TSV 1865 Dachau vergeigt die Partie im ersten Durchgang
Montag 21.09.20 14:41 Uhr|Autor: Dachauer Nachrichten / Robert Ohl435
Ihr liebe Mühe hatten die Dachauer mit dem wieselflinken und wendigen Deisenhofener Michael Bachhuber. Foto: Ro

TSV 1865 Dachau vergeigt die Partie im ersten Durchgang

FC Deisenhofen mit furiosem Start
Der TSV 1865 Dachau verliert sein Heimspiel gegen den FC Deisenhofen. Die Dachauer enttäuschen in der ersten Halbzeit.


Dachau Der Re-Start ist in die Hose gegangen. Aufgrund einer wenig überzeugenden Leistung im ersten Durchgang hat der TSV 1865 Dachau das Heimspiel gegen den neuen Tabellenzweiten der Bayernliga Süd, FC Deisenhofen, mit 2:3 (1:3) verloren.

TSV 1865 Dachau verliert Spiel in der ersten Halbzeit

Vor der Pause präsentierten sich die Hausherren unkonzentriert und fahrig, so kassierte die Lamotte-Elf im ersten Durchgang gleich drei Kontertore gegen die zügig und schnörkellos attackierenden Deisenhofener. So bleibt es bei 27 Punkten für Dachau, das den Blick weiterhin nach unten richten muss. Was gut funktionierte war das Hygienekonzept des gastgebenden Vereines, 150 Zuschauer durften zufrieden sein mit den äußeren Gegebenheiten rund um das Jahnstadion. Das war allerdings nur ein schwacher Trost für den ausgebliebenen sportlichen Erfolg.

FC Deisenhofen revanchiert sich für die Niederlage in der Hinrunde

So revanchierte sich Deisenhofen für die 2019 erlittene 2:3-Heimniederlage gegen Dachau in der Hinrunde dieser zerrissenen Saison. Dem Dachauer Sturmspiel mangelt es auch nach der Coronapause an Effektivität.

Wie sehr den Fans beider Teams der Fußball gefehlt hat, zeigte sich schnell, die Kommentare der Anhänger waren höchst emotional, die Verbalattacken landeten nicht selten weit unter der Gürtellinie.

Schiedsrichter Tobias Wittmann aus Essenbach hat sicherlich nicht seinen besten Tag erwischt, aber unterm Strich waren beide Teams in gleichem Maße betroffen von den zweifelhaften Entscheidungen.

TSV 1865 Dachau: Zwei Rote Karten in der Schlussphase

Die Hektik übertrug sich von außen auf das Spielfeld, gleich zwei Spieler des gastgebenden TSV 1865 Dachau mussten in der turbulenten Schlussphase den vorzeitigen Gang in die Kabine antreten. Der kurz zuvor verwarnte Fabian Lamotte sah in der 80. Minute die Ampelkarte, und keine sechzig Sekunden später hielt der Referee Stefan Vötter nach einer Tätlichkeit den knallroten Karton unter die Nase. So wurde die Schlussoffensive der Hausherren bereits im Keim erstickt, mit zwei Mann Unterzahl kann man keinen Druck aufbauen.

Dabei hatte Dachau das Match durchaus vielversprechend begonnen, in der 5. Minute traf der nicht nur ob seiner Athletik beeindruckende Triumf Gudaci den Pfosten des Deisenhofener Kastens. Die Kugel hupfte auf der Torlinie, doch es war kein Dachauer Spieler zur Stelle, um den Rebound zu verwerten.

FC Deisenhofen mit frühem Doppelschlag

Es folgte ein Deisenhofener Doppelschlag, jeweils nach einem Konter trafen Tobias Rembeck (12.) und Michael Bachhuber (13.) ins Schwarze. Vorausgegangen sind den Gegentore teilweise haarsträubenden Aufbaufehler der Dachauer Spieler.

Rembeck hatte mit einen satten Schuss aus 16 Metern in die Tormitte Erfolg, der überragende Bachhuber vollenderte nach einem Lamotte-Fehlpass auf halblinks.

Nach dem doppelten Niederschlag rappelten sich die Dachauer aber wieder hoch, per Elfmeter kamen sie Mitte der ersten Halbzeit auf 1:2 heran. Deisenhofens Martin Mayer hatte Nikolaus Grotz gefoult, den Strafstoß verwandelte Marcel Kosuch.

