Der Matchwinner fand die passenden Worte: „Das war ein kratziges Duell. Wir haben eigentlich eine andere Spielphilosophie. Man muss ehrlich sagen: Lange Zeit war Weiden das klar bessere Team, wir sind über die mannschaftliche Geschlossenheit gekommen“, sagte Niklas Koppitz. Dass der TuS BW Königsdorf trotzdem mit 2:1 bei der Teutonia gewann, lag vor allem am ehemaligen Spieler von Borussia Freialdenhoven. Mit einem Doppelpack bescherte er seinem Team den dritten Dreier aus drei Spielen in der Fußball-Mittelrheinliga. „Das kenne ich so auch noch nicht“, sagte der 25-Jährige mit einem Augenzwinkern.
Mit zwei Veränderungen in der Startelf – Stefan Vujicic für Julian Braun und Nuredin Alikahn für Leon Ruhrig – begann die Teutonia das Spiel mit ein paar leichten Ballverlusten in gefährlichen Zonen. Nach fünf Minuten hatte sich der Gastgeber gefangen, presste besser und kam durch Alikahn zum ersten, wenn auch nicht wirklich gefährlichen Torschuss (8.).
In diese Phase hinein stand Koppitz völlig frei nach einer Flanke am zweiten Pfosten und köpfte ein (9.). „Wir haben drei große Innenverteidiger aufgestellt. Und dann trifft der Kleinste per Kopf. So ist Fußball manchmal“, sagte Weidens Trainer Sebastian Wirtz. „Ich habe ein recht ordentlich ausgeprägtes Kopfballspiel für meine Größe. Aber wenn die ganzen Hünen da stehen, kommt das nicht so häufig vor. Aber grundsätzlich traue ich mir auch Kopfballtore zu“, meinte der 1,70 Meter große Torschütze wieder mit einem Augenzwinkern.
Die Gäste hatten danach erst mal nur noch wenig Interesse an Offensivaktionen. Weiden war feldüberlegen und kam zu mehreren Torchancen. Doch Yassine Ali Gnondis artistischer Versuch (12.) blieb genauso erfolglos wie die Weitschüsse von Cem Hircin (36.) und Kapitän Meik Kühnel (39.). Einmal lag der Ball in Königsdorfs Kasten: Alikahn hatte sich stark über links durchgesetzt. Seine Flanke landete auf dem Kopf von Canel Cetin, der einnetzte (42.). Das Schiedsrichtergespann sah den Ball aber vor der Flanke im Aus.
Ein schöner Steckpass von Hircin auf Niklas Valerius eröffnete den zweiten Durchgang. Weidens Neuner kam aber nicht an den Ball (52.). Die Teutonia drückte weiter, die Versuche von Alikahn und von Ali Gnondi auf die Latte führten zu mehreren Ecken (58.). Von Königsdorf kam weiterhin nicht viel bis auf einen sehr unsauber zu Ende gespielten Angriff (63.). Dann belohnte sich die Teutonia doch noch: Nach Chaos im Königsdorfer Strafraum landete der Ball bei Alikahn (64.). Die Gäste blieben äußerst effizient: Einen Freistoß an der Strafraumgrenze zirkelte Koppitz unhaltbar in den Winkel (69.). „Ich trainiere das ein, zwei Mal die Woche mit Can-Luka Topcu. Das zahlt sich aus“, meinte der Torschütze.
Königsdorfs Gabriel Paczulla setzte danach einen Weitschuss auf die Latte (74.). Weiden kam nicht mehr zu klaren Torchancen – bis zur Nachspielzeit, als der abgefälschte Schuss von Joker Folajomi Orolade knapp am Pfosten vorbei ging. Königsdorf konnte mehrere gefährliche Konter nicht erfolgreich abschließen, es blieb bei Weidens zweiter Niederlage nacheinander. „In dieser Liga geht es sehr eng zu, da entscheidet eben ein Freistoß das Spiel. Ich bin absolut zufrieden mit der Leistung und wie wir aufgetreten sind im Vergleich zur Vorwoche gegen Merten. Über 90 Minuten waren wir die bessere Mannschaft“, fand Wirtz.
Weiden: Said - Vujicic (78. Braun), Ahns, Bach (82. Pacolli) - Cetin (72. Tuncer), Alikahn (72. F. Orolade) Kühnel, Hircin (90. Ruhrig), O. Orolade - Valerius, Ali Gnondi
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