Aufgeben ist nicht in der Beecker DNA drin
Dienstag 23.02.21 12:00 Uhr|Autor: Helga Raue | AZ/AN1.852
Umkämpft: Der Beecker Shpend Hasani setzt zum Kopfball an, doch Aachens Keeper Joshua Mroß (rechts) eilt schon heran. Foto: Michael Schnieders

Aufgeben ist nicht in der Beecker DNA drin

Nach dem knappen 2:3 gegen Alemannia Aachen tritt Regionalligist FC Wegberg-Beeck zum Nachholspiel bei Schalke 04 II an
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Zu spät wach geworden? „Da wäre auf jeden Fall mehr drin gewesen“, haderte Michael Burlet mit dem Ergebnis. Verständlicherweise. Denn nachdem der FC Wegberg-Beeck die erste Hälfte des Regionalliga-Derbys verschlafen hatte, überzeugte er nach der Pause mit Kampfgeist. „Aufgeben gibt es nicht, das ist in der Mannschaft so drin“, unterstrich der Beecker Coach stolz, denn seine Jungs setzten Alemannia Aachen nach dem 0:2-Rückstand zur Pause richtig unter Druck, unterlagen aber 2:3 (wir berichteten). Bereits am Dienstagabend steht die nächste Bewährungsprobe für den Aufsteiger an: Es geht zum Nachholspiel bei Schalke 04 II.

„Hälfte eins gehörte der Alemannia, aber nach dem Verlauf der zweiten Halbzeit hätten wir Punkte haben müssen“, ärgerte sich Burlet. In den ersten 45 Minuten kam seine Mannschaft oft einen Schritt zu spät, ging nicht energisch genug in die Zweikämpfe, reagierte statt zu agieren. „Aber nach der Pause haben wir auf Augenhöhe agiert.“ Und so schmerzte es den 56-Jährigen besonders, dass die Tore zwei, dem eine Fehlerkette vorausging, und drei, als der ansonsten stark agierende Stefan Zabel den Ball nicht festhalten konnte, zu einfach gefallen waren. „Nach der Pause habe ich für uns sogar ein Chancenplus mit drei, vier guten Möglichkeiten gesehen“, so Burlet.

So steht Beeck mit leeren Händen da, und nun „kommt das nächste brutal schwere Spiel. Schalke ist läuferisch stark und technisch sehr versiert. Da müssen wir ein gutes Umschaltspiel zeigen“, erinnert sich Burlet noch gut an das Hinspiel gegen den Tabellenzwölften, der am Samstag mit 0:2 in Straelen unterlag. Buchstäblich in der letzten Minute hatten sich die kleinen Knappen mit 1:0 den Sieg gesichert. „Wichtig ist, die Jungs schnell wieder aufzurichten. Obwohl nach der guten zweiten Hälfte gegen Aachen können sie positiv gestimmt in die Partie gehen.“

 

Mark Zeh Trainer-Kandidat?

 

Im Laufe der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass Beeck den Vertrag mit Regionalliga-Coach Burlet nicht über das Saisonende hinaus verlängern und stattdessen eine interne Personallösung anstreben wird. Kandidat für die Nachfolge ist Mark Zeh, aktuell noch Coach der Beecker Zweiten. Die jedoch soll Ende der Saison aus der Bezirksliga-Staffel 4, in der sie aktuell Platz sieben belegt, abgemeldet werden. Der 37-jährige Essener spielte selbst u. a. bei Schwarz-Weiß Essen, Viktoria Köln, den Sportfreunden Lotte und Siegen sowie bis zum Karriereende im Mai 2019 bei Ratingen 04/19 und bestritt insgesamt jeweils über 200 Regional- bzw. Oberliga-Spiele. Seit Mai 2019 betreut Zeh, der allerdings nicht über die für die Regionalliga erforderliche A-Lizenz verfügt, die Beecker Zweite.

Die Abmeldung der zweiten Beecker Mannschaft erfolgt im Rahmen einer neuen Kooperation, die der FC Wegberg-Beeck und der SC Wegberg am vergangenen Wochenende beschlossen haben. „Miteinander ist definitiv die bessere Lösung als 100 Jahre gegeneinander“, bringt es FC-Geschäftsführer Thomas Klingen auf dem Punkt. „Wir müssen die Kräfte bündeln und dem demografischen Wandel sowie den veränderten Interessen der Kinder und Jugendlichen Rechnung tragen.“ Daher beschloss man, eine vorerst auf ein Jahr befristete Partnerschaft im Jugendbereich einzugehen – mit dem Ziel, diese bei einem erfolgreichen Verlauf weiter auszubauen.

„In Wegberg gibt es nur 27.000 Einwohner, aber acht Fußballvereine, von denen zwei schon keine Jugendarbeit mehr haben“, nennt Klingen die Fakten. „Deshalb haben wir uns Gedanken um die künftige Ausrichtung gemacht und uns frühzeitig entschlossen, diesen Weg zu gehen.“ Vereinbart wurde vorerst eine Zusammenarbeit im Jugendbereich von den Bambinis bis zur E-Jugend, in denen man Spielgemeinschaften bilden will.

Ziel der Partnerschaft ist die Bündelung der Kompetenzen, um so dem Nachwuchs ein sportlich interessantes Angebot zu machen. „Ich bin gespannt auf den Start dieses in Wegberg einzigartigen Projekts. Beide Vereine haben die Chance erkannt, sich zukunftsfähig aufzustellen und die Synergien zu nutzen“, unterstreicht auch Marc Baltes, Geschäftsführer des SC Wegberg, der in der Kreisliga B, Gruppe 1, spielt.

„Wir fangen mit der Kooperation im Kleinen an und hoffen, dass sie dann größer wird“, sagt Beecks Sportlicher Leiter Friedel Henßen. Die Kooperation beinhaltet auch, dass den Beecker A-Jugendlichen, die im Sommer den Sprung zu den Senioren machen, die weitere Entwicklung beim SC Wegberg ermöglicht werden soll. Aus diesem Grund plant Beeck, keine zweite Mannschaft mehr für den Spielbetrieb zu melden.



FOTOS FC Schalke 04 II - FC Wegberg-Beeck

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