Die Schlüsselszene der Partie bekamen die Zuschauer in der 39. Minute zu sehen: Sebastian Brey wird nach einem unwiderstehlichen Solo über rechts von Tobias Nickl unsanft von den Beinen geholt. Wieder tritt Marcel Kosuch an, aber diesmal entschärfte der Deisenhofener Torwart Enrico Caruso, der schon in der Junioren-U 19-Bundesliga für Bayern München im Kasten stand, den halbhoch getretenen Elfer mit einer Faustabwehr souverän.

Michael Bachhuber baut die Führung mit seinem zweiten Treffer aus

Praktisch im Gegenzug sorgte Doppelpacker Michael Bachhuber für das 3:1, er war von den Dachauern nie in den Griff zu bekommen. Mit einem unwiderstehlichen Antritt enteilte er den Defensivspielern und lochte nach einem Konter über 30 Meter aus 13 Metern sicher ein.

Zur Pause schwante dem Dachauer Fußball-Boss Ugur Alkan Böses: „Wir haben die ersten 15 Minuten verschlafen und zu viele individuelle Fehler gemacht. Danach waren wir besser im Spiel, aber statt 2:2 steht es auf einmal 1:3. Wir sind einfach in viel zu viele Konter gelaufen.“

TSV 1865 Dachau gibt in der zweiten Halbzeit Gas

Nach Wiederanpfiff drückte Dachau aufs Tempo, die schnellen Gegenstöße der Deisenhofener wurden nun bereits im Keim erstickt. In der 50. Minute nahm 65-Mittelfeldspieler Thomas Ettenberger sein Herz in beide Hände, er hämmerte das Leder von der Strafraumkante in die Deisenhofener Maschen. Das motivierte Thomas Ettenberger derart, dass er zehn Minuten später um ein Haar noch einen weiteren Treffer erzielt hätte; er scheiterte mit einem 16-Meter-Hammer nur ganz knapp.

Die Gemüter auf beiden Seiten erhitzten sich in der 75. Minute, als nach einem Foul an Nikolaus Grotz im FC- Strafraum der Elfmeterpfiff ausblieb. Vielleicht eine Konzessionsentscheidung des Unparteiischen, da der erste Elfer in der 25. Minute für Dachau nicht ganz unumstritten war.

Danach vergaben Florian Meyer und der eingewechselte Robin Volland weitere Ausgleichschancen.

Lamotte: „Es ist mehr drin gewesen gegen einen guten Gegner“

Nach dem Schlusspfiff meinte Dachaus Spielertrainer Fabian Lamotte: „Es ist mehr drin gewesen gegen einen guten Gegner. Wir kassieren die drei Tore nach individuellen Ballverlusten in der Vorwärtsbewegung. Es war eigentlich unser Plan, auf die Fehler der Deisenhofene zu warten, um dann selbst zu kontern, aber es kam anders. Die Gäste haben unsere Fehler an diesem Tag eiskalt bestraft.“

(“Robert Ohl“)

TSV 1865 Dachau - FC Deisenhofen 2:3 (1:3)

TSV 1865 Dachau: Maximilian Mayer, Thomas Ettenberger (61. Orkun Tugbay), Florian Mayer, Fabian Lamotte, Alexander Weiser, Nikolaus Grotz (66. Nickoy Ricter), Sebastian Brey, Triumf Gudaci (61. Robin Volland), Stefan Vötter, Hüseyin Ceker, Marcel Kosuch (86. Mario Maric)

FC Deisenhofen: Enrico Caruso, Marinus Poschenrieder, Tobias Nickl (69. Valentin Köber), Leon Müller-Wiesen, Martin Mayer, Marco Finster (58. Dennis Yimez), Michael Bachhuber (87. Valentin Markmüller), Tobias Rembeck, Michael Vodermeier (58. Maxime Schneiker), Tobias Muggesser, Nikolaos Gkasimpagiazov (87. David Lucksch)

Schiedsrichter: Tobias Wittmann

Zuschauer: 150

Gelb-Rote Karte: Fabian Lamotte (80.)

Rote Karte: Stefan Vötter (81.)

Tore: 0:1 (12.) – Tobias Rembeck. 0:2 (13.) – Michael Bachhuber. 1:2 (24.) – Marcel Kosuch (Elfmeter). 1:3 (42.) – Michael Bachhuber. 2:3 (50.) – Thomas Ettenberger.


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