Ab sofort: Winterpause im bayerischen Amateurfußball
Montag 02.11.20 19:14 Uhr|Autor: PM BFV 12.805
Die Führungsriege des BFV hat ihre Vereine nun auch offiziell in die Winterpause geschickt Foto: Thies Meyer

Ab sofort: Winterpause im bayerischen Amateurfußball

BFV-Vorstand schickt Vereine endgültig in die Winterpause - auch die Regionalligisten
Bedingt durch die vom Freistaat Bayern umgesetzten Bund-Länder-Beschlüsse zur Eindämmung der Corona-Infektionen und dem damit einhergehenden vierwöchigen Trainings- und Wettkampfverbot für den kompletten Breitensport im November hat der Vorstand des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) den vorzeitigen Gang in die Winterpause beschlossen. Gleichzeitig aber unterstrich das Gremium in seinem einstimmig getroffenen Beschluss die große Notwendigkeit, auf Sicht zumindest den Trainingsbetrieb in angepasster Form wieder zu gestatten, um weiteren Schaden von den Sportvereinen abzuwenden. Hier seien alle Sportfachverbände in der Pflicht, mit einer Stimme zu sprechen.


"Dass wir bereits jetzt mit allen Spiel- und in Altersklassen in die Winterpause gehen, ist sicherlich keine überraschende Nachricht, sondern vielmehr die logische Konsequenz aus dem jetzt verhängten Sportverbot“, betont Schatzmeister Jürgen Faltenbacher, der im BFV-Präsidium für den Spielbetrieb in Bayern verantwortlich zeichnet: "Fakt ist, dass wir im kompletten November ein Sportverbot haben. Es wäre keinem Verein zuzumuten, jetzt abzuwarten und direkt im Dezember wieder ins Geschehen einzugreifen. Das wäre ohnehin nur mit einer Vorlaufzeit von zwei Wochen möglich gewesen. Es macht aber keinen Sinn, Mitte Dezember, wo vielerorts witterungsbedingt Spielen quasi schon unmöglich ist, nochmals einen Versuch zu unternehmen – zumal wir heute noch gar nicht wissen, wie sich die Zahl der Infektionen nach diesen harten Einschnitten entwickelt und welchen Kurs die Politik in vier Wochen verfolgt.“

 

Formell hat der BFV-Vorstand am Montagabend einstimmig die pandemiebedingte, allgemeine Wettkampfs-Spielbetriebsaussetzung bis 31. Dezember 2020 beschlossen, alle weiteren Entscheidungen hinsichtlich der Spielplangestaltung für den Re-Start im neuen Jahr 2021 werden – wie auch schon in der Vergangenheit – individuell von der jeweils zuständigen spielleitenden Stelle auf Verbands-, Bezirks- und Kreisebene getroffen. Grundsätzlich gilt für alle Ligen und Altersklassen weiterhin eine zweiwöchige Ankündigungszeit, ehe der Wettkampf-Spielbetrieb wiederaufgenommen werden kann.

 

Durchführungsbestimmungen erlauben Liga-Pokal-Modifikationen

 

Mit der im April getroffenen Entscheidung, die Saison 2019/20 nicht abzubrechen, sondern stattdessen fortzusetzen, hatte der BFV die Voraussetzung geschaffen, um maximal flexibel auf pandemiebedingte Folgen reagieren zu können. Im Falle eines Abbruchs wäre es alleine schon zeitlich nicht mehr möglich gewesen, eine neue Saison 2020/21 komplett auszutragen – zumal der Spielbetrieb in Bayern erst wieder am 19. September 2020 aufgenommen werden durfte. In der Entscheidungsfindung spielte auch immer ein möglicher zweiter Lockdown eine tragende Rolle. "Entsprechend haben wir auch die Durchführungsbestimmungen des neu geschaffenen Ligapokal-Wettbewerbs gestaltet. Oberste Priorität – und das war von Anfang an so auch klar kommuniziert worden – hat der Ligen-Spielbetrieb der Saison 2019/20, den es zu retten gilt, damit wir hoffentlich zum 1. Juli 2021 wieder in geordnete Bahnen übergehen können“, sagt Jürgen Faltenbacher: "Wir haben Bezirken und Kreisen deshalb bewusst völlige Freiheit bei der Ausgestaltung des Ligapokal-Modus‘ gewährt und dabei auch in den Statuten individuell geregelt, wie wir im Falle einer neuerlichen Zwangspause damit umgehen. Es gibt etwa Regelungen zur vorzeitigen Wertung oder zur Verkürzung des Ligapokals, um nur zwei Beispiele zu nennen. Diese Regelungen passgenau den unterschiedlichen Fortschritten in den einzelnen Spielebenen für einen Re-Start im Frühjahr 2021 anzugleichen, wird jetzt die Aufgabe sein. Wenn ich vereinzelt lese, dass der Ligapokal in Teilen schon jetzt eine Farce sei, dem muss ich klar und deutlich sagen, dass wir immer gesagt haben, dass es in dieser so nicht gekannten Situation zu Änderungen kommen kann – von der Modus-Modifikation bis hin zur gänzlichen Streichung.“

