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Allgemeines

Viktoria Berlin erreichen Nachrichten aus Österreich

Sportlicher Leiter äußert sich zur Lage und zu einem Insolvenzverfahren

von far · 06.02.2026, 17:30 Uhr · 0 Leser
Viki Tribüne in Lichterfelde
Viki Tribüne in Lichterfelde – Foto: Marcel Scharnow

Der frühere Drittligist und aktuelle Oberligaletzte FC Viktoria 1889 Berlin steckt sportlich in der Krise und ist Tabellenletzter. FuPa Berlin berichtet von zahlreichen Abgängen zur Rückrunde. Das Insolvenzverfahren gegen den österreichischen Zweitligisten SK Austria Klagenfurt, der wie Viktoria demselben Investorenumfeld zugerechnet wird, wirft Fragen auf. Der sportliche Leiter Rocco Teichmann bezieht Stellung

Abstieg aus der Regionalliga 2025

Der FC Viktoria 1889 Berlin kommt sportlich nicht zur Ruhe. Nach dem Abstieg aus der Regionalliga im vergangenen Jahr und dem Abstieg aus der 3. Liga im Jahr 2022 steht der Traditionsklub aktuell als Tabellenletzter der Oberliga da. FuPa Berlin berichtet von vielen Abgängen zur Rückrunde. Im aktuellen Kader sind sechzehn Spieler aufgeführt. Nun erreichen Himmelblau Nachrichten aus dem Investorenumfeld.

Landgericht leitet Insolvenz gegen Austria Klagenfurt ein

Wie in Österreich bekannt wird, leitet das Landesgericht Klagenfurt ein Insolvenzverfahren gegen SK Austria Klagenfurt ein. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend. Der FC Viktoria wird dem gleichen Investorenumfeld zugerechnet. Zudem tauchen identische Personen in leitenden Funktionen auf: Zeljko Karajica wird im Impressum von Austria Klagenfurt als Geschäftsführer einer Klubgesellschaft geführt und steht auch im Impressum der FC Viktoria 1889 Berlin Fußball GmbH als Vertreter.

SEH Sports & Entertainment Holding GmbH steigen 2019 bei Viktoria ein

Diese personellen und strukturellen Verbindungen gehen auf das Jahr 2019/2020 zurück. Damals steigt Zeljko Karajica als geschäftsführender Gesellschafter bei der SEH Sports & Entertainment Holding GmbH ein, die von seinem Bruder Tomislav Karajica gegründet wird. Ziel der Holding ist es, die sportlichen Engagements – darunter auch Viktoria Berlin – zu bündeln und zu professionalisieren. Zeljko Karajica übernimmt in diesem Zuge auch die Rolle des Sprechers für die Beteiligungen der Holding. Zu diesem Zeitpunkt wird die Entwicklung bei Viktoria Berlin noch als Aufbruch wahrgenommen. Karajica begleitet den Klub eng, aktiviert sein Netzwerk und ist nach Vereinsangaben auch an der Schaffung der Rahmenbedingungen für den sportlichen Aufschwung beteiligt, der im Gewinn des Berliner Landespokals mündet. Der Anspruch lautet damals, Viktoria langfristig als dritte fußballerische Kraft der Hauptstadt zu etablieren (Bericht auf Viki-Homepage hier)

Archiv: Viktoria in der Regionalliga
Archiv: Viktoria in der Regionalliga – Foto: Tanja Kaltofen

Vorläufiges Insolvenzverfahren 2025

Aktuell stellt sich die Lage deutlich anders dar. Bereits im vergangenen Jahr steht Viktoria Berlin selbst vor großen Herausforderungen. Ein vorläufiges Insolvenzverfahren (FuPa Bericht) kann der Klub noch abwenden. Der Abstieg aus der Regionalliga-Nordost kommt unerwartet. In der laufenden Saison folgt die nächste sportliche Krise: zahlreiche Abgänge im Sommer und Winter, ein deutlich verkleinerter Kader und bislang ausbleibende Erfolgserlebnisse in der fünften Liga mit nur acht Punkten. Das rettende Ufer ist weit weg.

Betrugsanzeige und offene Gehälter belasten Viktoria zusätzlich in der Hinrunde

Im vergangenen Herbst gerät Viktoria Berlin auch abseits des Platzes in die Schlagzeilen. Nach Angaben von Rechtsanwalt Golle vertritt dieser mehrere Spieler, die seit Saisonbeginn keine oder nur teilweise Gehaltszahlungen erhalten haben sollen. Vor dem Arbeitsgericht werden Einzelklagen anhängig, ein erster Gütetermin kommt zunächst nicht zustande. Parallel dazu wird nach Angaben des Anwalts eine Strafanzeige wegen des Verdachts des sogenannten Eingehungsbetrugs gestellt. Sportlich verschärft sich die Lage weiter: Nach mehreren Niederlagen trennt sich Viktoria später auch von Trainer Thomas Kost (FuPa Bericht hier)

Der sportliche Leiter von Viki Rocco Teichmann
Der sportliche Leiter von Viki Rocco Teichmann – Foto: Mehmet Dedeoglu Dedepress

Der Sportliche Leiter äussert sich zur aktuellen Lage

Auf Nachfrage von FuPa Berlin gibt Rocco Teichmann ein Statement zur aktuellen Situation und zu dem Insolvenzverfahren gegen Austria Klagenfurt ab. Viktoria sei nach seinen Angaben weiterhin handlungsfähig. Die Mannschaft werde in der Rückrunde am Spielbetrieb teilnehmen, so Teichmann. Zu möglichen Neuverpflichtungen nimmt der sportliche Leiter keine Stellung und verweist darauf, dass die Transferperiode mittlerweile beendet sei. Wie der Kader darüber hinaus konkret ergänzt werden soll, lässt Teichmann offen. Zudem verweist der Sportliche Leiter auf positive Entwicklungen im Nachwuchsbereich. Sowohl die U17 als auch die U19 sind aktuell in der DFB-Nachwuchsliga vertreten. Einen konkreten Zusammenhang zwischen der Lage bei Austria Klagenfurt und der Situation in Berlin sieht Teichmann derzeit nicht. Ob und in welcher Form das Insolvenzverfahren in Österreich Auswirkungen auf Viktoria Berlin haben könnte, könne er nach eigener Aussage aktuell nicht beurteilen.

Viele Fragen für die Zukunft

Fest steht: Die sportliche Lage bleibt angespannt. Viktoria Berlin steht vor einer schwierigen Rückrunde, in der es für den früheren Drittligisten vor allem darum geht, den sportlichen Absturz zumindest aufzuhalten – unabhängig von den aktuellen Entwicklungen im Investorenumfeld. Viele Fragen bleiben offen, konkrete Antworten gibt es derzeit nicht

Archiv: Fans leben für Viktoria
Archiv: Fans leben für Viktoria – Foto: Mehmet Dedeoglu Dedepress