
Die SpVgg Unterhaching hat nach dem Herrlich-Rauswurf ein Trainerproblem. Vitali Matvienko, der U16-Coach der Vorstädter, könnte die Lösung sein.
München/Unterhaching – Mehrmals in der Woche fährt Vitali Matvienko zu seinem Arbeitsplatz südöstlich von München. Dann geht es rauf aufs Gelände der Spielvereinigung Unterhaching und ab in Richtung Trainingsplätze, um die nächste Einheit der U16-Junioren vorzubereiten. Bald könnte sich sein Weg zur Arbeit ändern. Dann geht es nicht mehr in Richtung Jugendmannschaften, sondern direkt ins Vereinsheim, in Richtung Profikabine. Denn künftig könnte der Georgier bei seinen Ansprachen nicht mehr in die Augen von 16-jährigen Nachwuchsspielern schauen, sondern in die der Hachinger Profis.
Matvienko ist möglicherweise die von Haching-Präsident Manni Schwabl angekündigte interne Lösung für das Trainerproblem der Vorstädter. Heiko Herrlich ist weg, Sven Bender übernimmt die Profis interimsweise und ist wohl auch die bevorzugte Lösung für die Zukunft. Das Problem: Bender ist, zumindest nach UEFA-Statuten, unterqualifiziert für den Job an der Seitenlinie einer Drittliga-Mannschaft. Der ehemalige Bundesligaprofi ist Inhaber einer Trainer-A-Lizenz. Als Cheftrainer einer Mannschaft in der 3. Liga ist aber eine UEFA-Pro-Lizenz vorgeschrieben. Ansonsten droht dem Verein, wie schon bei Ex-Haching-Coach Marc Unterberger, eine Strafe pro Spiel.
Wöchentlich blechen? Vermutlich keine Option für die sowieso schon klamme Spielvereinigung. Und genau da kommt Vitali Matvienko ins Spiel. Der Georgier ist im Hachinger Nachwuchsleitungszentrum angestellt, betreut in der laufenden Saison unter anderem als Co-Trainer vom mittlerweile abgewanderten Lars Bender die hauseigene U17 in der Junioren-Bundesliga. Künftig könnte er als Partner vom zweiten Bender-Bruder, Sven, in der 3. Liga an der Seitenlinie stehen.
Der Grund: Nach SZ-Informationen aus dem Vereinsumfeld absolviert der frühere Profitorwart aktuell einen Pro-Lizenz-Lehrgang in der georgischen Heimat, der ihm einen Trainerposten in der 3. Liga erlauben würde.
Eine mögliche Lösung: Die Spielvereinigung ernennt Matvienko zum offiziellen Cheftrainer, Sven Bender bleibt bei den Profis und ist weiterhin in die Geschicke der Mannschaft für die verbleibenden Spiele eingebunden. Ab der Regionalliga, mit der in Haching schon geplant wird, würde Benders A-Lizenz für den Cheftrainerposten ausreichen.
Eine weitere Option: Der Ex-Bayern II und Würzburger Kickers-Coach Danny Schwarz, der sich kürzlich für einen Trainerposten bei der Spielvereinigung in Position gebracht hatte. (Tobias Höllrich)