Die Rückzug des TV Jahn Hiesfeld hat weitreichende Folgen.
Die Rückzug des TV Jahn Hiesfeld hat weitreichende Folgen. – Foto: Patrik Otte

Das sind die Szenarien durch den Hiesfeld-Rückzug

Das wäre die Folge für die Oberliga Niederrhein - und so könnte es im Landesliga-Abstieg weiter gehen.

Seit Montagabend scheint endgültig festzusetehen, was seit Tagen eines der heißesten Themen im Amateurfußball ist. Der TV Jahn Hiesfeld wird sich aus der Oberliga zurückziehen und wohl auch in der Landesliga nicht an den Start gehen (wir berichteten hier). Das hat natürlich Folgen für die Ligenzusammensetzung der kommenden Spielzeit. Und so könnten diese aussehen.

Oberliga Niederrhein

Rein sportlich betrachtet sieht es für den Ligaverbleib des TV Jahn Hiesfeld in der Abstiegsrunde der Oberliga Niederrhein blendend aus. Obwohl das Team von dem wahrscheinlichen, freiwilligen Rückzug schon lange wusste, ließ es sich nie hängen. Mit acht Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz ist es sehr wahrscheinlich, dass die Dinslakener am rettenden Ufer bleiben. Demnach würde dann eine Mannschaft weniger sportlich absteigen, als dies zuletzt den Anschein hatte. Nach aktuellem Stand wäre also bei nur fünf Absteigern der Cronenberger SC gerettet, aber auch die Chancen aller Teams dahinter, bis einschließlich des SC Velbert auf dem vorletzten Platz. Offiziell würde das, wenn der TV Jahn den Rückzug offiziell eingereicht hat und der Verband diesen bestätigt.

Landesliga Niederrhein

Sicher hätten die Hiesfelder dann zwar einen Startplatz in der Landesliga, doch auch diesen wollen sie ja offenbar nicht in Anspruch nehmen. Demnach steigt dann in der laufenden Saison eine Mannschaft weniger aus der Landesliga ab. Hier stellt sich nun aber die Frage, wie dieses zusätzliche, gerettete Team ermittelt werden soll. Denn es gibt ja drei Mannschaften in den Gruppen, die den jeweils ersten Abstiegsplatz belegen. Aktuell sind das die SG Unterrath in Gruppe 1, der VfL Tönisberg in Gruppe 2 (bereits sicher) sowie der der VfB Frohnhausen in Gruppe 3. Nun könnte der Verband diese Teams noch eine Relegation spielen lassen, was aber kompliziert sein dürfte, da in Gruppe 1 - und nur dort - noch bis Mitte Juni gespielt wird, während die beiden anderen Gruppen am Wochenende durch sind, weil sie je nur 14 Mannschaften aufweisen. Die Alternative wäre, das gerettete Team nach der Quotientenregelung zu ermitteln, die auch in der Pandemie schon zum Einsatz kam. Dabei sähe es aktuell wie folgt aus:

SG Unterrath: Punktequotient 1,16 - Torquotient -0,4

VfL Tönisberg: Punktequotient 1,16 - Torquotient -0,72

VfB Frohnhausen: Punktequotient 1,24 Punkte/Spiel - Torquotient 0,12

Die besten Karten hätte demnach aktuell der VfB Frohnhausen. Der Torquotient greift nur, sollte es einen Gleichstand beim Punktequotienten geben. Tönisberg und Frohnhausen haben nur noch ein Spiel, um die Situation für sich zu verbessern. Die SG Unterrath tritt allerdings noch dreimal an und könnte sich auch noch direkt retten. Dann käme wahrscheinlich der FSV Vohwinkel in die Verlosung, der allerdings ein Spiel mehr und drei Zähler mehr aufweist. Auch die Frohnhausener könnten sich am Wochenende noch retten und die SpVgg Steele, den SV Wermelskirchen oder den VfB Speldorf abfangen, die alle nur zwei Zähler entfernt sind. Es ist allerdings auch möglich, dass der Duisburger SV die Frohnhausener im direkten Duell besiegt und damit auch den direkten Vergleich für sich entscheidet, also selbst noch auf den besagten ersten Abstiegsplatz springen könnte. Es bleibt also spannend.

Mit einer Aussage des Verbandes, wie in dieser Frage verfahren wird, dürfte in Kürze zu rechnen sein.

Aufrufe: 017.5.2022, 12:03 Uhr
Sascha KöppenAutor