Vereine an die Vorgaben und Konzepte gehalten haben und nachweislich wenig Infektionen hierbei festgestellt wurden. In diesem Rahmen möchte ich auch eine kleine Kritik äußern: Ich bin der Auffassung, dass die Maßnahmen der Regierung zwar gut gemeint sind, in Realität aber mehr Schaden als Nutzen anrichten. Es gibt genügend renommierte Experten, die andere Maßnahmen für wesentlich erfolgreicher erachten und dabei nicht das komplette Leben aller Menschen in solch einer Weise eingeschränkt wird. Diesen Menschen muss mehr Gehör verschafft werden.“
So hofft er auf ein baldiges Ende der Beschränkungen (und der Pandemie): „Ich wünsche mir persönlich, dass wir bald wieder unsere Leben und Freizeit individuell und selbstbestimmt gestalten dürfen und auch endlich wieder Familie und Freunde treffen und in den Arm nehmen dürfen. Wenn wir dann noch normal Fußball spielen dürfen, wäre das für mich das i-Tüpfelchen. Herzliche Grüße an alle und bis möglichst bald wieder.“

Eine derbe Packung kassierte der TSV Dürrenbüchig auf dem Östringer Waldbuckel. Dabei wurde der TSV speziell kurz nach der Pause vom FCÖ II auseinander genommen. „Östringen II war uns in Sachen Zweikampfstärke und Siegeswillen weit überlegen. Deshalb haben die Gastgeber verdient gewonnen“, kommentiere Steffen Haury die deftige 1:7-Niederlage.
Nur auf Rang neun findet sich Dürrenbüchig wieder – zu wenig für Trainer Haury: „Mit der Leistung bin ich nicht zufrieden da viel mehr Potenzial in der Mannschaft steckt.“
Deshalb fordert Haury für den Restart auch klare Steigerungen: „Verbesserungspotenzial haben wir vor allem in der Konstanz. Wir müssen es mal schaffen, unsere Leistung 90 Minuten abzuliefern.“
Nach Meinung des Trainers wird dies erst 2021 wieder möglich sein: „Ich glaube, dass wir nicht vor März wieder spielen werden.“

Im SVG-Duell mit Gochsheim reichte dem SV Gölshausen eine 2:0-Führung nicht zum Sieg: „Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt und gingen verdient 2:0 in Führung. Unser zweites Tor fiel durch einen Elfmeter, den man nicht geben muss. Kurz vor der Halbzeitpause kam Gochsheim mit einem Kopfballtor nach einem Standard zum Anschlusstreffer. Keine Minute später holte sich der Gochsheimer Torschütze die rote Karte wegen Beleidigung. Natürlich sagt es so das Regelwerk, aber für uns dennoch eine harte Entscheidung. Die zweite Halbzeit spielten wir somit in Überzahl und ließen den Ball laufen, allerdings ohne zwingend zu werden. Mitte der zweiten Halbzeit wurde unser Spieler gefoult, der daraufhin meckerte und mit Gelb-Rot den Platz verlassen musste. Auch wieder eine harte Entscheidung des schwachen und arrogant auftretenden jungen Schiedsrichters. Gochsheim hatte in der 85. Spielminute eine gute Möglichkeit zum Ausgleich, konnte diese aber nicht nutzen. Als der Schiedsrichter dann fünf Minuten Nachspielzeit anzeigte, empfanden wir dies schon als deutlich zu viel. Aber damit nicht genug: Er spielte neun Minuten nach und in der 98. Spielminute kam Gochsheim zu einem weiteren Kopfballtor. Natürlich war die Stimmung dann entsprechend aufgeladen und der Ärger über die verlorenen zwei Punkte groß“, war Dominik Rebmann in der Rückschau besonders mit der Leistung des Unparteiischen nicht einverstanden.
Zwar hat man im Pfaffengrund durchaus mit mehr Punkten geliebäugelt, Mario Bertino stellt aber die Entwicklung der Mannschaft in den Vordergrund: „Wir sind mit unseren Jungs zufrieden. Es wurde im Sommer quasi ein neues Team zusammengestellt mit vor allem vielen jungen Spielern. Auf dem Platz fehlen daher oft die nötige Ruhe und auch die Erfahrung. Dadurch haben wir weniger Punkte geholt, als möglich gewesen wären. Das Potenzial der Mannschaft ist hoch und wir sehen uns auf dem richtigen Weg. Die Trainingsbeteiligung und die Stimmung innerhalb des Teams sind hervorragend. Es macht uns Trainern großen Spaß mit den Jungs!“
Trainerkollege Rebmann obliegt es, die Verbesserungspotenziale des Ligasiebten zu beschreiben: „Definitiv die Chancenverwertung! Wir haben sehr viele Tormöglichkeiten ver- und dadurch Spiele trotz Überlegenheit aus der Hand gegeben. Defensiv stehen wir oft zu offen und laden den Gegner zu einfachen Toren ein. Die Balance zwischen Offensive und Defensive muss besser werden. Außerdem müssen wir die Standards des Gegners besser verteidigen sowie unnötige Fouls um den Strafraum herum vermeiden.“
Wann dies alles geschehen könnte, dazu äußert sich abschließend nochmal Bertino: „Die Pause ist natürlich sehr schade, aber bei den steigenden Neuinfektionen auch verständlich. Es gibt nun einmal wichtigeres als Fußball. Gerne würden wir im Dezember noch ein oder zwei Spiele bestreiten, aber aktuell gehen wir davon aus, dass es erst nächstes Jahr weitergeht. Wie der Verband mit den verpassten Spielen umgeht, muss man abwarten. Eventuell sollte man die Saison verlängern. An einen erneuten Abbruch glaube ich nicht.“

