SC Baldham-Vaterstetten-Klatsche: Sieben Gegentore in 45 Minuten
Montag 21.09.20 14:51 Uhr|Autor: Ebersberger Zeitung / Julian Betzl2.276
Alle Anweisungen fruchteten nicht: SCBV-Trainer Sebastian Kneißl erlebte einen bitteren Nachmittag.  Foto: sro

SC Baldham-Vaterstetten-Klatsche: Sieben Gegentore in 45 Minuten

Kneißl-Einstand endet mit 0:8 gegen Haidhausen
Nach einer ordentlichen ersten Hälfte wird Fußball-Bezirksligist SC Baldham-Vaterstetten von Aufsteiger SpVgg Haidhausen deklassiert und verliert am Ende 8:0.


Vaterstetten – Woran bitte, hat‘s gelegen? Das wollte Sebastian Kneißl von seinem Team wissen, als die gepeinigten SCBV-Kicker sich nach dem überstandenen Desaster wieder in der Kabine sammelten. Schwer zu glauben nach einem 0:8-Debüt-Debakel, aber die selbstkritische Antwort aus dem Mannschaftskreis stimmte den Coach des SC Baldham-Vaterstetten zuversichtlich. „Sie sagten, dass es nicht an meiner Ansprache oder Taktik gelegen hat, sondern sie die Basics nicht richtig gemacht haben.“

Kneißl: „Die erste Hälfte war ein ordentliches Spiel von uns, ich war echt zufrieden“

Kneißl selbst rang gestern auf der Heimfahrt lange nach Erklärungsversuchen für die eigentlich „unerklärbaren“ zweiten 45 Minuten. Denn zur Kabinenansprache in der Pause war dieser außergewöhnliche Ausgang nicht absehbar. „Die erste Hälfte war ein ordentliches Spiel von uns, ich war echt zufrieden“, so Kneißl. „Auch wenn es ein heißer Ritt war, weil wir mutig mit einer hohen Linie gespielt haben.“

Die befürchteten Chipbälle über die weit aufgerückte Abwehrreihe hinweg auf Haidhausens gefährliches Sturmduo Stefan de Prato und Toni Rauch unterband man aber gut. Nur Pech, dass Milorad Stanojevic vorne nur den Pfosten traf (16.) und Sebastian Bracher kurz vor der Pause seine Freistoßkünste zum 1:0 für die kompakte, bestens organisierte Heimelf aufblitzen ließ.

Kneißl: „Habe ich mich wie der eingewechselte David Wagner gefühlt“

Weil ihm in der Spitze ein Mann fehlte, der Bälle festmachen und für Entlastung sorgen kann, wechselte sich Ex-Profi-Knipser Kneißl in der Halbzeit selbst ein. Als er das Feld verließ, meinte er in Anspielung auf das jüngste 0:8 der Schalker gegen Bayern, „habe ich mich wie der eingewechselte David Wagner gefühlt“. Die Gäste wurden im Schnellwaschgang wahlweise über die Flügel oder durch die Mitte schwindelig gespielt. 

SpVgg Haidhausen: Vier Tore in 12 Minuten

Durch vier Treffer binnen zwölf Minuten verwandelte das Team von SpVgg-Coach Flo de Prato die Kneißl-Elf in „eine Schülermannschaft, die sich von einer erfahrenen Bezirksliga-Truppe her spielen lässt“, urteilte Thomas Nock. Der sportliche Leiter des SCBV sprach von „einem ganz schwarzen Tag für uns“, dessen Ursache Sebastian Kneißl letztlich in drei Faktoren unterteilte: Kein Zugriff mehr in den Zweikämpfen, zu große Abstände untereinander und allgemein ein verloren gegangener Überblick. „Ich wurde ja nicht austaktiert und habe eh schon mit einer Fünferkette hinten gespielt. Die zweite Halbzeit war von uns ein Totalausfall in den Basics.“

Flo de Prato: „Die Baldhamer Typen haben, wenn‘s drauf ankommt, nicht die entsprechenden Qualitäten“

Dieser Totalausfall kam für Haidhausens Flo de Prato dagegen nicht ganz überraschend. Zum einen, weil der Aufsteiger „einfach eine mega gute Vorbereitung“ absolviert hatte. Zum anderen, „weil die Baldhamer Typen sind, die am liebsten nur schön kicken wollen, aber wenn‘s drauf ankommt, eben nicht die entsprechenden Qualitäten haben“. Diese Eigenschaft habe er in seinem Matchplan berücksichtigt, der maßgeblich auf Balleroberungen und schnellem, vertikalen Konterspiel ausgelegt war – und perfekt aufging. „Trotzdem sieht man die Qualität, die Seppo (Kneißl, d. Red.) schon reingebracht hat. Nur, wir haben immer gierig weiter gemacht.“

Es sei nun eine „Herkulesaufgabe“, sagte Nock, „die Jungs vor dem nächsten Spiel aufzurichten“. Die Videoaufzeichnung wird Kneißl seinem Team nicht ersparen. Er will Lerneffekte sehen: „Jetzt brauchen wir die Punkte! Das kann nämlich auch mit Blick auf die Tabelle ganz böse nach hinten losgehen.“

(“Julian Betzl“)


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