2024-05-17T14:19:24.476Z

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Die Spieler des FC Leverkusen fühlen sich hintergangen.
Die Spieler des FC Leverkusen fühlen sich hintergangen. – Foto: Michael Schmidt

"Von A bis Z hintergangen" - Mannschaft des FC Leverkusen wehrt sich

Bezirksliga, Staffel 1: Der FC Leverkusen hat unmittelbar seine gesamte Mannschaft verloren. Burim Mehmeti erhebt im Namen der Mannschaft nun schwere Vorwürfe gegen seinen ehemaligen Trainer und Vorsitzenden.

Es brodelt beim FC Leverkusen, und zwar gewaltig. Nachdem der Aufstieg in die Landesliga verpasst wurde, ist Michael Kunz - der Trainer, Vorsitzender und Sponsor in Personalunion war - von allen Ämtern zurückgetreten. Im Nachgang der Saison verabschiedete sich nun der gesamte Kader, Kunz erklärte im Kölner Stadt-Anzeiger, dass er bei seinen Spielern die Mentalität vermisse. Das will das Team nicht auf sich sitzen lassen - im Gespräch mit dem nun ehemaligen FCL-Spieler Burim Mehmeti, der sich im Namen der Mannschaft gegenüber FuPa Mittelrhein äußerte, wird klar, wie viel dort schon seit einiger Zeit im Argen liegt.

Abgemachte Zahlungen nicht erhalten

Seit Winter habe man - anders als abgemacht - kein Geld mehr gezahlt bekommen. "Wir haben trotzdem weiter gespielt, weil es hieß, dass wir unser Geld bekommen werden. Wir wollten es einfach durchziehen", sagt Mehmeti, der vor der Saison vom Landesligisten SC Rheinbach nach Leverkusen gekommen war. Ein Zusammenfallen der Mannschaft war von außen betrachtet in der Rückrunde nicht zu erkennen. Der Aufstieg, das große und offensiv vorgegebene Ziel erreichte der FCL nicht. "Das hat verschiedene Gründe: Es läuft im Verein drunter und drüber, wir haben die Leistung aber auch einfach nicht gebracht - da muss man ehrlich sein", sagt Mehmeti.

Trotz des verpassten Erfolges sollten die ausstehenden Summen nach der Saison beglichen werden - es kam aber ganz anders. Der Vorsitzende Kunz erklärte der Mannschaft nach dem letzten Spieltag seinen Rücktritt aus allen Ämtern, ließ im direkten Anschluss über einen Geschäftspartner aber auch verlauten, dass die ausstehenden Gelder nicht mehr gezahlt würden. "Wir wissen aus internen Quellen, dass er das Ganze seit Winter weiß. Er hat uns in dem Sinne verarscht und hingehalten, damit wir weiterspielen.", betont Mehmeti, der in dieser Situation die Ehrlichkeit des ehemaligen Vorsitzenden vermisst: "Hätten wir das im Winter gewusst, hätte jeder Spieler eine Entscheidung treffen und anders planen können."

Spieler fühlen sich falsch dargestellt

Aufgrund der unsicheren rechtlichen Lage waren die Spieler soweit, die nicht bezahlten Gelder hinzunehmen. Das große Problem sieht die Mannschaft um Mehmeti darin, wie sie öffentlich dargestellt werden. "Jetzt werden wir so dargestellt als würden wir gehen, weil es weniger Geld gibt. Das ist ein riesiges Problem für uns, weil wir alles getan haben ohne Geld - trotzdem werden wir ins schlechte Licht gerückt", sagt Mehmeti. Neu ist die Thematik innerhalb des Vereins indes nicht. "Wir haben uns mehrfach getroffen. Er hat immer gesagt, dass wir das Geld kriegen und hat - damit keiner Verdacht schöpft - sogar für die neue Saison verhandelt. Er hat uns von A bis Z hintergangen", sagt der 32-Jährige.

Für die Mannschaft war der Weg an die Öffentlichkeit nun der letzte Ausweg. "Ich habe keine Ahnung, was man tun kann. Ich habe mit der Mannschaft gesprochen, es ist kein Alleingang. Es sollte die Wahrheit gesagt werden. Wir hätten es irgendwann akzeptiert, aber er gießt Öl ins Feuer und macht uns schlecht", sagt Mehmeti, der von Spielern berichtet, die andere Angebote ausgeschlagen haben, weil die Verhandlungen mit dem FCL in vollem Gange waren.

Wie geht es weiter?

Fakt ist, dass der gesamte Kader den Verein verlassen wird. Schwer vorstellbar, wie der FC Leverkusen im kommenden Jahr in der Bezirksliga an den Start gehen will. Die abgewanderten Spieler werden sich derweil einen neuen Verein suchen müssen, die ersten sind auch schon untergekommen. Mehmeti selbst, bald 33, wird entweder aufhören oder zu einem seiner ehemaligen Vereine zurückkehren: "Ich bin noch unentschlossen."

Aufrufe: 023.6.2023, 22:00 Uhr
Niklas BienAutor