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Freitag 08.09.17 11:23 Uhr|Autor: Andreas Werner - Münchner Merkur 303
Julia Simic möchte sich wieder für das DFB-Team empfehlen (Foto: Getty Images)

Simic: "Der FC Bayern ist ein Teil von mir geworden"

Ex-Münchnerin kehrt mit dem SC Freiburg in die Heimat zurück
Die elfte Klasse absolvierten die zierliche Julia Simic und der baumlange Holger Badstuber Seite an Seite, und bis heute muss die inzwischen 28-Jährige grinsen, wenn sie an alte Zeiten denkt. Sie kam mit 16 nach München, machte wie ihr Klassenkamerad ihren Weg. Beide schafften es in die erste Mannschaft beim FC Bayern, beide wurden Nationalspieler. 2013 suchte sie eine neue Herausforderung, damals war der Frauenbereich des FC Bayern noch einen Tick zu klein für große Ambitionen. Morgen kehrt sie mit dem SC Freiburg zurück.

„Ich war neun Jahre in München, es waren prägende Jahre – ich bin hier erwachsen geworden“, sagt Julia Simic. Mit Lena Lotzen ist sie bis heute befreundet, auch Melanie Behringer, Mandy Islacker, Viki Schnaderbeck, Carina Wenninger und Gina Lewandowski waren damals schon da. „Für mich ist es ein Stück Heimat. Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass es ein Spiel wie jedes andere ist.“ Geboren in Fürth, war der Weg nach München nicht weit – und innerlich ging der Anpassungsprozess letztlich auch schnell, obwohl sie von klein auf Nürnberg-Fan war: Vater und Bruder als Club-Fans, „beide eisern“, da gab es zunächst keine Chance.

Aber im Laufe der Zeit hat sich das in der ganzen Familie geändert. „Der FC Bayern ist ein Teil von mir geworden.“ Ohne dass man das jetzt in Freiburg falsch verstehen solle: „Ich will immer gewinnen. Aber in meinem Inneren ist der FC Bayern so etwas wie mein Verein. Ich denke, das ist logisch, das kann jeder nachvollziehen. Dafür war ich zu lange dort.“ Ein Club-Fan, fügt sie lachend an, „bin ich aber übrigens auch noch, zumindest ein bisschen“.

Es sei enorm, wie sich die Bayern entwickelt hätten. „Nicht zuletzt der Campus ist etwas, über das man auch bei anderen Klubs spricht. Da schaut man – so fair muss man sein – neidisch auf diese Möglichkeiten“, so die Offensivkraft. „Als ich damals dort war, war man so Mittelklasse mit Ambitionen. Inzwischen aber sind die Bayern wie bei den Männern oben fest etabliert, die Frauen-Abteilung läuft nicht mehr nebenbei.“</p>
<p>Julia Simic hat sich nach der Meisterschaft mit Wolfsburg in dem Sommer in den Breisgau verändert. Oberstes Ziel ist es, wieder regelmäßig zu spielen. „Die WM 2019 habe ich dann schon im Hinterkopf“, sagt die zweifache Nationalspielerin, die letztmals im Oktober 2016 dabei war. „Steffi Jones testet jetzt ein paar neue Spielerinnen, und wenn ich verletzungsfrei bleibe, hoffe ich, dass ich auch wieder berücksichtigt werde. Die WM ist ein Fernziel.“

Ihr erstes Bundesligator erzielte sie übrigens einst ausgerechnet gegen ihren heutigen Klub Freiburg. Damals, als sie mit Badstuber die Schulbank drückte.

 
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