Nach vier Niederlagen in Folge konnte der FV Bonn-Endenich zu Gast beim FC Pesch am neunten Spieltag wieder dreifach punkten. Top-Torjäger Marcel Dawidowski konnte sich gegen seinen Ex-Klub allerdings nur wenige Minuten auf dem Feld beweisen und musste verletzt ausgewechselt werden.
Es gibt Momente im Fußball, die ein Spiel und eine gesamte Saison prägen können. Einer dieser Momente ereignete sich für Marcel Dawidowski, den 30-jährigen Stürmer des FV Bonn-Endenich, am vergangenen Sonntag im Duell gegen seinen Ex-Klub, den FC Pesch. Ohne Fremdeinwirkung verletzte sich der Top-Torjäger der Bonner schwer am Sprunggelenk. Die Diagnose: Lisfranc-Gelenk-Verletzung. Für Dawidowski ist das Fußballjahr 2024 damit beendet.
"Die Schmerzen sind schon noch sehr stark. Aber mit dem Schuh und viel liegen ist es ertragbar", beschreibt Dawidowski seine aktuelle Situation. „Vom Kopf her habe ich damit nicht zu kämpfen. Klar ist das bitter und nervt mich, da ich sehr gerne auf dem Platz stehe und mich lieber frei bewege statt mit Krücken. Aber auch das gehört nun mal zum Fußball dazu."
Die Szene, die zur Verletzung führte, war alles andere als spektakulär. „Es war ohne Einwirkung von einem Gegenspieler oder einem Zweikampf. Ich habe dann den Ball erobert und in der Drehbewegung hat es geknackt“, erklärt er. Was nach einer harmlosen Bewegung aussah, entpuppte sich als schwerwiegende Verletzung. "Die Verletzung ist quasi zwischen Mittelfußknochen und Wurzelknochen. Der ist laut dem Orthopäden wohl einmal rausgesprungen und wieder rein. Dadurch sind die Bänder in diesem Bereich angerissen.“
Nun heißt es für Dawidowski erst einmal abwarten und die kommenden Wochen geduldig überstehen. „Ich habe jetzt so eine schöne Fußorthese an und Krücken. Das Ganze für sechs Wochen. Danach folgen sechs Wochen Physio und Reha.“ Die erste Prognose seines Arztes klingt dabei wenig erfreulich: "In circa drei Monaten kann ich langsam wieder anfangen, ins Training einzusteigen. Sprich, so Richtung Vorbereitung für die Rückrunde wird es dann erst wieder was mit Fußball.“
Für den FV Bonn-Endenich ist der Ausfall seines Top-Scorers ein herber Schlag. In den ersten sieben Spielen der aktuellen Mittelrheinliga-Saison hatte Dawidowski fünf Tore erzielt und zwei weitere vorbereitet. Mit seinen Leistungen trug er maßgeblich zum Erfolg des Teams bei. Trotzdem bleibt er zuversichtlich, dass seine Mannschaft auch ohne ihn bestehen wird: „Ich habe vollstes Vertrauen in die Mannschaft. Sie haben auch gegen Pesch gezeigt, dass sie es können und auch ohne mich können. Es war einfach nur eine kleine Krise. Manchmal fehlt einfach das Spielglück, aber das hat man jetzt gegen Pesch anscheinend geschafft."
Während seiner Reha will Dawidowski das Team so gut wie möglich unterstützen, auch wenn er durch die Verletzung eingeschränkt ist. „Ich werde die Jungs vom Seitenrand so gut es geht unterstützen und bei der Mannschaft sein. Aber da ich auch kein Auto fahren kann, sind mir da auch ein bisschen die Hände gebunden.“ Seine Zuversicht bleibt dennoch ungebrochen: „Die Qualität ist auf jeden Fall vorhanden, weitere Punkte in den nächsten Wochen einzufahren.“
Mit einer Rückkehr ins Mannschaftstraining ist frühestens Anfang nächsten Jahres zu rechnen. Die Hoffnung, rechtzeitig zur Rückrunde wieder fit zu sein, treibt ihn dabei an: "Wahrscheinlich kann ich in sechs Wochen wieder laufen. Bis ich auf dem Platz stehen kann, wird es wohl noch länger dauern. Aber ich werde alles geben, um so schnell wie möglich wieder dabei zu sein.
Der 30-Jährige wird dem Fußball nun einige Zeit fernbleiben müssen, doch die Hoffnung auf eine erfolgreiche Rückkehr bleibt bestehen. Mit seiner Entschlossenheit und seiner positiven Einstellung hat er die besten Voraussetzungen, um stärker denn je zurückzukommen. "Ich werde mein Bestes geben, um so schnell wie möglich wieder auf dem Platz zu stehen“, betont er zum Abschluss.