
Vor zwei Jahren noch Landesliga-Spieler, heute Toto-Pokal-Held: Pirmin Lindner schreibt beim SV Wacker Burghausen seine eigene Erfolgsgeschichte
Burghausen – Ein unglaublicher Abend für Pirmin Lindner. In der 80. Minute wurde er im Pokalspiel seines SV Wacker Burghausen gegen die SpVgg Unterhaching eingewechselt. Zu diesem Zeitpunkt lag Wacker mit 0:1 zurück. Lindner kam und rettete sein Team gleich doppelt. Nur acht Minuten nach seiner Einwechslung durch SVW-Cheftrainer Lars Bender fasste er sich aus gut 20 Metern ein Herz – und der Uhlsport Park verstummte. Zumindest fast, denn die Fans aus Burghausen brachen in Jubel aus. Lindner jagte den Distanzschuss unhaltbar links oben ins Eck.
„Ganz genau kann ich gar nicht sagen, wie das Tor zustande gekommen ist“, erzählt der Torschütze. „Ich hab gesehen, es war freie Schussbahn und wollte ihn in die lange Ecke schießen. Das war ein Wahnsinns-Moment. Ich bin mega froh, dass alles so geklappt hat. Meine Familie und Freunde waren da. Wir haben uns das verdient. Das ist gerade alles surreal.“
Pyrotechnik und Feuerwerkskörper wurden im Gästeblock gezündet. Mit dem 1:1 ging es schließlich direkt ins Elfmeterschießen. Auch dort lagen die Burghausener zunächst zurück. Doch den sechsten Elfmeter, wie sollte es anders sein, übernahm Pirmin Lindner. Er verwandelte sicher – und der sechste Unterhachinger Schütze vergab. Somit qualifizierte sich Wacker für das Halbfinale des Totopokals und das vor allem durch Matchwinner Lindner.
Der Pokal-Held von Burghausen kickte vor zwei Jahren noch zwei Ligen tiefer. In der Landesliga Südost lief er für seinen Heimatverein TuS Holzkirchen auf und sammelte in zwei Herrenjahren 18 Torbeteiligungen. Sein Talent blieb nicht lange unentdeckt: Vergangene Saison holte ihn der SV Heimstetten, wo der damals 22-Jährige sofort überzeugte – so sehr, dass ihn der SV Wacker Burghausen nach nur 30 Bayernligaspielen in die Regionalliga lotste: „Der Sprung in die Regionalliga ist groß“, sagt Lindner. „Für mich war es nicht immer einfach. Aber ich bin drangeblieben – und irgendwann wird man dafür belohnt.“
Dem SV Wacker stehen in der nächsten Runde des Toto-Pokals einige echte Schwergewichte bevor. Am 12. Dezember werden die Halbfinals ausgelost – im Topf liegen noch die Würzburger Kickers, Drittligist SSV Jahn Regensburg und der TSV 1860 München. „Mein persönlicher Traum wäre ein Duell mit 1860“, so Lindner. „Aber im Vordergrund stehen für mich natürlich der Sieg und die Mannschaft. Wer am Ende im Halbfinale auf uns wartet, spielt keine Rolle.“
Die Karriere des 22-Jährigen hat gerade erst begonnen, dennoch hat Lindner große Ziele.: „Ich will meinen Weg weitergehen. Wo es mich dann schließlich hinführt, ist offen. Ich werde immer weiter Gas geben.“