Salmrohr überrascht in Engers und stoppt schwarze Serie
Freitag 23.10.20 21:28 Uhr|Autor: Andreas Arens2.823
Foto: Christian Rauen

Salmrohr überrascht in Engers und stoppt schwarze Serie

Oberliga: FSV siegt nach zuletzt sieben Niederlagen in Folge - Daniel Littau und Hendrik Thul treffen im Geisterspiel am Engerser Wasserturm. UPDATE
Wenn (scheinbar) nichts mehr geht, gibt’s einen Sieg in Engers: Ähnlich wie Anfang März 2018, als der FSV Salmrohr nach fünf Pleiten und zwei Remis mit dem damaligen 1:0-Erfolg eine Durststrecke überwand, stoppte das Team von Trainer Lars Schäfer auch am Freitagabend eine Minusserie – diesmal sogar nach sieben Niederlagen hintereinander. Im ersten (coronabedingten) Geisterspiel der Vereinsgeschichte setzte sich der FSV dank einer laufstarken und kompakten Vorstellung auf dem Kunstrasenplatz am Wasserturm im Neuwieder Stadtteil mit 2:0 (1:0)  durch.


Bereits früh erzielte Salmrohr das 1:0: In der zehnten Minute leisteten sich die Engerser einen Fauxpas im Spielaufbau. Der FSV schaltete blitzschnell über Lucas Abend, Marco Unnerstall und Hendrik Thul um. Daniel Littau steuerte auf das Engerser Tor zu und schloss mit einem Schuss ins lange Eck ab.

Bei Salmrohr fehlte zwar auch Kapitän Michael Dingels (Bluterguss in der Wade), dafür stand aber der aus dem defensiven Mittelfeld nach hinten gerückte Marcel Giwer neben Max Düpré seinen Mann in der Innenverteidigung. Nico Toppmöller startete im Mittelfeld, wo Gustav Schulz wegen Oberschenkelbeschwerden  fehlte. Der wiedergenesene Gianluca Bohr strahlte auf der linken Abwehrseite viel Sicherheit aus. Eine Reihe weiter vorne setzte Anton Moroz immer wieder zu vielversprechenden Laufduellen an.

Sechs Minuten nach der Salmrohrer Führung lag sogar das 0:2 in der Luft. Der Pass in die Tiefe von Hendrik Thul auf seinen Offensivkollegen Marco Unnerstall war aber etwas zu lang.  In der 33. Minute versuchte es Unnerstall, doch Keeper Stefan Djordjevic war mit dem Fuß zur Stelle.

Der amtierende Rheinlandpokalgewinner tat sich im Vergleich mit dem 2019er Cup-Sieger sehr schwer. Engers fehlte es im Angriffsspiel an Ideen. Vier Minuten vor der Pause dann  Glück für den FSV. Jonathan Kap steuerte alleine auf Sebastian Grub zu, agierte aber zu unkonzentriert und schoss neben den rechten Pfosten.

Engers kam mit mehr Offensivdrang aus der Kabine. Niklas Hermann hatte schon zwei Minuten nach dem Seitenwechsel eine gute Chance; gerade noch wurde sein Schuss abgeblockt.

Doch der FSV blieb gefährlich – und nutzte seine Chancen weitaus konsequenter als zuletzt: Eine feine Einzelleistung schloss Hendrik Thul nach einer Stunde mit einem platzierten Schuss aus 20 Metern ins rechte untere Eck ab – 0:2!

Weiter verteidigte der FSV sehr konzentriert und voller Leidenschaft. Was durchkam, wurde zur sicheren Beute von Sebastian Grub. Selten wurde es aber so gefährlich wie in der 70. (Grub klärt gegen Kap) und in der 79. Minute. Hier parierte er einen Kopfball von Björn Kremer, der am langen Pfosten gelauert hatte.

Am Ende war Salmrohr dem 3:0 näher als Engers dem Anschlusstreffer. Djordjevic vereitelte gegen Thul noch Schlimmeres aus Sicht der Gastgeber (86.).

Voll des Lobes war FSV-Coach Schäfer nach dem Sieg in seiner Geburtsstadt, ehe er anschließend zu seinen Eltern ins heimatliche Ettringen bei Mayen aufbrach: "Das war - unabhängig vom Ergebnis - unsere beste Saisonleistung. Wir waren unheimlich bissig und aggressiv in den Zweikämpfen, hätten allerdings aus einigen guten Chancen-Ansätzen noch mehr machen können. "

Er hoffe selbstverständlich auf eine schnellstmögliche Rückkehr von Leistungsträgern wie Michael Dingels und Gustav Schulz. Die starke Vorstellung in Engers habe aber gezeigt, "was möglich ist - auch, wenn wichtige Spieler fehlen".

Grund für allzu viel Euphorie gibt es für Schäfer überhaupt keinen: "Das war nur der erste Schritt. Da müssen wir jetzt weitermachen."

Mit dem Dreier am Rhein hat sich der FSV vor dem Heimspiel am kommenden Samstag, ab 14.30 Uhr, gegen Hassia Bingen nicht nur selbst Luft im Abstiegskampf verschafft, sondern auch Lokalrivale Eintracht Trier Schützenhilfe geleistet. Engers gilt als einer der Widersacher der Blau-Schwarz-Weißen im Kampf um Platz eins, scheint aber nach einer dreiwöchigen coronabedingten Zwangspause mit nun zwei Niederlagen in Folge außer Tritt geraten zu sein.

Zu einem Geisterspiel wird es gegen Bingen nicht kommen. Nach Angaben des Salmrohrer Vorsitzenden Christian Rauen kann der FSV dank seines Hygienekonzepts nach wie vor bis zu 1200 Zuschauer im Salmtalstadion begrüßen. 

FV Engers 07 – FSV Salmrohr 0:2

Engers: Djordjevic – Horz, Köppen, Kneuper, Fiege, Runkel (37. Hermann), Schlesiger (65. Kremer), Splettstößer (65. Felber), Stieffenhofer, Kap, L. Haubrich.

Salmrohr: Grub – Abend, Giwer, Düpré, Bohr – Toppmöller – Littau (80. Mennicke), Pinna (86. L. Thul), Moroz – Unnerstall, H. Thul (90. Kirsch).


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