
Region. Im Nachbarduell gegen den SV Niedernhausen fing sich der Gruppenligist TSV Bleidenstadt beim 0:6 eine böse Klatsche ein. Nach der Nullnummer im Stadt-Derby zwischen der SKG 23 Wiesbaden und dem FC Bierstadt waren beide Trainer zufrieden, dass endlich mal die Defensivreihen super standen. Für die Spielvereinigung Eltville war das 2:2 gegen den SV Erbenheim zu wenig: Mit sechs Zählern Rückstand auf den Vorletzten brauchen die Rheingauer eine Serie, um wieder richtig im Abstiegskampf mitzumischen.
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Herbe Klatsche für den Gastgeber: „Unsere Leistung war unterirdisch. Fünf Treffern gingen unsägliche individuelle Fehler voraus. Solche Tage gibt es aber im Fußball, Mund abwischen und weitermachen“, blickt TSV-Coach Michael Drogi lieber nach vorne. „Für mich war aber nicht so wichtig, dass wir nach vorne schön zusammengespielt haben, wir haben endlich mal hinten gut gestanden und die Null gehalten“, sah Stephan Mohr sein Team im Defensivverbund auf Top-Niveau. Wichtig dabei auch, dass Trainer Andre Meudt mit dem Einsatz von Patrick Hammesfahr in der Innenverteidigung eine starke Idee hatte. Außerdem überzeugten die Torschützen Max Schwerdt, David Perez de los Santos und Jermaine Pedraza, der eingewechselte Faris Taibi macht per Doppelpack das halbe Dutzend voll.
Tore: 0:1 Schwerdt (19.), 0:2 Perez de los Santos (42.), 0:3 Eigentor (45.), 0:4 Pedraza (54.), 0:5, 0:6 Taibi (77., 82.).
Vor zwei Wochen noch eine müde Nullnummer gegen Schlusslicht Eltville, nun der Heimsieg gegen das Top-Team Eddersheim II. Mit besserer Offensivbesetzung zeigte der TuRa, zu was er in Bestbesetzung in der Lage sein kann. „Gerade im Sturm ist mehr Zug drin“, freute sich Abteilungsleiter Ache, der von einem „guten Fußballspiel“ sprach. Vor allem im zweiten Abschnitt war einiges geboten. Nach Foul an Deniz Krebs hatte Philipp Nocht per Elfmeter die Chance zur Führung, scheiterte aber an Eddersheims Keeper. Drei Minuten später war Nocht dann aber der Sieger und netzte nach Vorlage von Adnan Maach zur Führung ein. Dann waren die Gäste sogar ein Mann weniger, als Semih Tokuc mit Gelb-Rot vom Platz flog. Kurios: Die erste Gelbe hatte er gesehen, weil er nach Behandlungspause unangemeldet wieder das Feld betreten hatte. In Unterzahl bot sich Eddersheim die große Chance zum Ausgleich, doch Janic Pessel scheiterte mit seinem Strafstoß an einer Glanztat des TuRa-Keepers Frederick Hiebinger. Schlussendlich sorgte Milon Mehari nach Vorlage von Noah Stranz für den Endstand.
Tore: 1:0 Nocht (61.), 2:0 Mehari (89.).
Beide Teams freuten sich über gute Abwehrleistungen und empfanden die Punkteteilung als gerecht. „Wir standen hinten geschlossen gut, hätten nach vorne etwas mehr Druck machen müssen“, so SKG-Coach Efkan Yildiz. „Paul Götz hatte Marcus Weinhardt im Griff, Niklas Muschter machte dahinter die Räume zu“, sah auch René Keutmann sein Team in der Rückwärtsbewegung im grünen Bereich. Im tempointensiven Spiel ging der Heimelf am Ende etwas die Luft aus, Bierstadt konnte daraus jedoch kein Kapital schlagen.
Eltville haderte nach dem verpassten ersten Saisonsieg mit dem Schicksal: „Die Jungs machten ein sehr gutes Spiel und hatten den Dreier sowas von verdient“, schüttelte Sven Klärner mit dem Kopf. Die halbe Wahrheit war jedoch auch, dass sein Team nach der 2:1-Führung das Fußballspielen einstellte und die Erbenheimer damit zum schmeichelhaften Punktgewinn einlud. „Vor dem Ausgleich mussten wir dreimal ein taktisches Foul machen, hatten das jedoch nicht auf dem Schirm“, so Klärner. Der überragende Henri Bong erhielt ein Sonderlob.
Tore: 0:1 Dalmeida (53.), 1:1 Klärner (57.), 2:1 Gonzalez (68.), 2:2 P. Massfeller (87.).
Da Chef-Coach Volkan Zer beruflich verhindert war, lag die Verantwortung bei den Gästen diesmal bei Co-Trainer Ümit Balikci: „Hier war mehr drin, aber individuelle Fehler haben die Gegentreffer begünstigt“, bilanzierte Balikci. Die Biebricher Youngster mussten zur Pause führen, kamen auch nach dem 1:3 noch mal zurück, mussten aber beim Abpfiff die entscheidende Cleverness der Platzherren akzeptieren.
Tore: 1:0 Schmidt (36.), 1:1 Tabira (45.), 2:1, 3:1 Moog (62., 72.), 3:2 Kurtisi (79.), 4:2 Dankof (90.).
„Und täglich grüßt das Murmeltier“, war Wallrabensteins Trainer Daniel Dylong trotz guter Vorstellung seiner Elf ob der spielentscheidenden Fehler nicht zufrieden. „Außerdem haben wir schon den fünften Elfmeter kassiert, da müssen wir auch etwas cleverer sein.“ Ärgerlich zudem die Rote Karte gegen Torschütze Alireza Mojahedi, der sich in der Nachspielzeit zu einer Beleidigung hinreißen ließ.
Bei den Gastgebern freute man sich über den gelungenen Einstand des neuen sportlichen Leiters Rachid Rahou und den wichtigen Heimsieg. "Wir müssen zur Halbzeit eigentlich klar führen. Bevor ich hier herkam, hatte ich keine grauen Haare, mittlerweile muss ich nachdenken, sie mir färben zu lassen", sagte Türk-Spielertrainer Kilic Görgülü lachend nach einem erneut turbulenten Spielverlauf - diesmal zugunsten seines Teams, das mit Laufbereitschaft und Moral überzeugte. Ein Sonderlob bekam Romin Ahmadi für eine überragende Leistung und Candas Kara, der die ersten beiden Treffer nach Eckbällen vorlegte und anschließend selbst zweimal einnetzte.
Tore: 0:1 Mojahedi (19.), 1:1 Ahmadi (29.), 2:1 Bendriss (33.), 2:2, 2:3 Mikko Meier (45., 62.), 3:3, 4:3 Kara (73., 91.).
Mit dem Remis übernimmt der VfB zwar die Tabellenführung, doch der sportliche Leiter Patrick Barnes haderte: "Wir hatten vier Hunderprozentige, haben es nicht geschafft, den Ball über die Linie zu drücken", sagte Barnes. Die Gäste hatten die Partie in der ersten Halbzeit "komplett im Griff" (Barnes), doch Mike de Sousa und Justin Matthews ließen gute Gelegenheiten liegen. Nach dem Seitenwechsel bewahrte Patrick Rühl mit einigen guten Paraden die Unterliederbacher vor einem Gegentreffer. Ein Lob von Barnes bekam das Schiri-Gespann um Simeon Elias Thomm.