Ein 0:2 in Gölshausen verwandelte der SV Gochsheim noch in ein Remis. Bedeutend war für Trainer Mustafa Kilic dabei das 1:2 vor der Pause: „Klar war der Anschlusstreffer sehr wichtig für die verbleibende Spielzeit. Mit einem 0:2 zur Halbzeit wäre es vielleicht anders ausgegangen. Wir haben in der ersten Halbzeit nicht gut gespielt, das muss ich ehrlich zugeben. Wir lagen verdient in Rückstand. Dafür haben wir in der zweiten Halbzeit mächtig aufgedreht und die Gölshäuser nur in die eigene Hälfte gedrückt. Wir hatten zwei oder drei riesige Torchancen, aber leider hat es bis zur letzten Minute gedauert, bis das verdiente 2:2 fiel. Wir hätten durchaus noch gewinnen hätten. Insgesamt bin ich nach so einem spielverlauf nicht ganz unzufrieden mit dem Punkt.“
Gochsheim liegt nach sieben Partien auf Rang zehn. Coach Kilic ist damit gar nicht mal unzufrieden: „Wie schon in den Vorberichten erwähnt, hatten wir ein sehr schweres Auftaktprogramm.

Wir haben uns dennoch sehr wacker geschlagen und sogar aus diesen Spielen mit die wenigsten Tore bekommen. Darüber bin ich sehr froh, den unser primäres Ziel war es, unsere Abwehr zu stabilisieren. Ich denke, das ist uns auch sehr gut gelungen. Natürlich hätte ich mit den ein oder anderen Dreier mehr gewünscht. Das Spiel in Gondelsheim z.B., als wir nicht auf dem Platz waren, stört mich heute noch. Ansonsten hatten wir sehr gute Auftritte.“
Kilic ist sich sicher, dass seine Mannschaft weiterhin Fortschritte macht: „Leider schaffen wir es noch nicht, über 90 Minuten ein Spiel zu dominieren bzw. in unsere Richtung zu lenken. Ich bin aber sehr guter Dinge, das hinzubekommen.“
Gochsheims Trainer wünscht sich, das möglichst bald wieder gespielt werden kann – vielleicht noch in diesem Jahr: „Leider macht uns Corona wieder einmal einen Strich durch die Rechnung. Ich hoffe, dass es sich bald wieder normalisiert und wir da weitermachen können, wo wir aufgehört haben. Vielleicht spielen wir diesmal, solange es das Wetter zulässt.“

