Der Name Morina ist eng mit Fortuna verbunden: Arlind, genannt „Lindi“, spielt seit zwölf Jahren beim Landesligisten.
Der Name Morina ist eng mit Fortuna verbunden: Arlind, genannt „Lindi“, spielt seit zwölf Jahren beim Landesligisten. – Foto: Florian Würthele

Zwölf Jahre Fortuna und kein Ende in Sicht

Lindi Morina ist eine Institution beim Regensburger Landesligisten – und wünscht sich heute einen Heimsieg

Ein paar Monate fehlen auf seinen Bruder Arber, sonst wäre er selbst der Dienstälteste in den Reihen des Fußball-Landesligisten SV Fortuna: Arlind Morina, kurz „Lindi“, ist eine Institution bei den Regensburgern. Seit über zwölf Jahren für die Fortuna am Ball, hat sich der zierliche Morina über die Zeit bei Fans und Gegnern einen Namen als wieselflinker Flügelstürmer gemacht. Seine Tempodribblings sind gefürchtet, er ist kaum vom Ball zu trennen. Morinas 335. Ligaspiel im grünweißen Dress führt heute Abend (Anstoß 18.45 Uhr) den TSV Seebach an die Isarstraße. Es ist ein Spitzenspiel.

Arber (35) und Arlind (30) gemeinsam bei Fortuna, das hat sich schon lange als Glücksfall herausgestellt – und das beidseitig. Gemeinsam mit Isi (32) nur einen Steinwurf vom Sportgelände entfernt aufgewachsen, ist der Name Morina fest mit dem SV Fortuna verbunden. Arber hat mittlerweile den Posten des Fußball-Abteilungsleiters inne, während der jüngste des Brüder-Trios als Mannschaftskapitän vorangeht. „Lindi übernimmt die Führung in der Mannschaft“, sagt der sportliche Leiter Hans Meichel, „An einem normalen Tag ist er für jede Mannschaft schwer zu bremsen. Ich hoffe, dass er heute wieder in die Vollen geht.“

Anfang voriger Woche war Lindi Morina zu Gast im „Kneitinger Sportstudio“ des lokalen Fernsehsenders „TVA“. Im Interview skizzierte er unter anderem seine Liebe zum SV Fortuna, sprach davon, dass er hier mit großer Wahrscheinlichkeit auch seine Karriere beenden werde. Aber das ist Zukunftsmusik. Was näher am Hier und Jetzt liegt: Nächste Saison möchten Morina und seine Mitspieler – erstmals in der Vereinshistorie – in der Bayernliga spielen.

„Wir wollen unbedingt aufsteigen, am besten dominant“, so formuliert es Morina. Thema Dauerdruck: Den verspüren die Terakajs, Bockes und Co. kaum. „Der Spielwitz und Spaß, die wir zurzeit haben, machen den Druck wett“, meint Morina. Der Mittelbayerischen gegenüber erzählt der Dribbler, dass seine Fortuna noch nie eine solch spielstarke Mannschaft beisammen gehabt hätte. Man sei auf einem sehr guten Weg, harmoniere und komme als eingeschworener Haufen daher.

Oft zu kurz kommt das Drumherum. Die Ordner, Kassierer, der Platzwart – sie alle arbeiten bei „Grün-Weiß“ hart dafür, dass es richtig funktioniert. Man zieht an einem Strang.

Dribbler Lindi Morina (rechts) jubelt gern und häufig im Fortuna-Trikot.
Dribbler Lindi Morina (rechts) jubelt gern und häufig im Fortuna-Trikot. – Foto: Florian Würthele


Die Jungs auf dem grünen Rasen können heute Abend einen weiteren kleinen Schritt zum großen Ziel gehen. Der noch ohne Makel dastehende TSV Seebach (2., 12 Punkte) hat sich im Sommer personell verstärkt und stellt für Regensburg (4., 10) zweifelsfrei einen echten Gradmesser dar. Der Mannschaft von Helmut Zeiml steht ein heißer Tanz bevor, wo sie ihr ganzes Können unter Beweis stellen kann. „Wir müssen auf der Hut sein“, hat Sportchef Meichel etwa Seebachs Torjäger und Freistoßexperten Christoph Beck im Hinterkopf. „Aber wenn wir uns auf unser Können besinnen, können wir sie schon schlagen. Die Zeit der leichten Gegner ist vorbei!“

Zuletzt lief es nicht nach Plan. Die Trainingswoche vor dem Gastspiel in Bogen (0:0) war von Blessuren und Krankheitsfällen durchzogen. Entsprechend durchwachsen lief das Spiel an sich. Beinahe hätte Fortuna die erste Saisonniederlage einstecken müssen, das Remis wahrt immerhin das Ungeschlagen-Sein. Ein Genickbruch war der Punktverlust aber in keinem Fall.

Trainer Helmut Zeiml hofft nun wieder auf mehr Torchancen und daraus resultierend Tore. Ähnlich Lindi Morinas Appell: „Wir müssen gegen Seebach unbedingt wieder effektiver im Abschluss werden und verhindern, dass wir ausgekontert werden.“ Die (Rest-)Verteidigung wird auf dem kleinen Spielfeld ein ganz wichtiger Faktor sein.

Personeller Natur sieht es allmählich besser aus beim SVF. Die Krankheitswelle ist abgeebbt, allerdings ist der ein oder andere Spieler noch angeschlagen. Rekonvaleszent Raphael Allgaier kehrte ins Training zurück und wird voraussichtlich, wie der am Knie lädierte Tobias Zöllner, im Kader stehen. Der seit Mai zum Zuschauen verdammte Fabian Ziegler arbeitet schon mit dem Ball und wird bald wieder angreifen können.

Aufrufe: 05.8.2022, 07:00 Uhr
Florian WürtheleAutor