 

Sportler brauchen Bewegung, Vereine finanzielle Hilfen

 

Dass der erneute Lockdown im Breitensport verheerende Folgen nach sich ziehen wird, war auch Thema der Online-Konferenz des BFV-Vorstands. "Wir wissen, was der Breitensport Großes in den Vereinen bewegt, gerade wenn es darum geht, Gesundheitsvorsorge zu betreiben. Dass dies fortan für die Frauen und Männer, Jungen und Mädchen im ohnehin schon reduzierten Maße nicht mehr möglich ist, tut uns allen sehr weh. Darum ist es ganz besonders wichtig, dass dies nicht zum Dauerzustand wird – zumal wir mittlerweile wissen, dass das Infektionsrisiko beim Sport an sich äußerst gering ist. Dass Vereine und Verbände jetzt wiederholt vor extremen Herausforderungen stehen, liegt auf der Hand, wenn wir daran denken, dass Mitglieder fernbleiben müssen, sich womöglich in der Folge ganz abwenden oder Kinder erst gar keinen Zugang mehr zum Fußball im Verein finden. Das muss die Politik bei allen ihren Entscheidungen immer mit im Blick haben – und wir werden alles dafür tun, dass dieser Blick nicht verloren geht. Das darf keinesfalls passieren“, hatte BFV-Präsident Rainer Koch bereits bei Bekanntwerden der harten Einschnitte verdeutlicht: "Ungeachtet des Spielbetriebs, für den wir jetzt die folgerichtige Entscheidung getroffen haben, müssen alle Sportfachverbände mit der Politik um Lösungen ringen, dass unsere Amateursportler rasch wieder in Bewegung kommen – auch wenn kein offizieller Wettkampf stattfindet. Unsere Vereine haben gemeinsam mit uns detaillierte Hygienekonzepte entwickelt und eindrucksvoll bewiesen, dass diese vorbildlich umgesetzt werden und maximal möglichen Schutz bieten.“

 

Für Sandra Hofmann, Vorsitzende des Frauen- und Mädchen-Ausschusses, sowie Florian Weißmann, Vorsitzender des Jugend-Ausschusses, ist klar, "dass wir gerade unseren Kindern wieder Bewegungsmöglichkeiten in den Vereinen bieten müssen. Wir alle wissen, wie wichtig Bewegung gerade im Kindesalter ist. In anderen Bundesländern wurden Kinder und Jugendliche vom Sportverbot ausgenommen, das sollte auch in Bayern möglich sein." 

 

Sportfachverbände müssen sich weiter Gehör verschaffen

 

Zudem erneuerte Koch die Forderung nach finanziellen Entschädigungen zum Erhalt der Vereinsvielfalt in Bayern: "Was für die Kultur gilt, beansprucht auch der Sport für sich. Das muss die Politik anerkennen, erste Signale gibt es ja bereits. Wir als Fachverbände müssen aber hartnäckig bleiben und mit einer unüberhörbaren Stimme sprechen.“



 


Verlinkte Inhalte

Interessante Artikel

PM / Thomas Seidl - vor
Regionalliga Bayern
Christian Seidl wird beim SV Schalding-Heining das Trikot mit der Nummer 10 tragen
Schalding-Hammer: Christian Seidl kehrt im Sommer zurück

Der 26-jährige Vollblutstürmer will es nochmal wissen und greift ein zweites Mal beim Regionalligisten an

Zwischen Januar 2017 und Mai 2018 kickte Christian Seidl bereits beim SV Schalding-Heining. Der technisch beschlagene Angreifer absolvierte in ...

