Der VfB 03 Hilden startet gegen Monheim in die Oberliga.
Der VfB 03 Hilden startet gegen Monheim in die Oberliga. – Foto: Patrik Otte

VfB 03 Hilden steht in den Startlöchern

Der Vizemeister der vergangenen Saison empfängt am Sonntag den Dauerrivalen 1. FC Monheim an der Hoffeldstraße.

VfB 03 Hilden – 1. FC Monheim. Nach der bislang besten Saison in neun Oberliga-Jahren stehen die Fußballer des VfB 03 in dieser Spielzeit ganz anders im Fokus der Fans, aber auch der Konkurrenz. Die Mannschaft von Tim Schneider ließ mit außergewöhnlichen Leistungen aufhorchen, schnupperte sogar am Aufstieg in die Regionalliga und beendete die Meisterschaftsrunde letztlich als Vizemeister.

VfB Hilden
1:1
FC Monheim
„Das fühlt sich immer noch gut an, es ist cool, dass wir das erreicht haben. Wir nehmen den Vizetitel als Anreiz, wissen aber auch, dass es schwer ist, in dieser Spielzeit annähernd dahin zu kommen. In der vergangenen Saison ist etwas gewachsen, die Jungs haben Großartiges geleistet, es war aber auch viel Glück dabei“, erklärt Tim Schneider im Rückblick und tritt bei allem Stolz in diesen Tagen kräftig auf die Euphoriebremse. „Wir haben sehr viel Aufwand betrieben, hatten wenig Verletzte – haben allerdings auch viel dafür getan“, erklärt der Chefcoach des VfB 03.

Das Gros des Oberliga-Kaders der Vorsaison blieb dem VfB 03 erhalten. Allerdings schmerzt der Abschied von Stefan Schaumburg, der nicht nur als Kapitän, sondern auch als Persönlichkeit die Hildener Mannschaft prägte, denn der erfahrene Mittelfeldakteur ging auf und außerhalb des Platzes voran. Dazu schlägt der lange Ausfall des verletzten Maximilian Wagener (Adduktorenriss) ins Kontor. Der Ex-Profi kehrt voraussichtlich erst im November wieder ins Mannschaftstraining zurück. „Beide waren in der vergangenen Saison gut unterwegs. Bei Standards wird sich das bemerkbar mchen“, gibt der Sportliche Leiter Dennis Lichtenwimmer zu bedenken. Dazu muss das Trainer-Team fünf junge Leute in die Oberliga-Truppe einbauen. Eine Aufgabe, die Schneider sichtlich Spaß macht. Er betont: „Im Schnitt ist unsere Kader jetzt zwei Jahre jünger.“

Aus dem eigenen Talentschuppen rücken Luca Majetic und Chrisowalandis Papadopulos in die erste Mannschaft – beide schafften in der vergangenen Saison mit den A-Junioren den Sprung in die Bundesliga. Nils Gatzke (Fortuna Düsseldorf) und Marvin Brüggehoff (Wuppertaler SV) spielten in der vergangenen Saison in der A-Jugend-Bundesliga, der 20-jährige Gian-Luca Bühring mit dem SC Velbert in der Oberliga. Letzter externer Neuzugang ist Salim El Fahmi (23), der vom Landesligisten SG Unterrath zum VfB 03 wechselte. „Alle haben gut eingeschlagen. Wir machen es in der Breite besser als im letzten Jahr. Der Konkurrenzkampf ist da – damit kann man zufrieden sein“, stellt Schneider fest.

Ein gefühlter Neuer ist David Szewczyk, der nach zweieinhalbjähriger Verletzungspause ins Hildener Oberliga-Team zurückkehrt und langsam aufgebaut werden soll. „David weiß um seine Situation und nimmt sie an“, berichtet Schneider.

Mit 22 Akteuren einschließlich der beiden Torleute hat der Vizemeister einen eher kleinen Kader für die Saison 2022/23 zur Verfügung. Immerhin müssen sich die Fußballer nach der vergangenen Spielzeit, die über Hinrunde und Aufstiegs- bzw. Abstiegsrunde ging und 32 Partien zählte, jetzt in 40 Meisterschaftsbegegnungen behaupten. Ein Pensum, das Tim Schneider, im Hauptberuf Physiotherapeut, überhaupt nicht schmeckt. „Die meisten unterschätzen die Belastung“, sagt er.

Personelle Lage nicht leicht

Ausgerechnet kurz vor dem Start in die Saison 2022/23 ist die personelle Lage beim VfB 03 angespannt. „Wir haben ein paar Verletzungen, die zuviel waren – alle mit Fremdeinwirkung“, erklärt der Chefcoach. und fügt mit Blick auf die englische Woche zum Oberliga-Auftakt hinzu: „Wir müssen Geduld haben, in den ersten Wochen noch enger zusammenrücken und bei dem bleiben, was wir in der letzten Saison abgerufen haben – also die Basics.“ Im Derby gegen den 1. FC Monheim könnten einige Talente bereits ihre Bewährungsprobe bekommen, zudem steht wohl auch der eine oder andere Akteur aus der Zweiten im Oberliga-Kader.

„Wir wollen mit den Ausfällen einen ordentlichen Start hinlegen“, gibt Manager Lichtenwimmer vor und betont: „Ich bin sehr positiv, dass wir der Musik nicht hinterher laufen. Trotz der Ausfälle habe ich keine Bauchchmerzen.“ Für ihn besonders wichtig: „Der FCM ist ein Dauerrivale. Für uns ist das ein Vorteil, denn wir wissen um die Stärken des Gegners.“ Doch auch die nächsten Gegner sind nicht zu unterschätzen. Am Mittwoch geht es zum FC Kray und in einer Woche Sonntag folgte das Heimspiel gegen die Sportfreunde Hamborn 07.

„Dann sind wir wenigstens im Rhythmus. Personell müssen wir es annehmen, wie es ist. In der ersten Woche ist die Trainingsplanung einfach und uns sollten noch nicht die Körner ausgehen“, erklärt Schneider, der sich mit Blick auf das Saisonziel in Bescheidenheit übt: „Ein einstelliger Tabellenplatz ist das Ziel.“ Derweil weiß Lichtenwimmer um den Ruf des VfB 03: „Wir zählen zum erweiterten Favoritenkreis – und diese Wertschätzung haben wir uns erarbeitet.“ Im Titelrennen sieht er jedoch die ambitionierten SSVg Velbert und KFC Uerdingen sowie die Sportfreunde Baumberg und Absteiger VfB Homberg vorne.

Aufrufe: 05.8.2022, 22:30 Uhr
RP / Birgit SickerAutor