BfV-Kreisvorsitzender Slawinski plant Reformen der untersten Spielklassen
Dienstag 07.07.20 09:35 Uhr|Autor: Ebersberger Zeitung / Julian Betzl2.232
Bernhard Slawinski ist BfV-Kreisvorsitzender im Fußballkreis München. <em>KN</em>

BfV-Kreisvorsitzender Slawinski plant Reformen der untersten Spielklassen

Kreisvorsitzender für München erläutert Überleguungen des BfV
Der BfV-Kreisvorsitzende München, Bernhard Slawinski, diskutiert Reformen in den untersten Ligen. Geplant sind unter anderem deutlich mehr Aufsteiger in B- und C-Klasse.


Landkreis – In Teilbereichen der Verbandsarbeit hält Bernhard Slawinski den Einsatz von Webinaren und Videokonferenzen auch nach der Pandemie für sinnvoll und zukunftsträchtig. Beim BFV-Kreisvorsitzenden und -spielleiter München hat sich längst eine gewisse Routine im Umgang mit den „neuen Medien“ eingestellt, wie er der Ebersberger Zeitung am Telefon berichtet.

Slawinski: München hat seine eigenen Gesetze

So war für ihn die Web-Präsentation zur „Fortführung der Saison 2019/2020“ im Kreis München mit 118 Vereinsvertretern nur inhaltlich und im Vergleich zu anderen Spielkreisen an mancher Stelle speziell: „München hat eben ab und zu seine eigenen Gesetze.“ Grundsätzlich habe bayernweit bei allen Überlegungen oberste Priorität gehabt, „dass die Saison 2021/22 wieder in absolut normalen Bahnen laufen muss“. Grundlage dafür ist eine ordentliche Beendigung der unterbrochenen Spielzeit.

Slawinksi: Vereine mit guter Jugendarbeit können zusätzliches Team in C-Klasse melden

Sollten die zuständigen Behörden die Genehmigung zum Sport- und Wettkampfbetrieb mit Körperkontakt bis Ende Juli erteilen, startet der Kreis München – und damit das Gros der Landkreisteams – am Wochenende, 5./6. September, wieder mit dem Ligaspielbetrieb. In zwei Blöcken (Herbst und Frühjahr) sollen die regulär ausstehenden zehn bis 13 Spielrunden bis zum 15./16. Mai absolviert werden, anschließend folgen die Relegationsspiele. Da viele Vereine mit einer „außerordentlich guten Jugendarbeit“ zum Restart teilweise ein Luxusproblem im Herrenbereich durch die aufgerückten A-Junioren vorfinden könnten, will Slawinski diesen Klubs die Möglichkeit geben, jetzt noch ein weiteres Team für die C-Klasse nachzumelden. „Diese spielt dann in der Liga außer Konkurrenz mit, hat aber über den Ligapokal die Chance, in die B-Klasse aufzusteigen.“

Slawinksi: Reformen in „Buchstabenligen“ nach zunehmenden Abmeldungen

Generell will Slawinski die gestreckte Restsaison auf Kreisebene im Herrenbereich zu einer Reformation, angepasst auf die „Münchner Verhältnisse“, nutzen. Speziell in den sogenannten „Buchstabenligen“, angefangen in den C-Klassen: „Hier spielen die klassischen Hobbyfußballer, wo das Leistungsgefälle innerhalb einer Liga am größten ist. Um dem Freizeitverhalten dieser Spieler sowie den Ambitionen einiger Klubs nachkommen und künftig auch später mit der Saison anfangen zu können, wollen wir die Mannschaftsstärken reduzieren. Schon in der laufenden Spielzeit soll dafür mit massiv mehr Aufsteigern in der C- und B-Klasse gearbeitet werden.“ Auslöser für diese Maßnahme seien die zunehmenden Mannschafts-Abmeldungen von Oktober bis November in diesen Klassen gewesen.

Gleichzeitig werden dadurch die A-Klassen zu 14er-Gruppen „aufgestockt und aufgewertet“. Die Ligastärke der Kreisklassen und -ligen ist derweil noch abhängig von der Zahl an Absteigern aus den Bezirksligen. „Da sieht es für München gerade ja nicht so gut aus. Eine aufgeblähte Kreisliga mit nur einem Aufsteiger will ich künftig aber vermeiden“, so Slawinski.

Immer abhängig von der Anzahl an Meldungen, will Bernhard Slawinski möglichst auch im Ligapokal auf Kreisebene eine Art „Münchner Weg“ gehen und im Zwei-Wochen-Rhythmus von Liga auf Pokal wechseln. Bis zum 15. Juli können sich alle Erstvertretungen von der C-Klasse bis Kreisliga für den freiwilligen Zusatzwettbewerb anmelden. Reservemannschaften können nur bei einer Anmeldung ihrer Ersten teilnehmen.

Slawinski: Der Letzte ist nicht raus!

In regionalen Gruppen mit maximal sechs Mannschaften wird zunächst bis zur Winterpause die Vorrunde gespielt. Ein großer Unterschied zu anderen Kreisen: Der Letzte ist nicht raus! „Nächstes Jahr hat der Letzte dann in der Zwischenrunde zunächst gegen den Ersten einer anderen Gruppe, die Möglichkeit, theoretisch noch zwei Partien mehr zu spielen“, erklärt Slawinski. Dies sei auch in Form eines Tagesturniers vorstellbar. Nach der Zwischenrunde folgt ab dem Halbfinale der klassische K.o.-Modus, wo ein Remis sofort mit Elfmeterschießen entschieden wird. Für die C- und B-Klassen steht bereits fest, dass die Finalrunde in Turnierform und aufgrund des vermehrten Aufstiegs auch mit mehr Teilnehmern am Ostersamstag (Halbfinals) und Ostermontag (Finals) ausgetragen wird. Generell haben alle Finalsieger ihren Aufstiegsplatz oder Klassenerhalt sicher. Die Halbfinal-Teilnehmer aus dem Ligapokal der Kreisliga, Kreisklasse und A-Klasse, qualifizieren sich zudem für das Toto-Pokal-Halbfinale 2020/21. Der vierte Startplatz ist für die Bezirksliga-Vereine reserviert, kommt kein Bezirksligist dazu, greift eine Nachrücker-Regel im Kreis.

Slawinski: Im Notfall wird zuerst Ligapokal gestrichen

Zwei Punkte betont Bernhard Slawinski im Zusammenhang mit diesem „Übergangsspielbetrieb“ besonders deutlich. Erstens wird bei Unterbrechungen des geplanten Ablaufs, wie einer zweite Pandemiewelle oder schlechten Witterungsverhältnisse, zuallererst der Ligapokal abgebrochen. „Den nächsten Stopp habe ich immer im Hinterkopf, weil Covid-19 nicht besiegt ist. Theoretisch opfern wir daher zuerst den Ligapokal.“ Sollte ein Restart erst ab dem 1. Oktober möglich sein, wird der Ligapokal entweder gestrichen oder in verkürztem Modus ausgetragen. Zweitens ist der § 34, der in der BFV-Spielordnung den Einsatz von Spielern in verschiedenen Mannschaften regelt (Stichwort „15-Tage-Regel“), wettbewerbsübergreifend gültig. Dasselbe gilt für Spielsperren. ( JULIAN BETZL)





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