Pascal Edenhart / Redaktion Fussball Vorort - vor
3. Liga
Sollte sich der KFC Uerdingen zurückziehen, käme der TSV 1860 München näher an die direkten Aufstiegsplätze ran.
KFC Uerdingen vor Insolvenz - Münchner Drittligisten profitieren

Stellt der Traditionsverein den Spielbetrieb ein?

Durch den plötzlichen Rücktritt des Investors und Vereinspräsidenten schwindet die Hoffnung beim Krefelder FC. Bei einer Annullierung der Spiele kämen die Münchner Vereine gut weg. ...

Freisinger Tagblatt / Sebastian Dobler - vor
Bayernliga Süd
Garage als Fitnessraum: Florian Wolf lässt in der fußballfreien Zeit die Muskeln spielen – sechs- bis siebenmal in der Woche treibt er Sport.
Fit, fitter, Florian Wolf - Amateurkicker stählt sich in der Garage

Fußball - Kreisklasse

In der Winterpause treten die meisten Amateurfußballer kürzer. Nicht so Florian Wolf (34) vom SV Marzling: Er stählt sich in seiner Garage für den Re-Start.

Münchner Merkur / Nico-Marius Schmitz - vor
3. Liga
War im Stadion, Investor Hasan Kivran. 
Heimsieg überschattet - Stadt widerspricht Türkgücü und Hasan Kivran

„Keine Zusage“ für NLZ an Türkgücü

Sportlich und finanziell scheint alles wieder gut zu sein. Doch die Stadt bereitet Kothny gewisse Schwierigkeiten. Demnach gibt es noch kein Einverständnis über die Forderungen des Vereins.

Redaktion Münchner Merkur / Thomas Oesterer - vor
Kreisklasse 3
Die Garage wurde zum Fitnessraum. Jetzt stählt sich Florian Wolf zu Hause - Das große Ziel: Kreisliga-Aufstieg.
Flo Wolf: "Junge Spieler wollen sich nicht mehr so quälen wie früher!"

Angreifer baute Garage zum Fitness-Studio um.

Florian Wolf vom SV Marzling ist so fit wie nie. Grund ist sein Fitness-Programm, das er während des Lockdowns durchzieht. Er trainiert in seiner umgebauten Garage.

red - vor
Regionalliga Bayern
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (neben Bundeskanzlerin Angela Merkel) verteidigt die gemeinsam getroffenen Maßnahmen von Bund und Ländern.
Kein Amateurfußball im Januar: Lockdown wird verschärft

Bund und Länder einigen sich auf Verlängerung der geltenden Einschränkungen bis zum 31. Januar und weitere lokal-geltende Verschärfungen +++ Amateurfußball muss weiter pausieren

Die aktuell geltenden Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie w ...

RP / Thomas Schulze - vor
Regionalliga West
KFC Uerdingen steigt ohne neuen Geldgeber in die Regionalliga West ab

Die Mitglieder sollen mit ihrem Votum den Einsteig eines neuen Geldgebers frei machen. Wird der nicht gefunden, wird der KFC Uerdingen künftig in der Regionalliga spielen. Profifußball sei von der Stadt Krefeld nicht gewünscht.

Die Uhr tickt. Die T ...

Redaktion - vor
3. Liga
Jetzt spricht Kivran! Er will neue Spieler und ein NLZ für Türkgücü!

Hasan Kivran behält Anteile bei Türkgücü München

Türkgücü-Präsident Hasan Kivran kündigte vor Weihnachten seinen Abschied an. Jetzt macht er die Rolle rückwärts.

Tabelle
1. Aschaffenb. 2524 50
2. Nürnberg II 2529 49
3. SpV Bayreuth 2525 49
4. Schweinfurt 2319 44
5. Aubstadt (Auf) 252 39
6. Eichstätt 2614 37
7. Gr. Fürth II 26-2 36
8. Buchbach 253 35
9. FC Augsburg II 259 34
10. SV Wacker 251 33
11. Schalding 24-11 32
12. Illertissen 25-14 31
13. TSV Rain (Auf) 25-15 30
14. Heimstetten 25-10 26
15. 1860 Rosenh. 25-31 21
16. FC Memmingen 22-12 20
17. VfR Garching 20-31 13
18. Türkgücü Mün o.W. (Auf) 00 0
Die vier Erstplatzierten spielen eine Aufstiegs-Playoffrunde um die Relegationsteilnahme, die dann gegen den Meister der Regionalliga Nord ausgetragen wird.

Tordifferenz zählt bei Punktgleichheit.
ausführliche Tabelle anzeigen

FuPa Hilfebereich