Zweimal lag der FV Gondelsheim gegen Schlusslicht Obergrombach II zurück, doch die Elf von Andreas Bauer drehte noch vor dem Seitenwechsel die Partie. „Das war sehr wichtig, um dran zu bleiben. Durch individuelle Fehler haben wir den Gegner regelrecht eingeladen, um in Führung zu gehen. Das gilt es für die kommenden Spieler zu minimieren. Solche Spiele sind die schwersten. Wenn du da nicht die Kurve bekommst, verlierst du so ein Match. Meine Mannschaft hat eine tolle Moral gezeigt, zweimal einen Rückstand egalisiert und am Ende, so denke ich, verdient gewonnen. Und sind wir mal ehrlich: Nächste Woche fragt keiner mehr, wie und warum wir gewonnen haben. So heißt es für uns Mund abputzen, drei Punkte mitnehmen und fertig“, kommentierte Bauer das 4:2 gegen den FCO II.
Drei Siege hat der FVG in den letzten vier Partien geholt. Gondelsheim ist also nach dem Neustart in der B-Liga angekommen. Die Zwangspause kann Bauer, dessen Mannschaft in gewisser Weise nun ausgebremst wurde, für ein Fazit nutzen: „Für uns war es vor Rundenbeginn wichtig, einen Spielbetrieb wieder hin zu bekommen. Das ist uns, so denke ich, sehr gut gelungen. Wir konnten mit gleich zwei Mannschaften an den Start gehen. Unsere Mannschaften bestehen zu 80 Prozent aus einheimischen Spielern, die die Philosophie des Vereins voll und ganz mittragen. So waren die ersten Spiele auch etwas holprig und wir mussten gleich im ersten Spiel eine 1:4-Niederlage gegen den die starke zweite Manschaft des FC Östringen einstecken. Beim SV Gölshausen konnten wir den ersten Punkt einfahren, zwar etwas glücklich, aber durch eine starke kämpferische Leistung, denke ich, verdient. Dann kam Münzesheim II… An diesem Tag ließen wir so ziemlich alles vermissen, was wir uns vorgenommen hatten. Daher zogen wir auch verdient den Kürzeren. In Menzingen platzte dann endlich der Knoten und der erste Dreier war perfekt, was mich sehr freute für die Mannschaft. Gegen Gochsheim konnte die Leistung mit einem 1:0 Heimsieg bestätigt werden. In Dürrenbüchig verspielten wir in der zweiten Halbzeit gegen einen stark aufspielenden TSV eine 3:1-Führung, und mussten uns am Ende mit einem 3:3 begnügen. Am letzten Spieltag waren wir nach anfänglichen Schwierigkeiten gegen die Reserve des FC Obergrombach mit 4:2 siegreich.“ Insgesamt ist er über die Entwicklung sehr glücklich: „Alles in allem bin ich wie auch die Verantwortlichen des FVG mit den bisherigen Leistungen sehr zufrieden. Man darf gespannt sein, wo wir uns am Ende einreihen werden. Ich möchte mal meine jungen Spieler, die es bisher sehr gut gemacht haben, besonders herausheben. Aber auch die erfahreneren Jungs, die den jungen Spielern, auf und neben dem Platz helfen, sich so schnell wie möglich an den Seniorenbereich zu gewöhnen und zu etablieren, verdienen ein Lob.“
Potenzial hat Bauer ebenfalls noch ausgemacht: „Naja, verbessern kann man sich immer. Aber ich denke, im spielerischen Bereich haben wir noch sehr viel Luft nach oben. Das ist aber bei einer neu formierten Mannschaft, denke ich, normal und braucht noch Zeit. Die Chancenauswertung müssen wir noch steigern und in einigen Situationen müssen die Jungs noch Cleverer agieren.“
Zum Termin eines möglichen Wiederbeginns gibt Bauer indes keine Prognose ab: „Ich denke, die Situation ist nicht einfach für die Entscheidungsträger. Man muss die Entscheidungen akzeptieren, wie sie getroffen werden. Es hängt auch davon ab, wie sich die Situation weiterentwickelt. Dann muss man in aller Ruhe entscheiden, in welcher Form es weitergeht. Alles andere wäre momentan spekulativ.“

Trotz zweimaliger Führung war dem FC Obergrombach II in Gondelsheim kein Punktgewinn vergönnt. Deshalb begab sich Dennis Butterer auf die Spurensuche für eine 2:4-Niederlage: „Leider konnten wir den Sack durch individuelle Fehler wieder nicht zu machen und so die Punkte mit nach Obergrombach nehmen. Wir waren meines Erachtens stellenweise die bessere Mannschaft, aber leider stehen wir mal wieder mit leeren Händen da.“
Lediglich einen Zähler hat der FCO II bisher gesammelt und so steht die Butterer-Auswahl ganz am Ende der Tabelle. „Die Leistung war sehr durchwachsen, was zum einen dran lag, dass ich immer mit einer anderen Aufstellung spielen musste wegen Corona und Verletzungen. Dann haben wir in den Spielen, in denen wir auf Augenhöhe waren, leider einfach zu viele Individuelle Fehler gemacht“, so der Trainer zum bisherigen Saisonverlauf.
Vieles gibt es also für den FCO II zu tun. Die Aufgaben skizziert der Trainer: „Verbesserungspotenzial sehe ich auf alle Fälle in der Kondition, damit wir am Schluss nochmal nachlegen können. Dazu müssen wir im spielerischen Bereich noch zulegen bzw. uns noch mehr einspielen. Das ist aber schwer zu beheben, wenn man oftmals mit anderen Spielern spielen muss.“
Butterer schätzt, dass er sich noch eine ganze Weile Gedanken zu den Verbesserungsmöglichkeiten machen kann: „Wie und wann weitergespielt werden darf? Da bin ich auch sehr gespannt. Ich denke, der Ball rollt nicht vor dem Frühjahr.“


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