2024-05-28T14:20:16.138Z

Ligabericht
Jakub Süsser ist in Willmering nicht nur Trainer, sondern auch Denker und Lenker auf dem Platz.
Jakub Süsser ist in Willmering nicht nur Trainer, sondern auch Denker und Lenker auf dem Platz. – Foto: Heiko Gietlhuber

Wi-Wa will mit Trainer Jakub Süsser in die Bezirksliga

Vor den Toren Chams ist man nach mehreren knapp verpassten Aufstiegen erneut kurz davor, den großen Wurf zu schaffen

Zweimal Platz 2 und zweimal Platz 3 – die SpVgg Willmering-Waffenbrunn schrammte in den letzten Jahren denkbar knapp am Sprung in die Bezirksliga vorbei. Letzten Mai vermasselte eine Niederlage in der Relegation den möglichen Aufstieg. Auch aktuell mischt man nach einem holprigen Saisonstart wieder ganz vorne mit: Ein Sportgerichtsurteil mitberücksichtigt, führt die „WiWa“ seit vergangenem Sonntag und dem famosen 4:1-Heimsieg gegen den bisherigen Spitzenreiter Furth im Wald das Klassement der Kreisliga Ost an.

Noch fünf Aufgaben, die der sportliche SpVgg-Leiter Martin Göttlinger als Endspiele bezeichnet, stehen aus. Fünf Spiele, bis es endlich mit dem großen Wurf klappt?

Über die vollen 90 Minuten seien die Seinen die bessere Mannschaft gewesen, blickt Göttlinger auf Sonntag zurück: „Wir haben gewusst, dass wir es draufhaben momentan. Dass es so gut funktioniert hat, ist super. Das war sehr verdient.“ Durch den Triumph über Furth im Wald haben sie bei Willmering-Waffenbrunn jetzt alles selbst in der Hand. Kommenden Sonntag geht's nach Raindorf zum nächsten Spitzenspiel. Der Aufsteiger hat als Zweiter noch ein Nachholspiel in der Hinterhand. Gewinnt die SpVgg auch da, „dann wären wir endgültig der 'echte' Tabellenführer“, schmunzelt Göttlinger, der noch auf die drei gutgeschrieben Punkte aus dem Heimspiel gegen Bad Kötzting II (Nichtantritt der Gäste) wartet.

Vor einem Jahr hatten Martin Göttlinger und seine Mitstreiter einen Trainer-Coup gelandet, indem sie den langjährigen Anführer des 1. FC Bad Kötzting, Jakub Süsser, als Nachfolger von Irek Kotula installieren konnten. Die Handschrift des 34-jährigen Tschechen beim Kreisligisten wird mehr und mehr sichtbar. „Kuba hat sich hervorragend akklimatisiert, unter ihm haben wir einen großen Schritt nach vorne gemacht“, lobt der Sportchef. Auch eine Videoanalyse hat durch den Spielertrainer (bislang 14 Saisoneinsätze) Einzug gehalten in Willmering. Heimspiele und manche Auswärtsspiele werden mitgefilmt, wichtige Szenen anschließend der Mannschaft präsentiert. Positive wie negative Dinge aus den Spielen können dadurch bildlich dargestellt werden. Für die neue Saison hat Süsser übrigens bereits zugesagt.


Nach dem Sieg in Furth im Wald stehen für die WiWa (am Ball Andreas Weindl) endgültig alle Möglichkeiten in Sachen Meisterschaft offen.
Nach dem Sieg in Furth im Wald stehen für die WiWa (am Ball Andreas Weindl) endgültig alle Möglichkeiten in Sachen Meisterschaft offen. – Foto: Heiko Gietlhuber


Es ist nicht der einzige Punkt, warum es für die SpVgg Willmering-Waffenbrunn nach einem holprigen Saisonstart (2/1/3) mit Niederlagen gegen Miltach und Bad Kötzting (Göttlinger: „Das waren schon Tiefpunkte“) inzwischen sehr, sehr gut läuft. „Mir war klar, dass das mit dem neuen Trainer etwas Zeit braucht. Mittlerweile hat sich das Ganze eingespielt und die Jungs kapieren, was der Trainer will“, sagt Göttlinger. Was der Funktionär, der gleichzeitig als Co-Trainer an der Seite Süssers fungiert, als weiteren Unterschied im Vergleich zum alten Jahr herausgearbeitet hat: „Im letzten Jahr hatten wir – auch bedingt durch das Relegationsspiel sowie das Pokalspiel gegen Unterhaching – einen leichten Spannungsabfall und sind immer nach 60, 70 Minuten eingebrochen. Das haben wir in der Wintervorbereitung behoben. Jetzt können wir 90 Minuten Gas geben.“ Überdies sei der ausgeglichene und relativ breite Kader vorteilhaft. Dadurch würden drei, vier Ausfälle – wie es auch aktuell der Fall ist – kompensiert werden können.

Was Martin Göttlinger zudem herausstellen möchte: „Wir planen langfristig über drei, vier Jahre und nicht kurzfristig, wie es heutzutage so oft der Fall ist.“ Natürlich wünscht sich bei Willmering-Waffenbrunn jeder, dass es in wenigen Wochen endlich mit dem Aufstieg in die Bezirksliga klappt. Der Aufstieg sei laut Göttlinger des Resultat dessen, was man sich mit kontinuierlicher Arbeit in den letzten Jahren aufgebaut habe. „Irgendwann hätten wir es mal verdient. Aber sowas gibt's im Fußball leider nicht“, lacht der 54-Jährige und ergänzt: „Auf uns warten fünf Endspiele und wenn wir die gewinnen, sind wir Meister. Aber das muss erstmal geschafft werden. Unser Ziel ist es natürlich, am Ende der Saison Meister zu werden und die Herausforderung Bezirksliga mit Jakub Süsser anzunehmen. Und wenn es nicht so sein sollte, werden wir nächste Saison wieder angreifen.“

Unterdessen laufen längst die Personalplanungen für die neue Spielzeit. Diese ist bei der WiWa bereits abgeschlossen, ob dann in der Kreisliga oder Bezirksliga, das spiele laut Göttlinger keine Rolle. „Alle Spieler aus dem Kader haben uns zugesagt. Dazu wird es zwei Neuzugänge aus dem A-Jugendbereich geben. Wir haben einen guten Grundstock, der Kader ist groß genug“, berichtet der sportliche Leiter erfreut.

Der Verein vor den Toren Chams bleibt seiner Philosophie treu, mit Spielern aus dem „eigenen Stall“ erfolgreich sein zu wollen. Damit ist man in den letzten Jahren gut gefahren. Und vielleicht führt dieser Weg ja ganz bald in die Bezirksliga.

Aufrufe: 09.4.2024, 13:24 Uhr
Florian WürtheleAutor